Eratigena saeva

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Eratigena saeva (Blackwall, 1844)
Westliche Winkelspinne
T. saeva Frits.jpg
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Agelenidae (Trichternetzspinnen)
Gattung: Eratigena (Winkelspinnen)
Reifezeit (Nentwig et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:021285
Gefährdung nach Roter Liste
Rote Liste-Daten liegen uns für dieses Taxon nicht vor.
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Tegenaria saeva

Beschreibung

Körperlänge: Weibchen werden 15 bis 16 mm lang, Männchen 10 bis 14 mm (Nentwig et al. 2012).

Prosoma und Opisthosoma gefärbt und gezeichnet wie bei Eratigena atrica.

Pedipalpus mit einem schmalen, zur Tibia hin gebogenen Konduktor.

Epigyne anterior mit zwei dunkel sklerotisierten Gruben. Spermatheken der Vulva konvergieren nach außen.

Ähnliche Arten

Von Eratigena atrica sowie wahrscheinlich von weiteren v. a. im Mittelmeerraum lebenden Arten nur genital zu unterscheiden. In Großbritannien existieren Hybridisationszonen mit Eratigena atrica (Details siehe unten). Die Genitalien dieser Tiere sind Übergangsformen zwischen beiden Arten.

Taxonomie

Aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit mit anderen großen Tegenaria-Arten wurde Eratigena saeva von verschiedenen Autoren falsch identifiziert (World Spider Catalog 2018) oder fälschlicherweise mit Eratigena atrica synonymisiert (Roth 1968). Erst in jüngerer Zeit wurde endgültig geklärt, dass es sich bei T. saeva um eine valide Art handelt (Locket 1975).

Lebensraum

Ähnlich wie Eratigena atrica vor allem in und an menschlichen Behausungen (synanthrop). Jedoch auch in natürlicherer Umgebung (Oxford 2009).

Verbreitung

Eratigena saeva ist im westlichen Europa zu finden, wurde bisher jedoch noch nicht in Spanien nachgewiesen. Ein isolierter Nachweis stammt aus Finnland.

In Großbritannien waren große Tegenaria-Arten seit Beginn der Aufzeichnungen bis in die 1950er Jahre im Norden sehr selten (im Süden jedoch regelmäßig nachgewiesen). Im folgenden Jahrzehnt begannen sich diese Art jedoch massiv nach Norden hin auszubreiten und sind dort heute häufiger zu finden. Die Gründe für diese plötzliche Expansion sind schwer festzustellen. So könnten vermehrte Verschleppungen von Tieren durch erhöhte Mobilität, erhöhte menschliche Populationsdichten, stärkere Nutzung von Heizungen und der Klimawandel Faktoren darstellen, die die Ausbreitung der Arten begünstigen. (Oxford 2009)

Diese Erweiterung der Verbreitungsgrenzen hat in Großbritannien zum Entstehen von Hybridisationszonen im Süden und Norden zwischen Eratigena saeva und Eratigena atrica geführt. Erstere Art ist ursprünglich in westlichen Bereichen der Insel zu finden, letzte in östlichen. (Oxford 2009)

Lebensweise

siehe Agelenidae.

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise