Erigone atra: Unterschied zwischen den Versionen

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(Bilder: Zeichnungen v. Harald)
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==Lebensraum==
==Lebensraum==
''{{PAGENAME}}'' ist eine dominante Art der Uferlebensräume.<ref name="Reinke">{{lit reinke spifau}}</ref> Sie gehört zu den am häufigsten vorkommenden Spinnenarten. Sie ist aber nicht an Uferhabitate gebunden, sondern kommt häufig auch auf Grünland und in Gärten vor.<ref name="Haenggi 1995">{{lit haenggi lebensraeume}}</ref> '''Ökologischer Typ''': Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit)<ref name='platen'>{{Lit Platen vBroen 2005 Rote Liste Spinnen Berlin}}</ref>. Auf alpinen Mähwiesen und Trockenweiden<ref name='Rief & Ballini 2017'>{{Lit Rief Ballini 2017 Erhebung der Spinnen und Weberknechte in den LTSER-Untersuchungsflächen in Matsch im Rahmen der Forschungswoche 2016}}</ref>.
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'''Ökologischer Typ''': Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit)<ref name='platen'>{{Lit Platen vBroen 2005 Rote Liste Spinnen Berlin}}</ref>. Auf


Biotoppräferenz: Grünland und Feld-Art<ref name='Mühlenberg Werres 1983'>{{Lit Mühlenberg Werres 1983 Lebensraumverkleinerung und ihre Folgen für einzelne Tiergemeinschaften}}</ref>.
Biotoppräferenz: Grünland und Feld-Art<ref name='Mühlenberg Werres 1983'>{{Lit Mühlenberg Werres 1983 Lebensraumverkleinerung und ihre Folgen für einzelne Tiergemeinschaften}}</ref>.


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==Lebensweise==
==Lebensweise==

Version vom 10. Januar 2025, 12:39 Uhr

Erigone atra Blackwall, 1833
Gewöhnliche Glückspinne
Erigone atra M 7-3632.jpg
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Erigone (Glückspinnen)
Reifezeit (Nentwig et al. 2012)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:010400
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten LC
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinsh===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergsh *
[D] Mecklenburg-Vorp.sh== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh>=*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Erigone cavifrons

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 1,8–2,8 mm, Männchen 1,9–2,5 mm (Roberts 1993).

Prosoma: Längenklasse 0,8–1,0 mm, Fovea deutlich als Einkerbung erkennbar. Augen: hintere Augenreihe gerade, VMA deutlich kleiner als Seitenaugen. Chelizeren: Gnathocoxen unauffällig. Sternum glatt, nach hinten verlängert. Beine: Länge des Femurs Ⅰ kleiner als die des Prosomas, Femur Ⅰ ohne dorsale Borsten, ohne prolaterale Borsten auf Femur Ⅰ, ohne prolaterale Borsten auf Tibia Ⅰ, Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,40–0,49 mm, Metatarsus Ⅳ dorsal ohne Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ ohne dorsale Borsten, Tibia Ⅳ mit einer dorsalen Borste. Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ: (Wiehleformel): 2-2-2-1. Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. Opisthosoma: einfarbig, unauffällig. (Stäubli A 2013)

Weibchen

Prosoma unauffällig. Chelizeren: Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Kralle nicht/undeutlich vorhanden. Epigyne mit Mittelplatte/Mittelsteg, vorgewölbt, Vulvenstrukturen (z. Bsp. Rezeptacula) deutlich durchscheinend. (Stäubli A 2013)

Männchen

Prosoma: Längenklasse 1,0–1,2 mm, mit randlichen Zähnchen, Kopfregion mit Erhöhung, Chelizeren auffallend große Zähne auf dem vorderen Falzrand, auffällige Apophysen/Zahnwarzen/Haarhöcker auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Femur auffällig, Patella mit Apophysen, Tibia mit mehreren einfachen Apophysen, Cymbium einfach, Paracymbium einfach, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica. (Stäubli A 2013)

Ähnliche Arten

Genital

Erigona dentipalpis epigyn sett fra siden HLovbrekke.jpg Der äußere Teil der Epigyne steht bei Erigone dentipalpis in einem fast 90° Winkel ab. Dies ist bei Erigone atra nicht so. Deshalb können die beiden Arten anhand der lateralen Epigynenansicht voneinander getrennt werden.

Der Männliche Pedipalpus ähnelt dem von Erigone arctica maritima insbesondere durch die ähnliche löffelartige Struktur.

Lebensraum

Uferlebensräume, Grünland und in Gärten und auf Salzwiesen der Nordsee. (Reinke & Irmler 1994) (Hänggi A et al. 1995) (Irmler & Heydemann 1986).

Ökologischer Typ: Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit) (Platen & von Broen 2005). Auf

Biotoppräferenz: Grünland und Feld-Art (Mühlenberg M & Werres 1983).

Lebensweise

Erigone atra verbreitet sich auch in adultem Stadium per Ballooning (Güth M 2000).

Erigone atra baut ein Fanggewebe in der Vegetation nahe dem Boden, fängt aber auch Beute außerhalb des Netzes. Auf Grünland erhöht sich die Individuenzahl bei Bodenbearbeitung (z.B. Pflügen). (Narimanov et al. 2020)

Verbreitung

Erigone atra ist holarktisch verbreitet (Bosmans et al. 2010).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise