Phantomarten: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Zur Navigation springenZur Suche springen
(+Kat)
(Erstbeschreibung: Scan statt Text für kompaktere Darstellung)
Zeile 7: Zeile 7:
Strand E. (1910): Bemerkungen über einige Arachniden aus württembergischen und fränkischen Höhlen. '''Arch. Naturg.''' 76, S. 44–52.<ref name='strand 1910'>{{Lit Strand 1910 Bemerkungen über einige Arachniden auswuertembergischen und fräkischen Höhlen}}</ref>  
Strand E. (1910): Bemerkungen über einige Arachniden aus württembergischen und fränkischen Höhlen. '''Arch. Naturg.''' 76, S. 44–52.<ref name='strand 1910'>{{Lit Strand 1910 Bemerkungen über einige Arachniden auswuertembergischen und fräkischen Höhlen}}</ref>  


&bdquo;Herr Dr. E. Enslin in Fürth (Bayern) hat mir vor Jahren eine von  ihm in einer fränkischen Höhle, Zwergloch bei Hollenberg, 7.V.1906, entdeckte interessante Spinne gegeben, die höchstwahrscheinlich eine neue Art bildet; leider ist das einzige Exemplar unreif und nicht ganz tadellos erhalten. Da es bisher nicht gelungen ist weiteres Material von dem interessanten Tier zu bekommen, halte ich es für besser die Beschreibung nicht länger aufzuschieben in der Hoffnung, daß, wenn Höhlenforscher dadurch einmal auf diese Art aufmerksam gemacht werden, es auch bald gelingen wird, sie wiederzufinden und durch neues Material die Artfrage zu klären. Daß sie auch in weiteren mitteleuropäischen Höhlen vorkommy, darf man wohl als ziemlich sicher annehmen.  
<gallery>
Bild:StrandEnslini1.jpg
Bild:StrandEnslini2.jpg
Bild:StrandEnslini3.jpg
</gallery>
 
<!--&bdquo;Herr Dr. E. Enslin in Fürth (Bayern) hat mir vor Jahren eine von  ihm in einer fränkischen Höhle, Zwergloch bei Hollenberg, 7.V.1906, entdeckte interessante Spinne gegeben, die höchstwahrscheinlich eine neue Art bildet; leider ist das einzige Exemplar unreif und nicht ganz tadellos erhalten. Da es bisher nicht gelungen ist weiteres Material von dem interessanten Tier zu bekommen, halte ich es für besser die Beschreibung nicht länger aufzuschieben in der Hoffnung, daß, wenn Höhlenforscher dadurch einmal auf diese Art aufmerksam gemacht werden, es auch bald gelingen wird, sie wiederzufinden und durch neues Material die Artfrage zu klären. Daß sie auch in weiteren mitteleuropäischen Höhlen vorkommy, darf man wohl als ziemlich sicher annehmen.  


Weibchen subad. und wahrscheinlich neugehäutet. — 8 '''Augen'''; vordere MA winzig klein. Die vier Hinteraugen in gerader oder hinten vielleicht  
Weibchen subad. und wahrscheinlich neugehäutet. — 8 '''Augen'''; vordere MA winzig klein. Die vier Hinteraugen in gerader oder hinten vielleicht  
Zeile 121: Zeile 127:
Spinne waren Poduren, von denen ich einige mitnahm und welche wohl  
Spinne waren Poduren, von denen ich einige mitnahm und welche wohl  
ebenfalls nur Höhlenflüchter sind.&rdquo;&rdquo;
ebenfalls nur Höhlenflüchter sind.&rdquo;&rdquo;
-->


===Abbildungen===
===Abbildungen===

Version vom 3. Januar 2014, 12:21 Uhr

Eine Reihe von Spinnenarten wurde nach deutschen Exemplaren beschrieben aber seit der Erstbeschreibung vor mehr als 100 Jahren nie wieder gefunden. Diese „Phantomarten” (oder species inquirenda) werden hier aufgelistet und diskutiert.

Bathyphantes enslini

Erstbeschreibung

Strand E. (1910): Bemerkungen über einige Arachniden aus württembergischen und fränkischen Höhlen. Arch. Naturg. 76, S. 44–52. (Strand 1910)


Abbildungen

Es existieren keine Abbildungen dieser Art.

Typusmaterial

Verbleib unbekannt.

Diskussion

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine als unreifes Tier beschriebene Art jemals wieder gefunden wird, ist praktisch null. Wie sollte man diese Art sicher erkennen? Formal ist diese Beschreibung jedoch gültig.


Pardosa intermedia

Erstbeschreibung

Bösenberg, W. (1903) Die Spinnen Deutschlands. V, VI. Zoologica (Stuttgart) 14: 385-465 (als Lyocsa intermedia).

Abbildungen

Tafel XXXVI, Fig. 572 in der Originalbeschreibung (Weibchen-Habitus von oben und Epigyne).

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Diskussion

Bösenberg merkt an, dass die neue Art eine Mittelstellung zwischen Pardosa agrestis, Pardosa albata (=Pardosa albatula), Pardosa monticola und Pardosa palustris einnimmt. Angesichts der allgemein schwierigen Unterscheidung der Arten in der Pardosa monticola-Gruppe, besonders bei Weibchen, ist es fast ausgeschlossen, dass Pardosa intermedia nach dem Verlust der Typen allein anhand der Epigynen-Abbildung identifiziert werden kann. Bonnet führt die Art in seiner Bibliographie als jüngeres Synonym von Pardosa palustris, aber das scheint unsicher, angesichts der Tatsache, dass Simon und Kulczynski die Typen untersucht und nicht mit P. palustris identifiziert haben.

Agelena mengeella

Philaeus superciliosus

Sitticus exiguus

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Thomisus trigonus

Xysticus boesenbergi

Xysticus paniscus

Centromerus ludovici

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Erigone decens

Gonatium fuscum

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Gonatium gilbum

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Gonatium pallidum

Typusmaterial

Das Typusmaterial im Königlichen Naturalienkabinett Stuttgart wurde im II. Weltkrieg vernichtet (Renner 1988).

Lepthyphantes thienemanni

Oedothorax insignis

Walckenaeria mengei

Quellen