Cribellatae

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Systematik

Früher glaubte man, dass alle cribellaten Spinnen (Definition siehe unten) miteinander nahe verwandt sind und eine Schwestergruppe der Ecribellatae (nicht-cribellaten Spinnen) bilden. Heute geht man davon aus, dass sich alle Araneomorphae (Nicht-Vogelspinnenverwandte) ursprünglich aus cribellaten Vorfahren entwickelt haben und die Fähigkeit des Webens von cribellaten Fäden in verschiedenen Gattungen und Familien wieder verloren ging.

Die Cribellatae bilden keine monophyletische Gruppe. Sie verbinden allein einige anatomische Merkmale, die sie befähigen, cribellate Fangwolle zu produzieren.

Morphologie

Die Sternite 13–18 sind gänzlich zurückgebildet. Darum liegen die Spinnwarzen am Ende des Hinterleibs. Die vorderen mittleren Spinnwarzen sind miteinander zu einem niedrigen querliegenden Hügel verwachsen, dessen Gipfel von einer Platte, dem Cribellum, gebildet wird (s. Bild). Das Cribellum trägt zahlreiche dichtstehende Spinnröhrchen und sieht deshalb aus wie ein Sieb. (Kaestner A. 1956)

An den Metatarsi des 4. Beinpaars ist ein Calamistrum ausgebildet, ein dorsal gelegenes, aus ein oder zwei Reihen gebogener Borsten bestehendes Organ, welches zum Abbürsten der cribellaten Fangwolle dient. (Nentwig W. et al. 2012)


Quellen

  • Kaestner A. (1956): Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Teil 1: Wirbellose. Gustav Fischer Verlag, Jena. 3 Auflage, S. 603–616.
  • Nentwig W., T. Blick, D. Gloor, A. Hänggi & C. Kropf (2012): Araneae, Spinnen Europas (Bestimmungsschlüssel). Universität Bern.