Labidostommatidae

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Labidostommatidae Oudemans, 1906
Labidostommatidae zsp2 CS0001 PI4813.JPG
Labidostomma (Cornutella) cornutum Männchen
Systematik
Ordnung: Trombidiformes

syn. Nicoletiellidae G. Canestrini, 1891; syn. Labidostommidae Oudemans, 1906; syn. Labidostomatidae Oudemans, 1906;

Systematik

Die Famile gehört zur Unterordnung Prostigmata, Infraordnung Labidostommatina und bildet alleine die Überfamilie Labidostommatoidea. (Woolley T. A. 1988) (Walter D. E. 2006) (Krantz G. W. & D. E. Walter 2009)

Die Familie enthält weltweit 5 Gattungen und 51 Arten (Zhang Z-Q. 2011).

Merkmale

Labidostommatidae sind ziemlich große, primitive Prostigmata-Milben. Die Hauptmerkmale der Familie sind:

  • Körper stark sklerotisiert
  • Integument verziert
  • Chelizeren groß, zangenförmig mit Zähnchen (chelate-dentate)
  • erstes Beinpaar ziemlich lang
  • mittelgroße bis große Arten (Woolley T. A. 1988)

Das ganze Dorsum ist von einem verzierten Sklerit bedeckt. Coxale Felder I-IV sind expandiert und angrenzend. Zwei Paar prodorsale Trichobothrien sind vorhanden. Chaetotaxis des Hysteronotum ist normal. Palpen sind linear und viergliedrig. Basen der Chelizeren sind getrennt, Finger der Chelizeren sind vergrößert und chelate-dentate. Es gibt eine stigmatale Öffnung zwischen den Basen der Chelizeren. Erstes Beinpaar ist taktil, andere dienen der Fortbewegung. Femora sind sub-getrennt. (Krantz G. W. & D. E. Walter 2009)

Geschlechtsdimorphismus: bei Weibchen liegen die genitalen und analen Öffnungen nebeneinander, sie sind von einem einzigen Ring umgeben. Die genitalen und analen Öffnungen des Männchens sind getrennt. (Krantz G. W. & D. E. Walter 2009)

Biologie

Labidostommatidae sind mittelgroße bis große räuberische Milben, die ihre Beute in Erde, Flechte, Moos und Laub jagen. Sie benutzen ihre großen, nach vorne stehenden Chelizeren, um andere Milben und kleine Gliederfüßer zu erbeuten. (Woolley T. A. 1988)

Larven sind inaktiv, ernähren sich nicht. Drei Nymphenstadien sind vorhanden. Sexueller Dimorphismus liegt in der genitoanalen Region vor. Bei Männchen liegen die genitalen und analen Öffnungen auf einem einzelnen Feld. Zwei Paare von genitalen Papillen sind vorhanden, eugenitale Setae fehlen. Fertilisation erfolgt indirekt durch Spermatophoren. (Parker S. P. 1982)

Die Entwicklung der Vertreter der Familie dauert etwa ein Jahr oder noch länger. (Krantz G. W. & D. E. Walter 2009)

Gattungen und Verbreitung

In Europa kommen nach Datenlage dieses Wikis 3 Gattungen der Familie Labidostommatidae vor: (Woolley T. A. 1988) (Stoch F. 2003) (Vistorin H. E. 1978)

Name DE NL BE CH AT CZ SK PL DK NO SE FI HU SI GB IE IT IT82 FR FRH ES PT
Akrostomma ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?   ? ? ?     × ? × ?
Eunicolina ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?   ? ? ? ×   ? ? ? ?
Labidostomma ? ? ? × × ? ? × ? ? ? ? × × ? ? × × ? × × ?
Name AL BA BG BY EE HR LT LV MD ME MK RO RS RU UA GR TR
Akrostomma ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?
Eunicolina ? ? ? ? ? × ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?
Labidostomma ? ? ? ? ? × ? ? ? ? ? × ? ? ? ? ?

Gattungsschlüssel

1 Kutikula dicht und stark sklerotisiert, Netzstruktur mit dicken Wanden, Chelizeren robust. Augen sind reduziert oder fehlen. Körperform spindelähnlich. → Akrostomma
- Netzstruktur mit dünnen Wanden, Augen meist vorhanden. → 2
2 Mehrere drüsenähnliche Organe befinden sich auf dem Körper, alle sind einporig. Eine villose Furche posterior zu Coxen IV vorhanden. → Eunicolina
- Nicht wie oben, falls mehrere drüsenähnliche Organe vorhanden, dann unauffällig und nur auf dem mediolateralen Teil des Dorsalschildes. → Labidostomma
(Thor S. 1931) (Pfliegler W. & M. Bertrand 2011)

Literatur

Quellen