Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas

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Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas
von Heiko Bellmann
Bellmann 2.Auflage 8-04432.jpg
Titelbild der 2. Auflage
Weitere Informationen
Verlag: Franckh Kosmos Verlag-GmbH & Co., Stuttgart
Auflage: 3. Auflage von 2006
Seiten: 304
ISBN 3-440-07025-5
Format: ca. 28,5 cm × 22,5 cm, gebunden

Der Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas ist ein umfangreiches Fotobestimmungsbuch für Einsteiger und Ambitionierte.

2010 erschien vom gleichen Autoren Der Kosmos Spinnenführer mit ähnlichem Artenumfang aber kleinerem Format.

Daten

Das Buch wurde 1997 zum ersten mal aufgelegt. Seit dem sind zwei weitere Auflagen erschienen.

  • 22 × 28,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag.
  • Sprache: Deutsch.

Bibliographische Daten der Deutschen Nationalbliothek zur ersten Auflage und zur dritten Auflage.

Beschreibung

Nach einem Vorwort des Autors folgen einige allgemeine Informationen zu den vorgestellten Tiergruppen (Spinnentiere, Krebse und Tausendfüßer).

Den größten Teil der Bestimmungsseiten nehmen die Spinnen (Aranaea) ein. Die doppelseitige Tabelle am Anfang dieses Teils gibt einen Überblick über die vorgestellten Spinnenfamilien und soll eine grobe Zuordnung ermöglichen. Darauf folgen einige einführende Texte zu Körperbau und Biologie der Spinnen.

Auf den Bestimmungsseiten werden jeweils ein bis mehrere Arten in Text, Foto und Detailgrafiken vorgestellt. Zu den Familien und einigen Gattungen gibt es jeweils kurze Einleitungstexte, die auf charakteristische Besonderheiten eingehen.

Diesem Prinzip folgen auch die im Anschluss weniger ausführlich dargestellten Spinnentiergruppen, Krebse und Tausendfüßer.

Kritik

Der „Große Bellmann“ überzeugt mit seinen größtenteils hervorragenden Farbfotografien und guten, ausführlichen Texten. Die Anzahl und das Spektrum der bestimmten Arten ist in der Sparte Bildbestimmungsbuch unübertroffen. Die Gestaltung ist durchdacht und übersichtlich.

Handhabung

In der Praxis funktioniert das Werk als rein optisches Bestimmungsbuch für zu Hause. Man blättert die Bestimmungsseiten durch und sucht nach Ähnlichkeiten mit dem zu bestimmenden Tier. Hierbei fällt allerdings die Zuordnung der auf der rechten Seite angeordneten Abbildungen zu den Texten auf der linken Seite über die kleinen Seitensymbole manchmal schwer.

Umfang und Arteninventar

Der Titel verspricht mehr, als das Buch hält. Im Großen und Ganzen werden die Spinnen (Araneae) Mitteleuropas detailliert bestimmt und um einige südeuropäische Arten ergänzt. Auch die auf den hinteren Seiten vorgestellten restlichen Spinnentiere, Krebse und Tausendfüßer sind nicht in der gleichen Tiefe beleuchtet.

Der begrenzte Umfang eines Buches musste zu einer Einschränkung der Bildzahl pro Art führen. Viele Arten sind nur mit einem Bild (selten kein Bild) vertreten. In einigen Fällen scheint die Auswahl des Bildmaterials eher von den ästhetischen Vorstellungen des Autors geleitet worden zu sein, als von der Bestimmungsrelevanz. Viele Springspinnen sind z. B. nur mit ihrem Porträt abgebildet, obwohl die Zeichnung der Dorsalseite mehr Aufschluss über das Erscheinungsbild der Art gegeben hätte.

In der Natur eines Bildbestimmungsbuches liegt wohl auch die Ursache dafür, dass einige Familien in der Reihe ihrer vorgestellten Arten größere Lücken aufweisen. So stellen die Linyphiidae, welche im behandelten Gebiet (Europa) bei weitem die größte Gruppe bilden, nur einen kleinen Teil der vorgestellten Arten. Auch die Gattung Pardosa und viele Gnaphosidae sind unterrepräsentiert. Hier wurde augenscheinlich zugunsten großer, farbiger Spinnen auf habituell schwer zu bestimmende Arten verzichtet, was in Anbetracht der Zielgruppe eine nachvollziehbare Entscheidung ist.

Aktualität

Seit seinem ersten Erscheinen hat sich in der Taxonomie der Spinnen viel verändert. Arten wurden umbenannt, Gattungen verschoben und Familien aufgesplittet. Die hierdurch notwendig gewordenen Aktualisierungen wurden in der 2. und 3. Auflage nicht berücksichtigt, wodurch heute viele Namen und Zuordnungen unrichtig sind. Das erschwert vor allem für Einsteiger den Gebrauch des Buches, z. B. bei der Suche nach weiteren Informationen zu einer bestimmten Art im Internet.

Um dem Abhilfe zu schaffen, stellt das Wiki des Forum mitteleuropäischer Spinnen ein Korrekturblatt (am Ende dieser Seite) zur Verfügung, auf welchem die bekannten Änderungen und Fehler benannt werden.

Fazit

Trotz der genannten Kritikpunkte ist das Buch eines der besten Bildbestimmungsbücher im deutschsprachigen Raum. Es soll hiermit jedem empfohlen werden, der beginnt, sich mit dem Thema Spinnen näher zu beschäftigen. Dem Fortgeschrittenen, mit einiger Erfahrung und gutem Grundwissen, bleibt das Buch ein wertvolles Nachschlagewerk, und der Profi wird es als willkommenes Mittel zur Veranschaulichung der Schönheit und Vielgestaltigkeit der einheimischen Spinnenfauna schätzen.

Inhalt

Vorwort S. 6
Abstammung der Spinnen S. 7
Spinnen wärmerer Länder S. 8
Giftige Spinnentiere S. 9
Lebensräume von Spinnen S. 11
Gefährdung und Schutz der Spinnen S. 14
Literatur S. 15
Übersicht der Spinnenfamilien S. 16
Einführung
Körperbau S. 18
Beutefang und Netztypen S. 20
Netzbau S. 22
Paarung S. 24
Kokonbau S. 26
Brutfürsorge und Brutpflege S. 28
Feinde der Spinnen S. 30
Bestimmungsteil
Atypidae Tapezierspinnen S. 32; Nemesiidae Braune Falltürspinnen S. 34; Ctenizidae Eigentliche Falltürspinnen S. 36; Eresidae Röhrenspinnen S. 38; Dictynidae Kräuselspinnen S. 42; Amaurobiidae Finsterspinnen S. 46; Titanoecidae Kalksteinspinnen S. 48; Uloboridae Kräuselradnetzspinnen S. 50; Filistatidae Lochröhrenspinnen S. 54; Zoropsidae Kräuseljagdspinnen S. 54; Oecobiidae Scheibennetzspinnen S. 54; Urocteidae Zeltdachspinnen S. 54; Oonopidae Zwergsechsaugenspinnen S. 56; Dysderidae Sechsaugenspinnen S. 56; Segestriidae Fischernetzspinnen S. 58; Scytodidae Speispinnen S. 60; Loxoscelidae Braune Spinnen S. 60; Palpimanidae Tasterfußspinnen S. 60; Pholcidae Zitterspinnen S. 62; Zodariidae Ameisenjäger S. 64; Nesticidae Höhlenspinnen S. 64; Theridiidae Kugelspinnen S. 66; Linyphiidae Baldachinspinnen S. 80; Tetragnathidae Streckerspinnen S. 92; Metidae Herbstspinnen S. 98; Araneidae Radnetzspinnen S. 102; Mimetidae Spinnenfresser S. 126; Theridiosomatidae Zwergkreuzspinnen S. 128; Hahniidae Bodenspinnen S. 128; Agelenidae Trichterspinnen S. 130; Argyronetidae Wasserspinnen S. 138; Pisauridae Raubspinnen S. 140; Lycosidae Wolfspinnen S. 144; Oxyopidae Luchsspinnen S. 166; Gnaphosidae Plattbauchspinnen S. 168; Liocranidae Feldspinnen S. 172; Zoridae Wanderspinnen S. 172; Clubionidae Sackspinnen S. 174; Anyphaenidae Zartspinnen S. 180; Heteropodidae Riesenkrabbenspinnen S. 180; Hersiliidae S. 182; Philodromidae Laufspinnen S. 182; Thomisidae Krabbenspinnen S. 188; Salticidae Springspinnen S. 200;
Die übrigen Spinnentiere S. 240;
Scorpiones Skorpione S. 242; Pseudoscorpiones Pseudoskorpione S. 244; Opiliones Weberknechte S. 246; Solifugae Walzenspinnen S. 254; Acari Milben S. 256; Pantopoda Asselspinnen S. 260;
Einführung Crustacea Krebse S. 262;
Anostraca Kiemenfußkrebse S. 264; Notostraca Rückenschaler S. 264; Kleinkrebse S. 266; Amphipoda Flohkrebse S. 268; Decapoda Zehnfüßige Krebse S. 268; Isopoda Asseln S. 272;
Einführung Myriapoda Tausendfüßer S. 276;
Chilopoda Hundertfüßer S. 278; Diplopoda Doppelfüßer S. 282; Pauropoda Wenigfüßer S. 294; Symphyla Zwergfüßer S. 294;
Glossar S. 296;
Register S. 266;
Bildnachweis S. 304;

Bezugsquellen

Die 3. Auflage ist nur noch vereinzelt im Handel erhältlich, sonst nur noch antiquarisch.

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