Uloborus plumipes: Unterschied zwischen den Versionen
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Typischerweise findet man die Spinne in | Typischerweise findet man die Spinne in Mittel- und Nordeuropa in den Gartenabteilungen von Baumärkten oder in Tropenhäusern <ref name="Roberts">{{Lit Roberts 1998 Spinnengids}}</ref>. An solchen Orten scheint sich die Art inzwischen sicher etabliert zu haben und autarke Populationen zu bilden. | ||
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Das Weibchen baut nach etwa einer Woche einen Kokon mit 36 bis 70 Eiern. Danach können noch weitere folgen. | Das Weibchen baut nach etwa einer Woche einen Kokon mit 36 bis 70 Eiern. Danach können noch weitere folgen. | ||
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''{{PAGENAME}}'' wurde inzwischen aus vielen Gewächshäusern in Mitteleuropa nachgewiesen. Dort kann sie mitunter sehr dichte Populationen von annähernd 10 Tieren pro Quadratmeter bilden. | ''{{PAGENAME}}'' wurde inzwischen aus vielen Gewächshäusern in Mitteleuropa nachgewiesen. Dort kann sie mitunter sehr dichte Populationen von annähernd 10 Tieren pro Quadratmeter bilden. Auffallend ist, dass die Art eine scheinbar hohe Toleranz gegenüber Pflanzenschutzmitteln besitzt, welche im Zierpflanzenbau eingesetzt werden. Es wird vermutet, dass dies primär damit zusammenhängt, weil in Gewächshäusern stets alle Altersstadien vertreten sind. Diese könnten jeweils unterschiedlich empfindlich auf die verschiedenen Pflanzenschutzmittel reagieren, ähnlich wie das bei Problem-Schädlingen nachgewiesen ist. Zudem ist ein Großteil der Spinnen oftmals nicht im direkten Anwendungsbereich zu finden. Diese Eigenschaften werden es der Art u.a. ermöglicht haben, sich rasch in europäischen Gewächshäusern zu verbreiten. <ref name="Wunderlich">{{Literatur | ||
Auffallend ist, dass die Art eine scheinbar hohe Toleranz gegenüber Pflanzenschutzmitteln besitzt, welche im Zierpflanzenbau eingesetzt werden. Es wird vermutet, dass dies primär damit zusammenhängt, weil in Gewächshäusern stets alle Altersstadien vertreten sind. Diese könnten jeweils unterschiedlich empfindlich auf die verschiedenen Pflanzenschutzmittel reagieren, ähnlich wie das bei Problem-Schädlingen nachgewiesen ist. Zudem ist ein Großteil der Spinnen oftmals nicht im direkten Anwendungsbereich zu finden. Diese Eigenschaften werden es der Art u.a. ermöglicht haben, sich rasch in europäischen Gewächshäusern zu verbreiten. <ref name="Wunderlich">{{Literatur | |||
|titel=Zwei nach Deutschland eingeschleppte Spinnenarten (Araneae)- ''Uloborus plumipes'' Lucas und ''Eperigone eschatologica'' (Bishop) - Als Gegenspieler der weißen Fliege im geschützten Zierpflanzenbau? | |titel=Zwei nach Deutschland eingeschleppte Spinnenarten (Araneae)- ''Uloborus plumipes'' Lucas und ''Eperigone eschatologica'' (Bishop) - Als Gegenspieler der weißen Fliege im geschützten Zierpflanzenbau? | ||
|autor=Klein W., M. Stock & J. Wunderlich | |autor=Klein W., M. Stock & J. Wunderlich | ||
Version vom 29. Januar 2015, 14:10 Uhr
| Uloborus plumipes Lucas, 1846 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Federfußspinne | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weibchen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Systematik | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Familie: Uloboridae (Kräuselradnetzspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gattung: Uloborus (Federfußspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Reifezeit (Almquist 2005) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1-12 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verbreitung in Europa[Quellen] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
etabliert, nicht etabliert, nicht betrachtet
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| Weitere Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:006412 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gefährdung nach Roter Liste | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Merkmale
Körperlänge: Weibchen erreichen 4 bis 6 mm (Bellmann 2001).
Weibchen
Färbung der Tiere variabel. Oftmals ist das Prosoma schmutzig braun mit einigen enganliegenden goldfarbenen Haaren, letzere sind auch auf den Chelizeren und dem Sternum ausgeprägt. Opisthosoma mittig mit einem rotbraunen Feld und goldgelben und braunen Streifen. Seitlich golgelb. Beine geringelt mit goldgelben Haaren, erstes Beinpaar auffallend lang und die Tarsen mit federartigen Büscheln längerer Borsten besetzt (Trivialname!) (Almquist 2005).
Epigyne kappenförmig und über die Epigastralfurche ragend, hinterer Rand mit einer tiefen Einbuchtung (Almquist 2005).
Männchen
Fäbung wie die Weibchen, Tibia I mit einer Reiher steifer Stacheln, die federartigen Borsten sind ventral nur in der distalen Hälfte ausgeprägt. Embolus des männlichen Pedipalpus lang, gedreht und spitz zulaufend. (Almquist 2005)
Verbreitung
Alte Welt, nach Argentinien wurde die Art verschleppt (World Spider Catalog 2020).
Lebensraum
Typischerweise findet man die Spinne in Mittel- und Nordeuropa in den Gartenabteilungen von Baumärkten oder in Tropenhäusern (Roberts 1998). An solchen Orten scheint sich die Art inzwischen sicher etabliert zu haben und autarke Populationen zu bilden.
Im Mittelmeerraum kann die Art auch im Freiland oder normalen Gebäuden auftreten. (Bosmans et al. 2013).
Lebensweise
Netzbau
Uloborus plumipes baut ein horizontales Radnetz aus cribellaten Fäden mit ungefähr 20 bis 30 cm Durchmesser. Oftmals findet man bis zu vier Stabilimente im Netz. (Bellmann 2010)
Uloborus plumipes als Neozoon
Uloborus plumipes wurde inzwischen aus vielen Gewächshäusern in Mitteleuropa nachgewiesen. Dort kann sie mitunter sehr dichte Populationen von annähernd 10 Tieren pro Quadratmeter bilden. Auffallend ist, dass die Art eine scheinbar hohe Toleranz gegenüber Pflanzenschutzmitteln besitzt, welche im Zierpflanzenbau eingesetzt werden. Es wird vermutet, dass dies primär damit zusammenhängt, weil in Gewächshäusern stets alle Altersstadien vertreten sind. Diese könnten jeweils unterschiedlich empfindlich auf die verschiedenen Pflanzenschutzmittel reagieren, ähnlich wie das bei Problem-Schädlingen nachgewiesen ist. Zudem ist ein Großteil der Spinnen oftmals nicht im direkten Anwendungsbereich zu finden. Diese Eigenschaften werden es der Art u.a. ermöglicht haben, sich rasch in europäischen Gewächshäusern zu verbreiten. (Klein W. et al. 1994)
Bilder
- Weibchen
- Jungtiere
- Männchen
- Sonstiges
Weblinks
Nachweis- und Verbreitungskarten
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Tutelaers P (2026): Benelux spider distribution maps.
- Staudt A. [Koord.] (2008): Europäische Verbreitung. AraGes e. V.
- Harvey P [Koord.] (2014): Spider and Harvestman Recording Scheme. British Arachnological Society.
Weitere Links
- Fotogalerie der AraGes e. V. zu Uloborus plumipes
- NABU NRW Die Federfußspinne kam als blinder Passagier nach Deutschland
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch, doi:10.24436/1.
Quellen
- Almquist S (2005): Swedish Araneae, Part 1 – The families Atypidae to Hahniidae. Entomological Society of Lund, Sweden, 284 S.
- Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
- Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
- Bosmans R, van Keer J, Russell-Smith A, Kronestedt T, Alderweireldt M, Bosselaers J & De Koninck H (2013): Spiders of Crete. A catalogue with all currently known species (Araneae) from the Greek island of Crete. Belgian Arachnological Society ARABEL Volume 28 (suppl. 1), 147 S., ISSN 2295-3035.
- Klein W., M. Stock & J. Wunderlich (1994): Zwei nach Deutschland eingeschleppte Spinnenarten (Araneae)- Uloborus plumipes Lucas und Eperigone eschatologica (Bishop) - Als Gegenspieler der weißen Fliege im geschützten Zierpflanzenbau?. Beitr. Araneol. 4, 301-306.
- Roberts MJ (1998): Spinnengids. Tirion Natuur Baarn, Netherlands, 397 S.
- World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch, doi:10.24436/2.
Quellen der Nachweise
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.