Dolomedes fimbriatus

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Dolomedes fimbriatus (Clerck, 1757)
Gerandete Jagdspinne
Dolomedes fimbriatus W 7-3935.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Pisauridae (Jagdspinnen)
Gattung: Dolomedes (Uferjäger)
Reifezeit (Nentwig et al. 2020)
Monat:123456789101112
_ _ start X X X X X X end _ _
_ _ X _ start X X end _ X _ _
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:019601
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten 3
[CZ] Tschechien VU
[CZ] Karpaten CR
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandmh<<==V
[D] Berlinmh<<↓↓=3
[D] Brandenburg 3
[D] Baden-Württemberg V
[D] Bayern 3
[D] Bayern Av/A 3
[D] Bayern OG 3
[D] Bayern SL 3
[D] Bayern T/S 3
[D] Mecklenburg-Vorp.mh== *
[D] Niedersachsen 3
[D] Niedersachsen (T) 3
[D] Nordrhein-Westfalenh===*
[D] Schleswig-Holsteinmh==-D*
[D] Sachsen 3
[D] Sachsen-Anhalt 3
[HU] Karpaten ?
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Karpaten *
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
[RO] Karpaten *
[SK] Karpaten CR
[UA] Karpaten *
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Dolomedes italicus

Dolomedes fimbriatus ist Europäische Spinne des Jahres 2020 (Hörweg 2020). Die Art ist nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland besonders geschützt (Bundesministerium der Justiz 2005).

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 13–22 mm, Männchen 9–15 mm (Nentwig et al. 2020).

Dolomedes fimbriatus ist die größte einheimische Spinnen Deutschlands.

Jungtiere sind grünlich bis oliv gefärbt, ältere Tiere werden dunkler braun. Die Beine bleiben meist etwas heller als der Körper. An den hellen Beinen der Jungtiere fallen die langen, schwarzen Stacheln ins Auge.

Die meisten Exemplare tragen breite, deutlich erkennbare Seitenstreifen aus weißen Haaren auf dem Prosoma und Opisthosoma. Diese können aber auch undeutlicher sein oder ganz fehlen.

Ähnliche Arten

In Europa ist eine weitere Art der Gattung bekannt. Dolomedes plantarius ist habituell kaum von Dolomedes fimbriatus zu unterscheiden. Auch die Unterschiede im Bau der Geschlechtsorgane sind gering. D. plantarius wird in Deutschland wesentlich seltener gefunden als Dolomedes fimbriatus.

Einige Pirata-Arten (Lycosidae) sehen Dolomedes fimbriatus etwas ähnlich. Vor allem Pirata piraticus und Pirata piscatorius können aufgrund der ähnlichen weißen Längsstreifen leicht mit Dolomedes fimbriatus verwechselt werden. Wolfspinnen besitzen aber eine höher aufgewölbte Kopfregion und eine etwas andere Augenstellung.

Phänologie

Die in der Literatur angegebenen Reifezeiten (Nentwig et al. 2020) sind zu bezweifeln. Es ist davon auszugehen, dass zumindest die Weibchen mehrjährig leben (Hörweg 2020).

Lebensraum

Dolomedes fimbriatus lebt in sumpfigen Erlen- und Birkenwäldern, an lichten, sonnigen Plätzen an Ufern von Tümpeln und Gräben. Dort wird sie an den Blättern von Ufergräsern und -kräutern und auf der Wasseroberfläche gefunden. (Dahl 1908) Besiedelt strukturreiche Feuchtbereiche, bevorzugt mit offenen Wasserflächen von Kleingewässern (Holle et al. 2005).

Lebensweise

Beobachtungen in Gefangenschaft zeigten, dass die Art – trotz ihrer Größe und Robustheit – stark auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen ist. Die Spinnen klettern viel und halten sich meist an vertikalen Strukturen weiter oberhalb der Wasseroberfläche auf.

Beutefang

Dolomedes fimbriatus lauert in der Ufervegetation oder auf der Wasseroberfläche auf Beute. Auch wenn die Spinne weiter oben in der Vegetation sitzt, werden Beutetiere, die auf die Wasseroberfläche fallen optisch erfasst und aktiv verfolgt.

Bei Störung ziehen sich die Spinnen oft unter die Wasseroberfläche zurück und bleiben dort minutenlang – umhüllt von einer silbrigen Luftschicht – regungslos sitzen. Bei großer Gefahr können sie sogar bis auf den Grund hinab tauchen. (Dahl 1908)

Aber auch zum Beutefang taucht Dolomedes fimbriatus aktiv unter, um Jagd auf Wasserinsekten, Kaulquappen oder sogar kleine Fische zu machen.

Paarung und Fortpflanzung

Zur Paarung wird vom Männchen kein „Brautgeschenk“ übergeben, wie bei den verwandten Arten der Gattung Pisaura üblich.

Das Gewebe, welches zur Ablage des Eisackes dient, besteht nur aus wenigen unregelmäßigen Fäden (siehe Foto unten). Die Jungen führen bis Ende Mai des folgenden Jahres ausgedehnte Wanderungen durch und werden erst im Frühjahr des zweiten Jahres geschlechtsreif. (Dahl 1908)

Verbreitung

Paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2017).

In Deutschland weit verbreitet, aber nur verstreut nachgewiesen. (Arachnologische Gesellschaft 2020)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise