Palliduphantes pallidus: Unterschied zwischen den Versionen

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(Bilder: Epigyne vor Vulva)
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==Merkmale==
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Gesamtfarbe gelbbraun (wie bei allen Arten, die vollständig vom Licht abgeschlossen oder dem Licht mehr oder weniger ausgesetzt leben, gibt es helle und dunkle Exemplare). '''Prosoma''' einfarbig gelbbraun bis rotbraun, ohne Verdunklungen (Augen schwarz umrandet). '''Sternum''' gelbbraun, mitunter am Rande verdunkelt. Unterlippe dunkler, Gnathocoxou holler. Clypcus sehr schwach konkav. '''Chelizeren''' länger als der Clypeus, auseinander­ weichend. '''Beine''' gelbbraun, verhältnismäßig lang und wenig robust (bei beiden Geschlechtern von gleicher Länge). Becherhaar auf Metatarsus Ⅰ: 0,18. Metatarsus Ⅳ ohne dorsale Borste.<ref name='Wiehle 1956'/> [[Wiehleformel]]: 2-2-2-2<ref name="linkey">{{Lit Staeubli Linyphenschluessel Version Mai 2013}}</ref>. '''Opisthosoma''' Oberseite grau, im hinteren Abschnitt 3—4 dunkle Querstreifen<ref name='Wiehle 1956'/>.  
 
Langbeinige, zierliche Art. '''Prosoma''' und Beine hell gelblich bis gelbbraun. Beine nicht geringelt. '''Opisthosoma''' weißlich bis graugelb mit einzeln stehenden langen Haaren. Nur in der hinteren Hälfte mit sehr blass angedeutetem Muster aus Querstreifen.


===Weibchen===
===Weibchen===
 
'''Epigyne''': Scapus rotbraun, Seitenteile grau<ref name='Wiehle 1956'/>. '''Chelizerenbezahnung''': vorn 3 Zähne, hinten 5, der innere größer.  
'''Chelizerenbezahnung''': vorn 3 Zähne, hinten 5, der innere größer. Die '''Epigyne''' besitzt einen langen, geraden Scapus, der seitlich von breiten behaarten Platten flankiert wird. Diese Platten überragen den Scapus etwas.


===Männchen===
===Männchen===
Der '''Pedipalpus''' besitzt auf Patella und Tibia dorsal jeweils eine lange kräftige Borste. Die Lamella ist lang und kräftig und endet in zwei Ästen. Der Hauptast ist mehr oder weniger parallelseitig und am Ende rechtwinklig abgestutzt.
Pedipalpus: Tibia etwas länger als die Patella. Tibia-Borste wenig länger, aber stärker als die Patella-Borste, geschwungen gebogen. Paracymbium: ein starker Zahn, wo Endast und Querast Zu­ sammen stößen. ein kürzere]- Zahn am anderen Ende des Querastes. Lamella characteristica in ihrem sichtbaren Teil am Ende quer abgestutzt.<ref name='Wiehle 1956'/>


==Lebensraum==
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Version vom 13. Februar 2015, 09:49 Uhr

Palliduphantes pallidus (O. P.-Cambridge, 1871)
Gewöhnliches Bleichweberchen
Palliduphantes pallidus W 8-04141.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Palliduphantes (Bleichweberchen)
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:011270
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten LC
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinsh===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergsh *
[D] Mecklenburg-Vorp.mh= *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh===*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Lepthyphantes pallidus
  • Linyphia troglodytes

syn. Lepthyphantes pallidus

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 2,0–2,25 mm, Männchen 1,8 mm (Wiehle 1956).

Gesamtfarbe gelbbraun (wie bei allen Arten, die vollständig vom Licht abgeschlossen oder dem Licht mehr oder weniger ausgesetzt leben, gibt es helle und dunkle Exemplare). Prosoma einfarbig gelbbraun bis rotbraun, ohne Verdunklungen (Augen schwarz umrandet). Sternum gelbbraun, mitunter am Rande verdunkelt. Unterlippe dunkler, Gnathocoxou holler. Clypcus sehr schwach konkav. Chelizeren länger als der Clypeus, auseinander­ weichend. Beine gelbbraun, verhältnismäßig lang und wenig robust (bei beiden Geschlechtern von gleicher Länge). Becherhaar auf Metatarsus Ⅰ: 0,18. Metatarsus Ⅳ ohne dorsale Borste. (Wiehle 1956) Wiehleformel: 2-2-2-2 (Stäubli A 2013). Opisthosoma Oberseite grau, im hinteren Abschnitt 3—4 dunkle Querstreifen (Wiehle 1956).

Weibchen

Epigyne: Scapus rotbraun, Seitenteile grau (Wiehle 1956). Chelizerenbezahnung: vorn 3 Zähne, hinten 5, der innere größer.

Männchen

Pedipalpus: Tibia etwas länger als die Patella. Tibia-Borste wenig länger, aber stärker als die Patella-Borste, geschwungen gebogen. Paracymbium: ein starker Zahn, wo Endast und Querast Zu­ sammen stößen. ein kürzere]- Zahn am anderen Ende des Querastes. Lamella characteristica in ihrem sichtbaren Teil am Ende quer abgestutzt. (Wiehle 1956)

Lebensraum

Palliduphantes pallidus kommt in feuchten Wäldern und in Höhlen vor (Nentwig et al. 2012). Er zieht Wahlschatten vor, braucht ständig Feuchtigkeit und besiedelt die tieferen Schichten der Bodenbedeckung (Fallaub, unter Moospolstern). Wenn er die notwendige Feuchtigkeit findet, macht er keinen Unterschied zwischen Nadel- und Laubwald. (Wiehle 1956)

Reifezeit

Reife Tiere kommen im ganzen Jahr vor, reife Männchen vor allem von April bis August. (Nentwig et al. 2012)

Verbreitung

Palliduphantes pallidus ist paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2015).

In Deutschland überall in sehr hoher Nachweisdichte nachgewiesen. Im Norden etwas weniger häufig. (Arachnologische Gesellschaft 2020)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise