Chernes cimicoides

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chernes cimicoides (Fabricius, 1793)
Chernes cimicoides A.JPG
Männchen
Systematik
Ordnung: Pseudoscorpiones (Pseudoskorpione)
Familie: Chernetidae
Gattung: Chernes
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Deutschlandmh=?=*
[NO] Norwegen LC

Merkmale

Körperlänge: 2,2 bis 2,7 mm. Schere des männlichen Pedipalpus 0,62 mm, die des weiblichen 0,63 mm lang, und 0.44 mm breit. Die Länge des Fingers der Schere beträgt 0,59 mm. Die Art besitzt keine Augen. (Szalay L. 1968)

Der Körper ist flach, nicht glänzend und hat eine körnige Oberfläche. Der Cephalotorax und die Rückplatten sind braun, die Pedipalpen rotbraun. Die Bauchplatten und Beine sind heller. Die Haare auf dem Rücken sind kolbenartig. Der Cephalotorax ist länger als breit und besitzt zwei tiefe Querfurchen.

Alle Rückplatten (bis auf die letzte) werden entlang der Körperlängsachse von einer Furche geteilt. Die letzte Rückplatte trägt keine Tasthaare. Beide Hälften der Rückplatten tragen am Hinterrand 7 bis 8 kolbenartige Borsten (siehe Bild des Cephalotorax). Das letzte Beinpaar trägt keine Tasthaare. (Szalay L. 1968)

Der Femur des Pedipalpus ist 2,5 mal, die Tibia 2,2 mal, die Schere 2,2 mal (Männchen) oder 2,4 mal (Weibchen) länger als breit. Der Finger der Schere ist beim Männchen ein bisschen kürzer, beim Weibchen ein bisschen länger als die Hand (gemessen ohne Stiel). Der nicht bewegliche, obere Finger trägt 27, der bewegliche untere, 30 Zähnchen. Beide tragen seitlich 9 Neben-Zähnchen. Medial trägt der nicht bewegliche Finger 7 Neben-Zähnchen beim Männchen und 4 beim Weibchen sind es dagegen 5 bzw. 4 auf dem beweglichen Finger. Nur der bewegliche Finger besitzt einen Giftzahn. (Szalay L. 1968)

Lebensraum

Flachland und Mittelgebirge (auch in Städten), unter Baumrinde (corticol), wo das Weibchen einen großen Kokon webt (Szalay L. 1968). In Vogelnestern (Goodenough et al. 2017).

Verbreitung

In ganz Europa häufig (Szalay L. 1968).

Lebensweise

Für die Verbreitung bedienen sich die Tiere der sogenannten Phoresis: sie umklammern ein Bein eines Insektes (z. B. einer Stubenfliege) und lassen sich so forttragen.

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Goodenough, Mason, Griggs, Steward, Booth & Carpenter (2017): A newly described host-symbiont interaction: first record of Dinocheirus panzeri (Pseudiscorpiones: Chernetidae) assiciated with Cyanistes caeruleus (Aves: Paridae) nests. Arachnology Volume 17 Part 6, S. 284–286.
  • Szalay L. (1968): Fauna Hungariae: Arachnoidea I. Akadémiai Kiadó Budapest XVIII/2, 121 S.

Quellen der Nachweise und Checklisten