Cheiracanthium punctorium: Unterschied zwischen den Versionen
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Der wissenschaftliche Name „''[[Cheiracanthium]]''” besteht aus den beiden griechischen Wörtern „cheir” (Hand) und „akantha” (Dorn). Er nimmt Bezug auf den langen Cymbiumsporn am Pedipalpus der Männchen. | Der wissenschaftliche Name „''[[Cheiracanthium]]''” besteht aus den beiden griechischen Wörtern „cheir” (Hand) und „akantha” (Dorn). Er nimmt Bezug auf den langen Cymbiumsporn am Pedipalpus der Männchen. Der Artname „''punctorium''” leitet sich vom lateinischen Wort „''punctum''” (Stich) ab. | ||
Der Artname „''punctorium''” leitet sich vom lateinischen Wort „''punctum''” (Stich) ab. | |||
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Aktuelle Version vom 8. Dezember 2023, 18:59 Uhr
| Cheiracanthium punctorium (Villers, 1789) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Ammendornfinger | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weibchen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Systematik | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Familie: Cheiracanthiidae (Dornfingerspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gattung: Cheiracanthium (Echte Dornfinger) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Reifezeit (Nentwig et al. 2023) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Verbreitung in Europa[Quellen] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
etabliert, nicht etabliert, nicht betrachtet
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| Weitere Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:023409 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gefährdung nach Roter Liste | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Synonyme und weitere Kombinationen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Spinne des Jahres 2023 (Hörweg C 2023).
Merkmale
Körperlänge: Weibchen erreichen 10–15 mm, Männchen 7,5–12 mm (Roberts 1996).
Prosoma grünlich-braun. Chelizeren sehr kräftig und lang. Grundglieder rötlich, distal schwarz. Mitunter ist der gesamte vordere Bereich des Prosomas ebenfalls rötlich. Die Beine sind gelblich. Das erste Beinpaar ist, wie für Cheiracanthium typisch, stark verlängert. Opisthosoma blass gelb-grünlich, dorsal mit einem dunkleren Spießfleck, der bis zur Mitte des Hinterleibs reichen kann. Dieser kann aber auch nur sehr schwach ausgeprägt sein oder ganz fehlen.
Männchen
Chelizeren stark verlängert und distal divergierend (Nentwig et al. 2023), Körperbau schlank.
Namensgebung
Der wissenschaftliche Name „Cheiracanthium” besteht aus den beiden griechischen Wörtern „cheir” (Hand) und „akantha” (Dorn). Er nimmt Bezug auf den langen Cymbiumsporn am Pedipalpus der Männchen. Der Artname „punctorium” leitet sich vom lateinischen Wort „punctum” (Stich) ab.
Der deutsche Name „Ammendornfinger” bezeichnet die Eigenschaft der Weibchen ihre Jungen bis zur Selbstaufgabe zu hüten und zu verteidigen.
Verbreitung
Verbreitet von Europa bis Zentralasien (World Spider Catalog 2016). In Deutschland beschränken sich die Nachweise im Großen und Ganzen auf zwei Gebiete, im Nordosten (Berlin und Brandenburg) und im Südwesten (Saarland, Oberrhein- und Maingebiet). (Arachnologische Gesellschaft 2020).
Im Mittelmeergebiet ist Cheiracanthium punctorium weitverbreitet und wesentlich häufiger (Bellmann 2010).
Lebensraum
Kraut- und Strauchschicht warmer, offener Lebensräume (Nentwig et al. 2023). Auch an feuchteren Stellen wie wenig genutzte Wiesen (Bellmann 2010) oder Ufergürtel. Auf alpinen Trockenweiden (Rief & Ballini 2017).
Allen Lebensräumen ist das Fehlen einer geschlossenen Baum- oder Strauchschicht gemein (Niederösterreichisches Landesmuseum 2007).
Lebensweise
Jagd
Cheiracanthium punctorium ist nachtaktiv und erbeutet selbst große Tiere wie Heuschrecken und Gottesanbeterinnen (Leist 1994).
Gespinst
Die Art baut im Vergleich zu anderen Cheiracanthium-Arten relativ große, auffällige Wohn- und Brutgespinste in höhergelegenen Grasrispen und anderen Pflanzen, worin sie sich tagsüber verbirgt. Nachts geht die Spinne aktiv auf Nahrungssuche. Cheiracanthium punctorium ist aufgrund ihrer Größe und kräftigen Chelizeren in der Lage, sehr große Beutetiere zu bezwingen. Im Terrarium konnte beobachtet werden, wie die Art adulte Wanderheuschrecken ergreift und überwältigt. (Niederösterreichisches Landesmuseum 2007)
Fortpflanzung
Die Männchen werden früher im Jahr reif und gehen aktiv auf die Suche nach dem Gespinst eines, meist noch subadulten, Weibchens. Dort webt es dann sein Wohngespinst direkt an das seiner zukünftigen Partnerin. Sobald das Weibchen die Reifehäutung hinter sich hat, durchbricht das Männchen die Trennwand und paart sich mit dem oftmals noch nicht völlig ausgehärteten Weibchen (siehe Fotos). (Bellmann 2010) Das Männchen stirbt kurz darauf.
Im August webt das Weibchen ein größeres und stabileres Brutgespinst. Darin baut es einen an der Innenwand befestigten Kokon mit 100 bis 300 Eiern. Drei bis fünf Wochen später schlüpfen die Jungtiere, welche nochmals mindestens drei Wochen im Gespinst verbleiben. Während dieser Zeit verteidigt die Mutter die Eier und Jungtiere heftigst gegen jede Form von Bedrohung. Bissunfälle resultieren oft aus Störungen der Brutgespinste während dieser Periode.
Es scheint, dass die Weibchen nach der Eiablage keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Nachdem die Jungtiere im Herbst das Gespinst verlassen haben, verhungern sie. Die Jungtiere überwintern in selbstgebauten, bodennahen Gespinsten von ungefähr 5 mm Durchmesser und werden schon im Laufe des nächsten Jahres reif. (Niederösterreichisches Landesmuseum 2007)
Giftigkeit
Näheres dazu wird im Artikel zur Giftigkeit von Spinnentieren beschrieben.
Bilder
- Weibchen
- Männchen
- Paarung und Sonstiges
Weblinks
Nachweis- und Verbreitungskarten
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Tutelaers P (2026): Benelux spider distribution maps.
- Muséum national d’Histoire naturelle [Ed.] (2003–2019): Inventaire National du Patrimoine Naturel (https://inpn.mnhn.fr) (Nachweiskarten Frankreichs).
- Harvey P [Koord.] (2014): Spider and Harvestman Recording Scheme. British Arachnological Society.
- Czech Arachnological Society (2015): Distribution Maps of Arachnids in Czechia. Online at: www.arachnology.cz.
- Koponen S, Pajunen T & Fritzén NR (2013): Atlas of the Araneae of Finland – Finnish Expert Group on Araneae.: Nachweise von Cheiracanthium punctorium (PDF)
- Dimitrov D, Indzhov S (2021): Spiders (Araneae) of Balkan Peninsula. online at http://balkan-spiders.com. Version 2021..
Weitere Links
- Beschreibung von Cheiracanthium punctorium in „araneae - Spiders of Europe”
- Bilder von Cheiracanthium punctorium auf den Seiten von Pierre Oger auf Piwigo.com
- Barcode of Life – Bold Systems: PUBLIC DATA PORTAL - RECORD LIST
- Barcode of Life – Taxonomy Browser
- Cheiracanthium punctorium im World Spider Catalog
Quellen
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
- Hörweg C (2023): Spinne des Jahres 2023: Der Ammendornfinger Cheiracanthium punctorium (Villers, 1789). Arachnologische Gesellschaft e. V..
- Leist N (1994): Zur Spinnenfauna zweier Binnendünen um Sandhausen bei Heidelberg (Arachnida: Araneae). Beih. Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.-Württ. 80, S. 283–324.
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2023): Spinnen Europas. Version 01.2023. Online https://www.araneae.nmbe.ch, doi:10.24436/1.
- Niederösterreichisches Landesmuseum (2007): Dornfinger - Eine Spinne wird zum Medienstar. Niederösterreichisches Landesmuseum.
- Rief A & Ballini S (2017): Erhebung der Spinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) in den LTSER-Untersuchungsflächen in Matsch (Südtirol, Italien) im Rahmen der Forschungswoche 2016. Gredleriana Vol. 17, S. 173–183.
- Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
- World Spider Catalog (2016): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 17.5, abgerufen am 2016-12-26, doi:10.24436/2.
Quellen der Nachweise und Checklisten
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.