Ero

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
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Ero C. L. Koch, 1836
Ero-furcata MuenchenT 10-03 03.jpg
Ero furcata, Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Mimetidae (Spinnenfresser)
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:03318

Typusart: Ero tuberculata (De Geer, 1778)

Beschreibung

Prosoma mittig erhöht und mit einer rundlichen Einsenkung in der Mitte der thorakalen Region. Clypeus ungefähr so breit wie das Augenfeld. HAR sehr leicht rekurv und Augen gleichgroß, vordere Augenreihe von vorne sehr leicht rekurv. Vordere Medianaugen etwas größer als hintere Lateralaugen. Letztere sitzen auf Erhöhungen. Sternum trennt Coxae IV. Chelizeren mit Stridulationsrillen auf dem äußeren Rand. Chelizeren auf der inneren Reihe unbezahnt, auf der äußeren Reihe mit vier bis fünf Zähnen. (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953)

Das Opisthosoma ist kurz und sehr hoch aufgewölbt. Ero besitzt drei Paar konische Spinnwarzen. Ein Colulus ist ausgeprägt (Ubick D. et al. 2004). Zumindest bei den europäischen Arten sind entweder zwei oder vier Höcker vorhanden.

Die Beinpaare I und II sind länger als die restlichen (Ubick D. et al. 2004). Die Tibien und Metatarsi der Vorderbeine sind leicht gebogen. Auf jedem dieser Glieder steht eine Reihe langer, gebogener Stacheln. Zwischen diesen langen Stacheln befinden sich kürzere, noch stärker gebogene Stacheln (Wiehle H. 1953) (siehe Foto unten). Die Beine sind meist klar geringelt (Roberts M. J. 1995).

Männchen und Weibchen erscheinen habituell weitgehend identisch (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953).

Ähnliche Arten

Die nur im Mittelmeerraum mit einer Art verbreitete Gattung Mimetus kann anhand der Genitalien und u.a. durch die Form des Prosomas und des Clypeus unterschieden werden. Bei Ero ist das Prosoma etwa so lang wie breit, bei Mimetus wesentlich länger als breit. Der Clypeus ist bei letztgenannter Gattung wesentlich schmaler als das Augenfeld. (Le Peru B. 2011)

Lebensweise

Beutefang

Die Arten der Gattung Ero ernähren sich ausschließlich von anderen Spinnen, v. a. von Netzspinnen. Sie bauen kein eigenes Netz (außer einigen Fäden für die Häutung oder Paarung), sondern dringen aktiv in die Netze von z. B. Kugelspinnen ein. Dort täuschen sie durch geschicktes Zupfen ein ins Netz gegangenes Beutetier vor, wodurch die Netzinhaberin angelockt wird. Kommt diese Ero nahe genug, wird sie mit den langen Vorderbeinen umgriffen, kurz gepackt und in eines ihrer Beine gebissen. Das Gift wirkt sofort. Anschließend wird die Beute durch ein kleines Loch in einem Bein ausgesaugt. (Roberts M. J. 1995) Gewöhnlich verstirbt das Beutetier fast im gleichen Augenblick (Wiehle H. 1953).

Fortpflanzung

Ero-Arten bauen einen sehr typischen Kokon. Er ist tropfenförmig und besteht aus einem bräunlichen, transparenten Hüllgespinst, welches mit gekräuselten, drahtartigen Fäden umgeben wird. Er hängt an einem langen, dünnen, aber steifen Faden mit bis zu 1 cm Abstand unter Vorsprüngen, Blättern oder an Rinde. Im Spätsommer kann man die Eikokons gehäuft finden. Der Eikokon von Ero furcata und E. cambridgei ist rundlich, der von E. tuberculata dagegen eher länglich. (Roberts M. J. 1995).

Arten und Verbreitung

In Europa kommen nach Datenlage dieses Wikis 8 Arten der Gattung Ero vor.[A]

NameNOSEFIIEGBDKDENLBELUPLLTLVEEBYCHATCZSKHUSIAD
Foto vorhanden Ero aphana    ××××× ×    ×××××××
Foto vorhanden Ero cambridgei××××××××× ××××××××××  
Foto vorhanden Ero flammeola                      
Foto vorhanden Ero furcata××××××××××××××××××××× 
Kein Foto vorhanden Ero laeta                      
Kein Foto vorhanden Ero quadrituberculata                      
Foto vorhanden Ero septemspinosa                      
Foto vorhanden Ero tuberculata  × ××××× ×  × ×××××× 
NamePTESES-IBFRFRHITIT82IT88ROBGBAHRMDMEMKRSALGRUARUTRKZ
Foto vorhanden Ero aphana×××××××××× × × × ××××?
Foto vorhanden Ero cambridgei   × × × ×    ×  × × ?
Foto vorhanden Ero flammeola××  ×× ×         ×  ×?
Foto vorhanden Ero furcata×× ×××  ×××××× × ××××?
Kein Foto vorhanden Ero laeta ×                   ?
Kein Foto vorhanden Ero quadrituberculata×                    ?
Foto vorhanden Ero septemspinosa  ×                  ?
Foto vorhanden Ero tuberculata×××××××××× × × ××××× ?
Legende/Legend & Features
? Checkliste nicht verfügbar No checklist available
× Artvorkommen bekannt.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species documented.
Link shows literature reference.
  Checkliste enthält Art nicht Checklist consulted, but species not found

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Arten außerhalb Europas

Determination

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1 Opisthosoma vorne mit zwei flachen Höckern. → 2
Opisthosoma mit vier flachen Höckern. → 3
2 Ero cambridgei ist von E. furcata durch die Prosomazeichnung unterscheidbar.
3 Das Opisthosoma in der Seitenansicht hinter den vorderen Höckern wenig konvex. Im Ganzen ebenso lang wie hoch (Höcker mit gerechnet). Die von den Seitenaugen nach hinten ziehenden dunkel pigmentierten Flecken biegen nach der Mitte nahezu um. Sternum unregelmäßig gefleckt. → Ero tuberculata
Das Opisthosoma in der Seitenansicht auch hinter den vorderen Höckern stark konvex und insgesamt länger als hoch. Die von den Seitenaugen nach hinten ziehenden dunkel pigmentierten Flecken biegen hinten stark nach innen um. Sternum typisch gefleckt. → Ero aphana

Quellen

  • Le Peru B. (2011): The Spiders of Europe, a synthesis of data: Atypidae to Theridiidae. Mémoires de la Sociétés linnéenne de Lyon no. 2. 1 Auflage. ISBN 978-2-9531930-3-9, 523 S.
  • Locket G. H. & A. F. Millidge (1953): British Spiders Vol. II. Ray Society, 449 S.
  • Roberts M. J. (1995): Collins Field Guide. Spiders of Britain & Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
  • Ubick D., P. Paquin, P. E. Cushing & V. Roth [eds] (2004): Spiders of North America: an identification manual. American Arachnol. Society. ISBN 0-9771439-0-2, 377 S.
  • Wiehle H. (1953): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile, 42. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) IX: Orthognatha - Cribellatae - Haplogynae Entelegynae. VEB Gustav Fischer Verlag, 150 S.

Quellen der Nachweise