Ero: Unterschied zwischen den Versionen

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Typusart: ''[[Ero tuberculata]]'' {{Autor| C. L. Koch}} 1836
Typusart: ''[[Ero tuberculata]]'' {{Autor| C. L. Koch}}, 1836


==Beschreibung==
==Beschreibung==

Version vom 29. Oktober 2012, 14:52 Uhr

Ero C. L. Koch, 1836
Buckelspinnenfresser
Ero-furcata MuenchenT 10-03 03.jpg
Ero furcata, Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Mimetidae (Spinnenfresser)
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:03318

Typusart: Ero tuberculata C. L. Koch, 1836

Beschreibung

Prosoma mittig erhöht und mit einer rundlichen Einsenkung in der Mitte der thorakalen Region. Clypeus ungefähr so breit wie das Augenfeld. Hintere Augenreihe sehr leicht rekurv und Augen gleichgroß, vordere Augenreihe von vorne sehr leicht rekurv. Vordere Medianaugen etwas größer als hintere Lateralaugen. Letztere sitzen auf Erhöhungen. Sternum trennt Coxae IV. Chelizeren mit Stridulationsreihen auf dem äußeren Rand. Chelizeren auf der inneren Reihe unbezahnt, auf dem äußeren Reihe mit vier bis fünf Zähnen. (Locket & Millidge 1953)

Das Opisthosoma ist kurz und sehr hoch aufgewölbt. Ero besitzt drei Paar konische Spinnwarzen. Ein Colulus ausgeprägt (Ubick et al. 2004). Zumindest bei den europäischen Arten sind entweder zwei oder vier Höcker ausgeprägt.

Die Beinpaare I und II sind länger als die restlichen (Ubick et al. 2004). Die Tibien und Metatarsi der Vorderbeine sind leicht gebogen. Auf jedem dieser Glieder steht eine Reihe langer, gebogener Stacheln. Zwischen diesen langen Stacheln befinden sich kürzere, noch stärker gebogene Stacheln (Wiehle 1953) (siehe Foto unten). Die Beine sind meist klar geringelt (Roberts 1996)

Lebensweise

Beutefang

Die Arten der Gattung Ero ernähren sich ausschließlich von anderen Spinnen, v. a. von Netzspinnen. Sie bauen kein eigenes Netz (außer einigen Fäden für die Häutung oder Paarung), sondern dringen aktiv in die Netze von z. B. Kugelspinnen ein. Dort täuschen sie durch geschicktes Zupfen ein ins Netz gegangenes Beutetier vor, wodurch die Netzinhaberin angelockt wird. Kommt diese Ero nahe genug, wird sie mit den langen Vorderbeinen umgriffen, kurz gepackt und in eines ihrer Beine gebissen. Das Gift wirkt sofort. Anschließend wird die Beute durch ein kleines Loch in einem Bein ausgesaugt. (Roberts 1996).

Fortpflanzung

Ero-Arten bauen einen sehr typischen Kokon. Er ist tropfenförmig und besteht aus einem bräunlichen, transparenten Hüllgespinst, welches mit gekräuselten, drahtartigen Fäden umgeben wird. Er hängt an einem langen, dünnen, aber steifen Faden mit bis zu 1 cm Abstand unter Vorsprüngen, Blättern oder an Rinde. Im Spätsommer kann man die Eikokons gehäuft finden. Der Eikokon von Ero furcata und E. cambridgei ist rundlich, der von E. tuberculata dagegen eher länglich. (Roberts 1996).

Arten und Verbreitung

In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis 9 Arten der Gattung Ero vor.[A]

NameNOSEFIIEGBGB-NIRDKDENLBELUPLLTLVEECHATLICZSKHU
Foto vorhanden Ero aphana    × ××××××   ××××××
Foto vorhanden Ero cambridgei××××××××××××××××× ×××
Foto vorhanden Ero furcata×××××××××××××××××××××
Foto vorhanden Ero tuberculata  × × ×××× ×  ×××××××
NamePTESES-IBADFRFRHITIT82IT88ROBGBASIHRMEMKRSKVALGRGR-M
Foto vorhanden Ero aphana××××××××××× ×× ××  ××
Foto vorhanden Ero cambridgei    × × × ×    ×   ××
Foto vorhanden Ero flammeola××   ×× ×          ××
Foto vorhanden Ero furcata××  ×××  ×××××  ×  × 
Kein Foto vorhanden Ero koreana          ×          
Kein Foto vorhanden Ero laeta××                   
Kein Foto vorhanden Ero quadrituberculata×                    
Foto vorhanden Ero septemspinosa  ×                  
Foto vorhanden Ero tuberculata××× ××××××× ××× × ×××
NameUABYMDRU-KGDRU-RUWRU-RUCRU-RUERU-RUNRU-RUSTR-EURTR-ASICYAMAZGEMADZTNLYEGMT
Foto vorhanden Ero aphana×     × ××××××× ×× ××
Foto vorhanden Ero cambridgei ×  ××××× ×          
Foto vorhanden Ero flammeola×       × ××    ×   ×
Foto vorhanden Ero furcata××××××××× × ××× ×    
Kein Foto vorhanden Ero koreana×       ×     ×      
Foto vorhanden Ero tuberculata×    ××    ×         

Legende/Legend & Features

? Checkliste nicht verfügbar No checklist available
× Art nachgewiesen.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species documented.
Link shows literature reference.
(×) Art nachgewiesen, aber nicht etabliert.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species documented, but not established.
Link shows literature reference.
Art aus der Liste gestrichen.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species removed from list.
Link shows literature reference.
  Checkliste enthält Art nicht Checklist consulted, but species not found
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Determination

Hilfe zur Verwendung des Schlüssels gibt es hier.

1 Opisthosoma vorne mit zwei flachen Höckern. → 2
Opisthosoma mit vier flachen Höckern. → 3
2 Fundort eher feucht. Ist von E. furcata nur genital unterscheidbar. → Ero cambridgei
Fundort eher trocken. Ist von E. cambridgei nur genital unterscheidbar. → Ero furcata


3 Das Opisthosoma in der Seitenansicht hinter den vorderen Höckern wenig konvex. Im Ganzen ebenso lang wie hoch (Höcker mit gerechnet). Die von den Seitenaugen nach hinten ziehenden dunkel pigmentierten Flecken biegen nach der Mitte nahezu um. Sternum unregelmäßig gefleckt. → Ero tuberculata
Das Opisthosoma in der Seitenansicht auch hinter den vorderen Höckern stark konvex und insgesamt länger als hoch. Die von den Seitenaugen nach hinten ziehenden dunkel pigmentierten Flecken biegen hinten stark nach innen um. Sternum typisch gefleckt. → Ero aphana

Quellen


Weitere Quellen

  • Locket GH & Millidge AF (1953): British Spiders Vol. II. Ray Society, 449 S.
  • Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.</ref. Männchen und Weibchen erscheinen generell identisch (Locket & Millidge 1953).

    Ähnliche Arten

    Die Gattung ähnelt Platnickina tincta (Theridiidae). Diese besitzt jedoch keine Höcker und ist genital leicht unterscheidbar.

    Die nur im Mittelmeerraum mit einer Art verbreitete Gattung Mimetus kann neben den Genitalien u.a. durch die Form des Prosomas und des Clypeus unterschieden werden. Bei Ero ist das Prosoma etwa so lang wie breit, bei Mimetus wesentlich länger als breit. Der Clypeus ist bei letztgenannter Gattung wesentlich schmaler als das Augenfeld. <ref name="Le Peru">Le Peru B (2011): The Spiders of Europe, a synthesis of data: Atypidae to Theridiidae. Mémoires de la Sociétés linnéenne de Lyon no. 2. 1 Auflage. ISBN 978-2-9531930-3-9, 523 S.
  • Ubick D, Paquin P, Cushing PE & Roth VD [eds] (2004): Spiders of North America: an identification manual. American Arachnol. Society. ISBN 0-9771439-0-2, 377 S.
  • Wiehle H (1953): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile, 42. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) IX: Orthognatha - Cribellatae - Haplogynae Entelegynae. VEB Gustav Fischer Verlag, 150 S.