Xysticus ferrugineus

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Xysticus ferrugineus Menge, 1876
Rostbraune Krabbenspinne
Xysticus-ferrugineus Schmieden 09-03 02.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Thomisidae (Krabbenspinnen)
Gattung: Xysticus (Echte Krabbenspinnen)
Reifezeit (Nentwig et al. 2020)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:031888
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien EN
[D] Deutschlandss<?=2
[D] Brandenburg 0
[D] Baden-Württemberg G
[D] Bayern 1
[D] Bayern SL 1
[D] Nordrhein-Westfalenes===R
[D] Sachsen-Anhalt 2
[SK] Slowakei R*

Merkmale

Körperlänge: Weibchen 5.3 bis 8 mm (Grabolle 2010), Männchen 3.6 bis 5.8 mm. (Jantscher 2001)

Xysticus ferrugineus zeichnet sich durch ihr fast einheitlich rostrot bis rostbraun gefärbtes Opisthosoma aus, welches ihr sowohl den wissenschaftlichen wie auch den deutschen Namen gab (siehe Infobox).

Prosoma-Grundfarbe hell gelblich, jedoch von dunkelbraunen Seiten und grauem, spitzem Kopfdreieck größtenteils überdeckt. Opisthosoma dorsal und lateral rötlich braun bis dunkel rotbraun; bis auf ein paar hellere Flecken ohne nennenswerte Zeichnung. Grundfarbe der Beine hell gelblich wie Prosoma allerdings auch größtenteils von dunkelgrauer Zeichnung überdeckt. Das 1. und 2. Beinpaar trägt dorsal breite dunkelgraue Streifen, die häufig in die laterale dunkelgraue Zeichnung übergehen. (siehe Bilder)

Die Epigyne besteht aus zwei mandelförmigen und schräggestellten Gruben mit auffällig glatten Rändern sowie einem deutlich breiten medianen Septum (Jantscher 2001).

Ähnliche Arten

Xysticus ferrugineus gehört zur Xysticus cristatus-Gruppe und ähnelt anderen Mitgliedern sowohl genital wie auch habituell (besonders X. kulczynskii). Die Weibchen sind allerdings leicht anhand der glattrandigen und schräggestellten Epigynengruben zu erkennen, die Männchen ahhand der medianen, kräftigeren, distal glatten Tegularapophyse und der spitz-zahnförmigen, prolateralen Tegularapophyse.

Lebensraum

Wärmebegünstigte Offenlandhabitate wie trockene Heiden, Kalktrockenrasen und Berge-/Abraumhalden (Roberts 1998).

In Ostdeutschland vor allem auf Offenlandstandorten auf Muschelkalk und Gips (Sacher 2008).

Gefährdung

Die Art hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet, welches sich auf Europa und Teile der Türkei beschränkt und erreicht in Deutschland, Polen und den Niederlanden die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebiets (siehe Karte). Insbesondere in Mittel- und Westeuropa sind Populationen daher von hohem naturschutzfachlichem Wert, auch, weil ihre Habitate, Trockenrasen und wärmegetönte Offenhänge, durch Nutzungsaufgabe oder landwirtschaftliche Intensivierung immer seltener werden. Durch ihre Färbung, Seltenheit, Habitatansprüche und ihren eindrücklichen Namen eignet sich diese Art auch hervorragend als Flaggschiffspezies für Schutzgebiete.

Verbreitung

Europa, Türkei, China (World Spider Catalog 2020). Die isolierten Nachweise in China sind wahrscheinlich Verwechslungen mit anderen Arten der Artengruppe, da bisher keine Nachweise von Xysticus ferrugineus aus Russland oder angrenzenden Staaten in Zentralasien vorliegen.

In Deutschland ist die Art bisher nur sehr selten nachgewiesen worden und scheinbar auf wärmebegünstigte Lagen beschränkt. Ein größeres zusammenhängendes Vorkommen scheint es an den Kalkhängen entlang der mittleren Saale (Thüringen) zu geben (Arachnologische Gesellschaft 2020). In Sachsen-Anhalt 1996 erstmals nachgewiesen (Sacher 2008).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise