Nuctenea oder Larinioides

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Nuctenea umbratica vs. Larinioides ixobolus

Nuctenea umbratica und Larinioides ixobolus (dunkle Farbvariante) sehen sich bei der Bestimmung im „Feld“ sehr ähnlich. Eine Verwechslung mit der hellen Farbvariante von L. ixobolus sollte eigentlich ausgeschlossen sein. Hier wäre eher eine Verwechslung zu Larinioides sclopetarius denkbar, welche auch recht farb- und zeichnungsvariabel auftritt.

Während N. umbratica eine gemeine Spinne ist und im gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gefunden wird, handelt es sich bei Larinioides ixobolus um eine vorwiegend im Osten verbreitete Art. Dabei gibt Wiehle als Verbreitungsgebiet die Region östlich einer gedachten Linie Nürnberg – Berlin – Danzig an.

Die Fundmeldungen für L. ixobolus sind recht rar (Arachnologische Gesellschaft 2017), was möglicherweise auch darauf zurückzuführen ist, dass diese Art nicht erkannt wird. Vor allem im Osten Deutschlands dürfte die Art viel verbreiteter sein, als die Nachweiskarten angeben.

Wie kann man diese beiden Arten voneinander unterscheiden?

Körperfärbung

Beide Arten können beachtlich groß werden und sind in ihrem Gesamterscheinungsbild recht dunkel. Beide Arten findet man vorwiegend bei Nacht, was im Feld den Eindruck einer dunklen Spinne noch verstärkt.

Bei genauer Betrachtung fällt allerdings auf, dass Nuctenea umbratica glänzend schwarz erscheint und das Folium recht markant hell abgesetzt ist. Larinioides ixobolus erscheint dagegen eher mattschwarz, das Folium ist nicht so markant hell abgesetzt.

Beide Arten haben einen plattgedrückt wirkenden Hinterleib. Der von L. ixobolus scheint jedoch rundlicher und breiter zu sein.

Beinhaltung

Viele Araneidae haben die Angewohnheit, sich bei Störung einfach fallen zu lassen. Zum Schutz ziehen die meisten Radnetzspinnen ihre Beine an den Körper an. Dem Autor ist bei eigenen Beobachtungen folgender Unterschied in der Beinhaltung aufgefallen (Guido Gabriel span):

Während L. ixobolus die Beine dabei nur einmal (am Knie) abwinkelt, sodass die Beine ab dem Knie mehr oder weniger gerade am Körper anliegen, winkelt N. umbratica ihre Beine zusätzlich noch zwischen Tibia und Metatarsus ab und zieht Metatarsus und Tarsus unter den Körper.


Fangnetz

Das Fanggewebe der beiden Arten ist vom Aufbau grundlegend identisch, unterscheidet sich jedoch in einem Punkt.

L. ixobolus baut ein reguläres, also ein kreisförmiges Radnetz. N. umbratica dagegen baut ein stark exzentrisches Radnetz, wobei die großmaschige Nabe etwas zum Schlupfwinkel der Spinne hin verschoben ist und die Fangfäden überwiegend gegenüber des Schlupfwinkels zu finden sind. Bei N. umbratica ist auch immer ein Signalfaden vom Netz zum Schlupfwinkel vorhanden, während dieser bei L. ixobolus in den meisten Fällen fehlt.

Außer diesen markanten Abweichungen sind die Netze sonst relativ ähnlich, d. h. die Netze besitzen wenige Speichen (ca. 20 Radien), und der Abstand zwischen den Fangfäden (Klebefäden) ist recht groß (ca. 10 mm).

Quellen

  • Dahl, F.; Dahl, M.; Wiehle, H. (1931): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise, 23. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea IV: Agelenidae, Araneidae. Gustav Fischer Verlag Jena, 182 S.