Pelecopsis radicicola

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Pelecopsis radicicola (L. Koch, 1872)
Pelecopsis radicicola w leg MLemke AStaudt.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Pelecopsis
Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012304
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandh===*
[D] Berlins===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württemberg 3
[D] MVs== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] NRWmh<(↓)=V
[D] SHh===*
[GB] Großbritannien RA
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?
[SE] Schweden NT
Synonyme
  • Pelecopsis thoracata

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 1,5 bis 1,7 mm, Männchen 1,3 bis 1,4 mm (Wiehle H. 1967).

Weibchen

Prosoma dunkel gelbbraun, mehr oder weniger schwärzlich angelaufen. Besonders hinten. Mittelfurche und Seitenstriche ganz schwarz. Hinten auffallend erhaben und gewölbt mit strahlenförmig angeordneten Punktreihen. Chelizeren und übrige Mundteile blass. Sternum dunkel braungelb mit schwarzer Außenkante. Etwa so lang wie breit. Beine gelbbraun. Opisthosoma gräulich mit dunkelbraunem Rückenschild (Scutum). Clypheus nicht ganz so hoch wie die Länge des Augenvierecks. Augen: Vordere Augenreihe deutlich prokurv, die Seitenaugen ungefähr doppelt so breit wie die Mittelaugen. HAR stärker prokurv als die vordere. Hintere Seitenaugen etwas kleiner als die Mittelaugen und bedeutend kleiner als die vorderen Seitenaugen. Chelizeren mit 4 Zähnen am vorderen Falzrand, 2 am hinteren. Beine: Metatarsen Ⅰ-Ⅲ mit Trichobothrium nahe des mittleren Gliedes. (Tullgren A. 1955) Wiehleformel: 1-1-1-1 (Stäubli A. 2013). Die Epigyne hat eine helle Mittelpartie von ungefähr gleicher Länge wie Breite. (Tullgren A. 1955)


Pelecopsis radicicola 14.05.2015 Bliestorfer Heide VS Epigyne.jpg Epigyne nach Linyphenschlüssel flach mit Mittelplatte/Mittelsteg und deutlich durchscheinenden Vulvenstrukturen (z. B. Rezeptacula) (Stäubli A. 2013).

Männchen

Wie das Weibchen gefärbt. Punktdellen auf dem Prosoma fehlen oder sind kaum merklich ausgeprägt. Am Kopfbezirk ein heller gefärbter Scheitel­höcker mit den HMA, breiter als lang, durch eine Längsfurche zweiteilig. Von den Seitenaugen nach hinten eine tiefe Aushöhlung. Clypheus konvex. Opisthosoma auf der Oberseite dunkel rotbraun, nahezu ganz von dem Scutum bedeckt. Pedipalpus: Patella zweimal so lang wie breit. Tibia kürzer als die Patella, mit einer gabeligen Apophyse; der längere Innenast spitz ausgezogen, am Ende ganz kurz hakig gekrümmt, der Außenast von der Seite gesehen, stumpf. Paracymbium mondförmig. Embolus des Bulbus breit blattförmig, von einem Konduktor bedeckt. (Wiehle H. 1967)

Pelecopsis radicicola 25.05.2015 Itzehoe m PedipalpusL-lat.jpg Pedipalpen nach Linyphenschlüssel: Femur und Patella unauffällig, Tibia mit mehreren komplexen Apophysen, Paracymbium einfach, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig,ohne Lamella characteristica (Stäubli A. 2013).

Lebensraum

Ökologischer Typ: Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit) (Platen R & B. von Broen 2005). An lichten Orten in Moos; hemiombrophil-hemihygrobiont (Wiehle H. 1967). Feuchteliebend, aber an keinen bestimmten Lebensraum gebunden (Arndt W. et al. 2007). In alpinen Lärchen- und Zirbelwäldern (Rief A & Ballini S 2017).

Verbreitung

Europa (World Spider Catalog Association 2017).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Arndt W., L. Gaedicke, H. Hollens, N. Kloster, P. Krech, T.-M. Wertebach & Y. Wünsch (2007): Ökologie von Webspinnengemeinschaften in Moorgebieten. Studienprojekt, AG Biozönologie – WWU Münster SoSe 2007–WiSe 2007/08, S. 1–65.
  • Platen R & B. von Broen (2005): Gesamtartenliste und Rote Liste der Webspinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) des Landes Berlin. Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege/Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Berlin., 79 S.
  • Rief A & Ballini S (2017): Erhebung der Spinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) in den LTSER-Untersuchungsflächen in Matsch (Südtirol, Italien) im Rahmen der Forschungswoche 2016. Gredleriana Vol. 17, S. 173–183.
  • Stäubli A. (2013): Interaktiver Schlüssel zur Familie Linyphiidae. Universität Bern Version Mai 2013, 1 S.
  • Tullgren A. (1955): Zur Kenntnis schwedischer Erigoniden. Arkiv för Zoologi 2 (7/20), S. 295–389.
  • Wiehle H. (1967): Beiträge zur Kenntnis der deutschen Spinnenfauna V (Arach., Araneae). Senckenbergiana Biologica 48 (1), S. 1–36.
  • World Spider Catalog Association [Koord.] (2017): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 18.5, abgerufen am 2017-10-22, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise