Bestimmungsschlüssel Weberknechte Teil 1

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Dieser Teilschlüssel erlaubt die Bestimmung von 17 Weberknecht-Arten mit den folgenden gemeinsamen Merkmalen:

  • schwarz, mit oder ohne Fleckenzeichnung
  • klein bis mittelgroß (1,2 - 5,6 mm)
  • im Verhältnis zur Körpergröße kurzbeinig (5,0 - 16,2 mm)
  • Lebensraum: Am Boden, in der Streuschicht, auf Totholz
  • versteckte Lebensweise

Die Fleckenzeichnung der Gattung Nemastoma ist sehr variabel. Bei allen Arten können die Flecken reduziert, eingeschnürt, in Einzelflecke aufgeteilt sein, oder sogar ganz fehlen (Schwärzlinge). Daher sind für eine eindeutige Bestimmung andere Merkmale wie die Cheliceren-Apophysen oder Genitalstrukturen der Männchen heranzuziehen (siehe ab Punkt 15).

1 Rücken (Tergite) mit Stacheln, Dornen oder Höckern bewehrt → 2
- Rücken (Tergite) unbewehrt; höchstens mit schwachen Höckern, Kegeldornen oder Brückendornen → 6
2 Rücken (Tergite) mit deutlichen Stacheln oder Dornen → 3
- Rücken (Tergite) mit schwachen Höckern oder Kegeldornen → 5
3 Rücken (Tergite) mit zahlreichen langen und starken Dornen; Körperlänge: 1,2 - 1,4 mm; lokal in den SW-Alpen (Martens J. 1978) → Centetostoma centetes
- Rücken (Tergite) mit 5 kürzeren Dornenpaaren → 4
4 tiefschwarz, ohne Flecken (nur ausnahmsweise mit kleinen Silberflecken); Körperlänge: 1,9 - 2,5 mm; in den Alpen und auf dem Balkan (Martens J. 1978) → Histricostoma dentipalpe
- mit 2 halbmondförmigen Flecken vorn und 2 kleinen Flecken hinten; Körperlänge: 1,9 - 2,6 mm; auf der Apenninen-Halbinsel (Martens J. 1978) (Rambla M. 1979) → Histricostoma argenteolunulatum
5 Rücken (Tergite) mit 3 Paar Kegeldornen → 7
- Rücken (Tergite) mit mehreren flachen Höckerpaaren - in Seitenansicht wellenförmig (Komposch C. & J. Gruber 2004) (Martens J. 1978) → 20
6 Körperlänge: 1,2 bis 2,7 mm → 10
- Körperlänge: 2,9 bis 5,6 mm → 7
7 vollkommen schwarz, ohne helle Flecken; Körperlänge: 2,9 - 3,7 mm; in den Alpen (Martens J. 1978) → Paranemastoma bicuspidatum
- schwarz mit hellen Flecken → 8
8 große, helle 8-förmige Flecken vorne und kleine Flecken hinten; Körperlänge: 3,3 - 4,1 mm; Cheliceren-Grundglied des Männchens mit deutlicher Apophyse (Martens J. 1978) → Paranemastoma quadripunctatum
- nur kleine Flecken vorne oder girlandenförmige Zeichnung; Cheliceren-Grundglied des Männchens mit undeutlicher Apophyse (Martens J. 1978) → 9
9 kleine Flecken vorne und größere hinten; Körperlänge: 3,2 - 3,8 mm; nur in den Nord-Karpaten (Martens J. 1978) → Paranemastoma kochi
- girlandenförmige Goldfleckenzeichnung; Körperlänge: 3,2 - 5,6 mm; nur in den Karpaten (Martens J. 1978) → Paranemastoma silli
10 mit hellen Flecken → 11
- ohne helle Flecken → 15
11 helle Flecken nur vorne; ohne Brückendornen → 12
- mit zusätzlichen hellen Flecken oder Linien; mit Brückendornen → 14
12 helle Flecken (eher silberfarben) außen meist nicht eingeschnürt; Flecken variabel, selten ganz fehlend; Körperlänge: 1,6 - 2,7 mm (Martens J. 1978). -> sicher nur anhand von Männchen zu bestimmen -> siehe 15 → Nemastoma lugubre
- helle Flecken (eher gelb- oder goldfarben) außen immer eingeschnürt; Flecken variabel, selten ganz fehlend (Martens J. 1978). -> sicher nur anhand von Männchen zu bestimmen -> siehe 15 → 13
13 in Westeuropa, östlich etwa bis zum Rhein; Körperlänge: 2,0 - 2,5 mm; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen mit 2 deutlichen Zipfeln (Martens J. 1978) → Nemastoma bimaculatum
- nur in den Ost-Alpen; Körperlänge: 1,8 - 2,2 mm; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen ohne deutliche Zipfel (Martens J. 1978) → Nemastoma schuelleri
14 hinter den vorderen Silberflecken 3 Reihen Brückendorne; Körperlänge: 1,5 - 1,8 mm; in den Südost-Alpen und auf dem Balkan (Martens J. 1978) → Carinostoma carinatum
- hinter den vorderen Silberflecken 2 Reihen Brückendorne; Körperlänge: 1,3 - 1,5 mm; in den Karpaten (Ungarn, Rumänien, Bulgarien) (Martens J. 1978) → Carinostoma elegans
15 Patella des Pedipalpus beim Männchen mit medialer Apophyse (Martens J. 1978) → 19
- Patella des Pedipalpus beim Männchen ohne mediale Apophyse (Martens J. 1978) → 16
16 Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen mit 2 deutlichen Zipfeln; Körperlänge: 2,0 - 2,5 mm; in Westeuropa, östlich etwa bis zum Rhein (Martens J. 1978) → Nemastoma bimaculatum
- Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen dorsal gerundet, ohne deutliche Zipfel (Martens J. 1978) → 17
17 Femur des Pedipalpus beim Männchen aufgetrieben; Körperlänge: 1,8 - 2,2 mm; nur in den Ost-Alpen (Martens J. 1978) → Nemastoma schuelleri
- Femur des Pedipalpus beim Männchen nicht aufgetrieben; auch außerhalb der Alpen (Martens J. 1978) → 18
18 Glans penis mit je 1 großen ventral weisenden Haken; Körperlänge: 1,6 - 2,7 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma lugubre
- Glans penis mit je 3 kleinen ventral weisenden Haken; Körperlänge: 1,5 - 1,9 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma triste
19 Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen trapezförmig; Femur des Pedipalpus mit auffälligem Dorn; Glans penis lateral ohne Stacheln; Körperlänge: 1,5 - 1,9 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma dentigerum
- Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes beim Männchen nicht trapezförmig; Femur des Pedipalpus ohne Dorn; Glans penis lateral mit 2 Stacheln (Martens J. 1978) → 20
20 Femur des Pedipalpus beim Männchen mit spitzen Tuberkeln; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes spitz ausgezogen (Martens J. 1978) → 21
- Femur des Pedipalpus beim Männchen unbewehrt; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes knopfförmig; Körperlänge: 1,6 - 2,2 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma bidentatum relictum
21 Femur des Pedipalpus beim Männchen stark keulenförmig, mit 2 - 3 Tuberkeln; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes groß, halbmondförmig; Körperlänge: 1,5 - 1,8 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma bidentatum bidentatum
- Femur des Pedipalpus beim Männchen schwach keulenförmig, mit 2 Tuberkeln; Apophyse des Cheliceren-Grundgliedes fast rechteckig; Körperlänge: 1,5 - 1,7 mm (Martens J. 1978) → Nemastoma bidentatum sparsum

Quellen