Arboricaria: Unterschied zwischen den Versionen
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</ref> die neue Gattung ''Arboricaria'' auf, deren Arten an Baumrinde leben, und verschoben neben der Typusart ''{{PAGENAME}} cyrnea'' vier weitere ''{{PAGENAME}}''-Arten in diese Gattung. | |||
<!--==Aussehen und Körperbau== | |||
''{{PAGENAME}}''-Arten sind in der Regel 2 bis 5 mm lang. Die größten mitteleuropäischen Arten messen im weiblichen Geschlecht bis 8 mm. | |||
Die Arten der Gattung ''{{PAGENAME}}'' imitieren in ihrem Äußeren und Bewegungsverhalten Ameisen. Sie sind dunkelbraun bis schwarz und haben einen schlanken Körperbau. Der Körper und teilweise auch die Beine sind mit farbig schillernden Schuppenhaaren besetzt. | |||
Die Beine sind im Vergleich zu anderen Gnaphosiden lang und dünn. Sie sind im Gegensatz zum übrigen Körper oft hell gefärbt. Bei manchen Arten sind sie dunkler und besitzen weiße Längsstreifen. | |||
==Lebensraum== | |||
In trockenen, offenen Lebensräumen wie Felshängen und Trockenrasen, auf Steinen. Vor allem an von Ameisen besiedelten Orten. | |||
==Lebensweise== | |||
''{{PAGENAME}}''-Arten sind tagaktiv. Bei sonnigem Wetter laufen sie flink über Steine und den Boden. Dabei halten sie alle paar Zentimeter inne und heben kurz das Opisthosoma, wie es auch bei anderen ameisennachahmenden Spinnengattungen (z. B. ''[[Phrurolithus]]'') zu beobachten ist. | |||
===Grund für ameisenähnliche Gestalt und Bewegungsverhalten=== | |||
Für das ameisenähnliche Aussehen der ''{{PAGENAME}}''-Arten (wie auch anderer ameisenähnlicher Spinnen) kann es mehrere Gründe geben. | |||
*Tarnung als Ameise (schützende Nachahmung): Ameisen werden von den meisten Prädatoren (Wirbeltiere und Nichtwirbeltiere) nicht als lohnende Beute angesehen, weil sie schlecht genießbar und wenig nahrhaft sind. | |||
*Tarnung vor den Ameisen selbst (täuschende Nachahmung): Einige Ameisenarten sehen relativ gut und können schon aus einigen Zentimetern Entfernung Artgenossen von Beutetieren anhand der groben Gestalt und des Bewegungsverhaltens unterscheiden. <ref name='Dietrich&Busch'> | |||
{{Literatur | |||
|titel=Arboricaria sociabilis (KULCZYŃSKI, 1897) (Araneae: Gnaphosidae) neu für Österreich: Ein spezialisierter, myrmekoider Räuber von Liometopum microcephalum (PANZER, 1798) (Hymenoptera: Formicidae)? | |||
|autor=Dietrich Ch.O., Busch T. | |||
|jahr=2004 | |||
|seiten=S. 33–46 | |||
|magazintitel=Wissenschaftliche Mitteilungen des Niederösterreichischen Landesmuseums | |||
|ausgabe=16 | |||
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Von einigen ''{{PAGENAME}}''-Arten ist bekannt, dass sie sich zwar in der Nähe von Ameisen aufhalten, sich aber von kleinen Insekten ernähren. Andere Arten (z. B. ''{{PAGENAME}} sociabilis'') geben aufgrund ihrer starken Bindung an eine bestimmte Ameisenart und ihre sonstigen Lebensumstände Grund zur Annahme, dass sie sich von den Arbeiterinnen ihrer „Modellart“ ernähren, während andere Arten (z. B. ''[[{{PAGENAME}} pulicaria]]'') in der Nähe und sogar in den Nestern verschiedener Ameisenarten gefunden wird, diese aber nicht zu fressen scheinen. <ref name='Dietrich&Busch'/> <ref>{{Lit uniBern}}</ref> | |||
Nach heutigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass pauschale Annahmen über die Lebensweise der ''{{PAGENAME}}''-Arten unzulässig sind. Vielmehr haben sich wahrscheinlich innerhalb der Gattung verschiedene Konzepte entwickelt, von einfacher, schützender über Mischformen bis hin zu täuschender Nachahmung, von geringer zu hoher Spezialisierung auf eine Wirtsart. <ref name='Dietrich&Busch'/> | |||
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==Arten und Verbreitung== | |||
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==Quellen== | |||
===Quellen der Nachweise=== | |||
<checklistenrefs gattung='{{PAGENAME}}'/> | |||
===Weitere Quellen=== | |||
<references/> | |||
Version vom 25. Februar 2016, 19:40 Uhr
| Arboricaria Bosmans, 2000 |
|---|
| Systematik |
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) |
| Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen) |
| Weitere Informationen |
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:04307 |
Typusart: Arboricaria cyrnea (Brignoli, 1983)
Taxonomie
Bosmans & Blick stellten 2000 (Bosmans R. & T. Blick 2000) die neue Gattung Arboricaria auf, deren Arten an Baumrinde leben, und verschoben neben der Typusart Arboricaria cyrnea vier weitere Arboricaria-Arten in diese Gattung.
Arten und Verbreitung
In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis keine Arten der Gattung Arboricaria vor.[A]
Quellen
Quellen der Nachweise
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.
Weitere Quellen
- Bosmans R. & T. Blick (2000): Contribution to the knowledge of the genus Micaria in the West-palearctic region, with description of the new genus Arboricaria and three new species (Araneae Gnaphosidae). Mem. Soc. entomol. ital. 78, S. 443–476.