Porrhomma convexum

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Porrhomma convexum (Westring, 1851)
Großes Kleinauge
Porrhomma convexum do GHMorka.jpg
Weibchen (Norwegen)
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Baldachinspinnen)
Gattung: Porrhomma (Kleinaugen)
Reifezeit (Bellmann 2010)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012405
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien LC
[CZ] Oberschlesien NT
[D] Deutschlandmh=?=*
[D] Berlin???=D
[D] Brandenburg *
[D] Mecklenburg-Vorp.ss== *
[D] Niedersachsen G
[D] Niedersachsen (H) G
[D] Niedersachsen (T) G
[D] Nordrhein-Westfalenh<(↓)=*
[D] Schleswig-Holsteinmh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala NT
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien NT
[PL] Tschenstochau NT
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Porrhomma ocella
  • Porrhomma sodonta

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 2,25 bis 3,2 mm, Männchen 2,2 bis 3,2 mm (Roberts 1993). Porrhomma convexum ist die größte der in Deutschland beheimateten Porrhomma-Arten (Wiehle 1956).

Färbung: Cephalothorax und Chelizeren gebräunt, Augen breit schwarz umrandet, Sternum und Beine gelblich-braun, Abdomen weißlich, bei stärker pigmentierten Exemplaren grau überlaufen, dann die Seiten hell genetzt, mitunter auch 5—7 helle Winkelflecke oberhalb der Spinnwarzen angedeutet (Thaler 1968).

Prosoma gelbbraun bis dunkelbraun, Kopfregion und Seiten meist dunkler, der mittlere Teil heller, drei, kräftig, von der Farbe der dunkleren Teile des Prosomas (Wiehle 1956). Längenklasse 1,0–1,2 mm, unauffällig. Augen: HAR gerade, VMA deutlich kleiner als Seitenaugen. HMA von den HSA um etwa 1,3—1,7 Durchmesser entfernt (Thaler 1968). Chelizeren Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied, Gnathocoxen unauffällig, Sternum glatt, nach hinten verlängert, Beine Länge des Femurs Ⅰ kleiner als die des Prosomas, Femur Ⅰ mit einer dorsalen Borste, eine prolaterale Borste auf Femur Ⅰ, eine prolateral Borsten auf Tibia Ⅰ, Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,40–0,49 mm, Metatarsus Ⅳ dorsal ohne Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ ohne dorsale Borsten, Tibia Ⅳ mit 2 dorsalen Borsten, Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ (Wiehleformel): 2-2-2-2, Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. (Stäubli 2013) Tm Ⅰ: 0,40, gelegentlich ein zusätz­licher dorsaler Stachel auf Femur 1 (Wiehle 1956). Opisthosoma einfarbig, unauffällig (Stäubli 2013).

Weibchen

Augen Abstand der HMA größer als ihr Durchmesser, Pedipalpen Kralle nicht/undeutlich vorhanden, Epigyne mit Atrium/Grube, vorgewölbt, Vulvenstrukturen (z. Bsp. Rezeptacula) deutlich durchscheinend (Stäubli 2013), gelbbraun. Vulva: Der Vorraum führt erst zur Seite, biegt nach der Mitte und nach vorn zu um, um dann in einem rechten Winkel zum drüsigen Teil des Einführungsganges zu führen. Dieser mündet in den zur Mitte hin liegenden Abschnitt des primären Receptaculums. (Wiehle 1956)

Männchen

Kopfregion unauffällig, Pedipalpen Femur und Patella unauffällig, Tibia einer oder mehreren Borsten, Cymbium Rand unregelmäßig, mit Einbuchtungen/Ausbuchtungen, Paracymbium komplex, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica (Stäubli 2013).

Ähnliche Arten

Augen deutlich kleiner als bei P. pygmaeum, aber wohl ausgebildet. Beine gelbbraun, das Sternum von gleicher Farbe, deutlich von der dunkleren Farbe der Chelizeren verschieden. Stacheln und Borsten wie bei P. pygmaeum. (Wiehle 1956)

Lebensraum

An Rinnsalen und Bachufern, in Höhlen und Bergwerken bis in die alpine Stufe (Nentwig et al. 2012). In der norddeutschen Tiefebene in Wäldern, in Ufenähe, im Feuchtgrünland und an der Ostsee (Reinke & Irmler 1994).

In Deutschland Typischer Bewohner von Kanalisationsschächten (Jäger 1998). Auf dem Balkan in Höhlen (Deltshev et al. 2014).

Verbreitung

USA, Kanada, Grönland, Europa, Kaukasus, Russland (europäischer Teil und Westsibirien), Kasachstan (World Spider Catalog 2018).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise