Diplostyla concolor

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Diplostyla concolor (Wider, 1834)
Diplostyla-concolor DreiGleichen-5131 11-04 02.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Baldachinspinnen)
Gattung: Diplostyla
Reifezeit (Nentwig W. et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:010092
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinsh===*
[D] Brandenburg *
[D] MVh>= *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] NRWsh===*
[D] SHsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
Synonyme
  • Linyphia concolor
  • Stylophora concolor

Einzige Art der Gattung weltweit (World Spider Catalog Association 2016).

Merkmale

Körperlänge: Männchen und Weibchen erreichen 2,5 bis 3,0 mm (Nentwig W. et al. 2012).

Prosoma braun, fein genarbt, mit schwärzlichem Rand und ebensolchen Radiärstreifen. Clypeus etwas länger als die Augenregion, schwach kon­kav. Sternum braun, aber schwarz übertönt; Unterlippe und Gnathocoxen von gleicher Farbe. Chelizeren braun, mehr oder weniger schwärzlich verdunkelt, länger als der Clypeus, robust. Beine schlank, gelbbraun. Femora meist deutlich dunkler. Borsten kürzer als der Durchmesser des Gliedes. Femur Ⅰ–Ⅳ mit je einem dorsalen Stachel, Ⅰ dazu mit 2 prolateralen. Tibia Ⅰ regelmäßig in der distalen Hälfte mit seitlichen Borsten. Vom gleichen Fundort ein Männchen mit seitlichen Tibiastacheln auf II, ein anderes ohne solche. (Wiehle H. 1956) Wiehleformel: 2-2-2-2 (Roberts M. J. 1993). Opisthosoma grau bis schwarz, einfarbig, in selteneren Fällen auf der Oberseite 3 helle Fleckenpaare und 3 Querstreifen. (Wiehle H. 1956)

Weibchen

Diplosyla concolor f 2014-03-09 Beidendorf Kopf.jpg Augen: Die hintere Augenreihe ist leicht prokurv, die vordere gerade.

Chelizeren: Oberer Furchenrand mit 4 Zähnen, die beiden mittleren am längsten, unterer Rand mit 5 Höckerzähnchen. Pedipalpus: die beiden letzten Glieder verdunkelt. Epigyne: Scapus lang, gleichmäßig breit. Parmula häufig übersehen. (Wiehle H. 1956)

Männchen

Chelizeren am Ende mehr auseinanderweichend, oberer Furchenrand mit 4 Zähnen, der 2. und 4. am längsten (distalwärts gezählt), dem 3. Zahn gegenüber ein gleichlanger des unteren Randes. Pedipalpus: Tibia am Ende stark erweitert, mit 2 starken und langen Borsten, auf der Innenseite mit einer größeren Zahl halblanger Borsten. Ausbuchtung des Cymbiums. Bulbus: Embolus sehr lang, am Ende mit einer Querschleife wie bei der Gracilis-Gruppe, aber nicht stark chitinisiert. (Wiehle H. 1956)

Lebensraum

In feuchten Lebensräumen (feuchte Wälder, Gärten und Ufer) (Nentwig W. et al. 2012). Häufige Art auf feuchten Ruderalflächen und in Wäldern, besonders in feuchten bis nassen Erlen- und Eschenwäldern und im Birkenbruch. In trockenen und sandigen Wäldern nur vereinzelt. In der Stadt auf feuchten Ruderalflächen, sowie Nutzgärten und Grünflächen. Äcker, Weiden, Köge (Sturmdeiche) der Nordseeküste. In Heiden, Dünen und Halbtrockenrasen an feuchten Stellen. Auf alpinen Mähwiesen und Trockenweiden (Rief A & Ballini S 2017).

Nur vereinzelt in Hochmooren und Salzwiesen. Hemiskotophil, hemihygrophil. (Reinke H. D. & U. Irmler 1994) Kommt auf Salzwiesen der Nordsee vor (Irmler U & Heydemann B 1986)

Lebensweise

Reife Männchen halten sich im Netz der noch subadulten Weibchen auf. Das ist auch von anderen Linyphiiden bekannt. Die Männchen kopulieren bereits mit dem frisch reifgehäuteten Weibchen. (Wiehle H. 1956)

Verbreitung

Diplostyla concolor ist holarktisch verbreitet (World Spider Catalog Association 2016).

In Deutschland weit verbreitet (Arachnologische Gesellschaft 2017).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Arachnologische Gesellschaft (2017): Atlas der Spinnentiere Europas.
  • Irmler U & Heydemann B (1986): Die ökologische Problematik der Beweidung von Salzwiesen an der Niederländischen Küste – am Beispiel der Leybucht. Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen – Beiheft Heft 15, S. 1–115.
  • Nentwig W., T. Blick, D. Gloor, A. Hänggi & C. Kropf (2012): Araneae, Spinnen Europas (Bestimmungsschlüssel). Universität Bern.
  • Reinke H. D. & U. Irmler (1994): Die Spinnenfauna (Araneae) Schleswig-Holsteins am Boden und in bodennaher Vegetation. Faun.-Ökol. Mitt. Supplement 17, S. 1–147, ISSN 0430-1285.
  • Rief A & Ballini S (2017): Erhebung der Spinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) in den LTSER-Untersuchungsflächen in Matsch (Südtirol, Italien) im Rahmen der Forschungswoche 2016. Gredleriana Vol. 17, S. 173–183.
  • Roberts M. J. (1993): The Spiders Of Great Britain And Ireland, Volume 2. Linyphiidae and Check List. Harley Books. ISBN 978-0946589463, 204 S.
  • Wiehle H. (1956): Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae). 28. Familie Linyphiidae-Baldachinspinnen. Tierwelt Deutschlands 44, S. 1–337.
  • World Spider Catalog Association [Koord.] (2016): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 16.5, abgerufen am 2016-05-24, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise