Steatoda oder Latrodectus
Immer wieder werden v.a. größer werdende Arten der Gattung Steatoda irrtümlicherweise für Vetreter der Witwen (Latrodectus) gehalten. Nachfolgend sollen einige nongenitale Merkmale und Hinweise zur Verbreitung beider Gattungen genannt werden, die eine Differenzierung erleichtern.
Verbreitung
Die Gattung Latrodectus ist auf dem europäischen Festland ursprünglich mit zwei Arten vertreten. L. tredecimguttatus ist auschließlich in mediterranen Gebieten und in warmen Bereichen Rumäniens zu finden. L. lilianae kommt nur in einigen wenigen Gebieten Spaniens vor.
Die meisten in Mitteleuropa gefundenen und für Witwen gehaltenen Spinnen gehören zu Steatoda grossa, eine relativ großwerdende, eingeschleppte Art, die in Gewächshäusern und Gebäuden lebt.
Befindet man sich im Mittelmeerraum und trifft auf eine Spinne, bei der der Verdacht aufkommt, es handelt sich um eine schwarze Witwe, handelt es sich nicht selten um Steatoda paykulliana. Diese kommt in den gleichen Lebensräumen vor und ist sehr weit verbreitet.
Morphologische Differenzierung
Gesamterscheinung
Arten der Gattung Steatoda erscheinen bei genauer Betrachtung etwas plumper und weniger elegant als Vertreter von Latrodectus. Dies gilt besonders für S. paykulliana, deren Beine im Verhältnis auch wesentlich kräftiger wirken.
Prosoma
Die Cheliceren sind bei Steatoda spec. bezahnt, bei Latrodectus spec. hingegen glatt (Levi 1967). Die Morphologien der Augenregionen beider Gattungen unterscheiden sich ebenfalls (siehe Foto).
Opisthosoma
Latrodectus tredecimguttatus ist in weiter östlichen Teilen ihres Verbreitungsgebiet oftmals weitgehend schwarz (Gertsch 1979), trägt aber in weiten Gebieten des Mittelmeerraums eine Zeichnung aus auffälligen, leuchtend roten Flecken. Diese können auch miteinander verschmelzen oder etwas reduziert sein. Eine derartig auffällige Zeichnung ist bei Steatoda sp. nicht vorhanden.
Das Opisthosoma von S. paykulliana ist recht variabel gezeichnet und kann farbige Elemente (z.B. einen roten halbmondfömigen Strich am vorderen Rand des Opisthosomas) aufweisen, die entfernt an eine reduzierte Zeichnung von L. tredecimguttatus erinnern können. Im Zweifelsfall müssen die genannten Merkmale des Prosomas betrachtet werden.
Mitunter kann die Fleckenzeichnung der Jungtiere von L. tredecimguttatus beinahe weiß erscheinen. Dadurch können sie mit einigen Arten der Gattung Steatoda verwechselt werden (z.B. S. albomaculata).
Latrodectus lilianae ist als Jungtier unverkennbar (siehe Artseite), als Adulttier trägt sie Reste ihrer orangenen Jugendzeichnung am vorderen Rand des Opisthosomas.
- Bilder
Außereuropäische Arten
Latrodectus mactans, eine große nordamerikanische Witwenart, ist weitgehend schwarz gefärbt. Unterseits trägt sie eine auffällige rote Zeichnung, die an eine Sanduhr erinnert. Diese Art kommt in Europa nicht vor, trat aber schon eingeschleppt in Erscheinung.
Latrodectus hasselti, eine australische Witwenart, wurde schon in belgischen Gewächshäusern gefunden und nach Japan und Neuseeland mit dem Handel verschleppt. Kennzeichnend ist ein breiter roter Streifen auf dem Opisthosoma. Ebenfalls ist ventral eine rote Sanduhrzeichnung vorhanden.
Latrodectus geometricus, die braune Witwe, ist durch Verschleppung inzwischen ein Kosmopolit. Auch sie trägt die typische Sanduhrzeichnung auf der Ventralseite des Hinterleibs, welche bei ihr oftmals orange ist. Schwarze Formen sind nur schwer von anderen Witwenarten zu unterscheiden.
Quellen
- Gertsch WJ (1979): American Spiders (Second Edition). Van Nostrand Reinhold Company.
- Levi HW (1967): Cosmopolitan and pantropical species of Theridiid spiders (Araneae: Theridiidae). Pacific Insects 9:2, S. 175–186.