Streifkescher

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Streifkescher, runde Bauform, Metallrahmen, Baumwollsack, Aluminiumstiel

Ein Streifkescher (engl.: sweep net) ist ein Hilfsmittel, bzw. seine Anwendung eine Methode zum Nachweis von Spinnen (und ggf. anderen Tiergruppen) in nicht zu dichter Vegetation in der Krautschicht (z. B. auf Wiesen).

Aufbau

Ein Streifkescher besteht aus folgenden Grundkomponenten:

  • Ein fester Rahmen, an dem der Fangbeutel und der Handstiel montiert sind. Die Form ist entweder rund oder vieleckig (z. B. rautenförmig), das Material ist meistens Metall. Kescher mit rundem Rahmen sind universell einsetzbar. Rautenförmige Kescher eignen sich für ebenen Untergrund und niedrige Vegetation. Durch die Rautenform kann der Kescher mit einer Kante parallel zum Untergrund in niedrigem Abstand geführt werden.
  • Ein Fangbeutel, der mit der Öffnung um den Rahmen befestigt ist. Der Beutel ist dicht gewebt (geschlossen, oder Netz mit sehr feinen Maschen) und besteht meist aus Nesseltuch, Baumwolle, Leinen oder Synthetik. Das aus Brennesselfasern hergestellte Nesseltuch zeichnet sich durch besondere Widerstandsfähigkeit und Verrottungsresistenz aus. Die Farbe ist meist hell, damit das Fanggut sich gut sichtbar im Beutel abzeichnet. Es sind auch feinmaschige Fangbeutel handelsüblich, welche gelegentlich auch als Wasserkescher verwendet werden können; diese sind insbesondere bei der Bearbeitung von Feuchtgebieten nützlich – so eignet sich ein solcher Kescher auch zum Fang von Wasserspinnen oder zum Einsatz bei feuchtem Wetter.
  • Ein Handstiel. Die Länge wird idealerweise so gewählt, dass die sammelnde Person mit gestrecktem Arm den Kescher leicht durch die Vegetation ziehen kann, ohne sich bücken zu müssen. Besonders komfortable Stiele sind in der Länge verstellbar. Der Stiel kann zum leichteren Transport meist abmontiert werden.

Handhabung

In zu bearbeitenden Gelände wird der Kescher abwechselnd von links nach rechts und rechts nach links durch die Vegetation gezogen, während die sammelnde Person langsam weiterläuft. Auf diese Weise wird nach jedem Schritt ein neuer Abschnitt des Gebiets überstrichen. Die Bewegung sollte schnell genug sein, damit die zu fangenden Tiere nicht leicht flüchten können.

Nach einigen Schwenks wird der Inhalt des Fangbeutels kontrolliert. Dabei sollte auf etwaige Bienen oder Wespen geachtet werden, die den Beutel meist fluchtartig verlassen, sobald er nicht mehr bewegt wird. Die interessanten Tiere werden entnommen. Der Rest (nicht interessante Tiere und Pflanzenteile) wird dann aus dem Beutel geschüttelt, so dass der Beutel für den nächsten Durchgang wieder komplett leer ist.

Das Keschern kann an die Vegetation, das Gelände und die zwischenzeitliche Ausbeute angepasst werden, um die Gesamtausbeute zu maximieren. Im Gegensatz dazu kann auch die Anzahl der Schwenks und Schritte jedes Durchgangs standardisiert werden, um auch quantitative Aussagen über die Ausbeute treffen zu können.

Man kann so arbeiten, dass man die Tiere direkt dem Beutel entnimmt. Allerdings kann man dabei sehr kleine Tiere leicht übersehen. Vollständigere Ergebnisse erzielt man daher, wenn man den Inhalt des Beutels in eine Leseschale entleert und das Aussortieren der Tiere dann vornimmt. Z. B. in Kombination mit der Gesiebekiste auf die man sich zur Auslese setzt und deren Leseschale man dafür benutzt.

Sammelergebnis

Mit einem Streifkescher werden vor allem Spinnen gefangen, die sich in der Kraut- und Strauchschicht aufhalten, die sich also vorzugsweise direkt auf den Pflanzen oder in Netzen dort aufhalten. Arten, die sich normalerweise direkt am Boden, in Höhlen, unter Rinde, in Bäumen und Gebüschen oder auf Felsen aufhalten, werden mit dem Streifkescher eher zufällig gefangen. Das Sammelergebnis eines Streifkeschers ist also nicht unbedingt repräsentativ für das besammelte Gebiet. Will man ein repräsentativeres Ergebnis erreichen, muss man es mit weiteren Methoden (Bodenfallen, Klopfschirm) ergänzen.

Erfahrungen

Krabbenspinnen findet man mit dem Streifkescher vor allem (aber nicht ausschließlich) unter überhängenden Zweigen von Bäumen und Büschen. Springspinnen findet man zahlreich insbesondere bei Sonnenschein auf Gräsern.

Typische Fangarten