Platybunus pinetorum

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Platybunus pinetorum (C. L. Koch, 1839)
Waldgroßauge (Komposch 2009)
Platybunus pinetorum (2).JPG
Weibchen
Systematik
Ordnung: Opiliones (Weberknechte)
Familie: Phalangiidae (Schneider)
Gattung: Platybunus
Reifezeit (Martens 1978)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten VU
[D] Deutschlandh===*
[D] Berlin R

Synonym: Platybunus cirdeii Avram, 1964; Platybunus agilis L. Koch, 1864; Platybunus alpestris C. L. Koch, 1839; Platylophus pinetorum C. L. Koch, 1839

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 7,0 bis 8,1 mm, Männchen 5,1 bis 5,8 mm (Martens 1978).


Laufbeine: Das Laufbein II. der Männchen wird ca. 41 mm lang. Die Beine sind dunkelbraun bzw. rotbraun, die Glieder rund. (Martens 1978)

Aussehen: Weibchen sind sehr kontrastreich, in der Färbung aber auch variabel gezeichnet → siehe Bild. Ein dunkler Sattel wird, besonders im vorderen Bereich, durch eine scharfe silberfarbene Zeichnung deutlich abgegrenzt.[Literaturzitat fehlt]

Bei den sehr dunklen, manchmal tiefschwarzen Männchen ist die Sattelzeichung kaum zu erkennen. (Martens 1978)

Der Augenhügel ist bei beiden Geschlechtern sehr breit (breiter noch als bei Rilaena triangularis → siehe Bild)

Lebensraum

Platybunus pinetorum lebt vorzugsweise in den Laub- und Mischwäldern der Mittelgebirge und der Alpen. Meist im feuchtkühlen, sonnengeschützten Bestandsinnern. Bei hoher Luftfeuchtigkeit auch an Waldrändern.[Literaturzitat fehlt]

Erwachsene und subadulte Tiere findet man meist auf Baumstämmen, auf Sträuchern, in der Krautschicht (Wijnhoven 2009) und auf Felsen (Komposch & Gruber 2004). Juvenile leben am Boden in der Streuschicht. (Martens 1978)

Platybunus pinetorum lebt sowohl im Flachland als auch im Gebirge bis in Höhen von ca. 1930 m. (Komposch & Gruber 2004)

Lebensweise

In einigen Populationen, wie z.B. im Schwarzwald und bei Stuttgart, pflanzt sich Platybunus pinetorum parthenogenetisch fort. In anderen Gegenden, etwa in Salzburg, werden deutlich mehr Männchen als Weibchen gefunden. (Martens 1978)

Reifezeit

In Deutschland findet man adulte Tiere von Mai bis Anfang August, (Martens 1978), in den Niederlanden von Ende März bis Ende Juni (Wijnhoven 2009) und in der Schweiz von Mai bis Mitte September. (Martens 1978)

Juvenile schlüpfen ab Juli/August und überwintern. (Martens 1978)

Verbreitung

Als eine ursprünglich montane Art, die nur in den Alpen, den Karpaten und einigen Mittelgebirgen gefunden wurde, breitet sich Platybunus pinetorum seit einigen Jahren weiter aus, z.B. in die Norddeutsche Tiefebene. Nördlichste Funde stammen aus Schleswig-Holstein.[Literaturzitat fehlt]

1998 wurde die Art erstmals auch in den Niederlanden gefunden. (Wijnhoven 2009)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Komposch C & Gruber J (2004): Die Weberknechte Österreichs (Arachnida, Opiliones). Denisia 12, S. 485–534.
  • Komposch C (2009): Rote Liste der Weberknechte (Opiliones) Österreichs. – In: Zulka P. (Red.): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Grüne Reihe des Lebensministeriums 14/3, S. 397–483.
  • Martens J (1978): Die Tierwelt Deutschlands 64. Teil, Weberknechte, Opiliones. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 464 S.
  • Wijnhoven H (2009): De Nederlandse hooiwagens (Opiliones). Supplement Bij Nederlandse Faunistische Mededelingen, 118 S., ISSN 1875-760X.

Quellen der Nachweise