Gnaphosa bicolor: Unterschied zwischen den Versionen

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Grundfarbe dunkel- bis schwarzbraun, Opisthosoma grau behaart. Die Art unterscheidet sich von den anderen mitteleuropäischen ''Gnaphosa''-Arten durch auffällig gelb gefärbte Femora.
Grundfarbe dunkel- bis schwarzbraun, '''Opisthosoma''' grau behaart. Die Art unterscheidet sich von den anderen mitteleuropäischen ''Gnaphosa''-Arten durch auffällig rot bis gelb gefärbte Femora. Das Männchen kann anhand des langen bogenförmigen Embolus und den mit starken Borsten versehenen Femur des '''Pedipalpus''' erkannt werden <ref name="Ovtsharenko et al">{{Lit Ovtsharenko et al. 1992 North asian Gnaphosa}}</ref>, der Embolus ist mit kleinen, aber gut sichtbaren Zähnchen versehen <ref name="Grimm">{{Lit Grimm 1986 Gnaphosidae}}</ref>.


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Die '''Epigyne''' des Weibchens besitzt einen dreieckige Haube und anterior erweiterte Spermatheken. <ref name="Ovtsharenko et al">{{Lit Ovtsharenko et al. 1992 North asian Gnaphosa}}</ref>
==Ähnliche Arten==
Die meisten ''Gnaphosa''-Arten besitzen im Vergleich zum restlichen Körper etwas hellere Femora, so dass vor allem bei jüngeren Exemplaren manchmal nicht leicht zu entscheiden ist, ob es sich um ''{{PAGENAME}}'' oder eine der anderen wärme- und trockenheitsliebenden Arten handelt.
 
==Etymologie==
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==Lebensraum und Verbreitung==
==Lebensraum==
Unter Steinen und im Laub sonniger, warmer Waldränder oder lichter Laubwälder, besonders im Kopfbereich von Trockenhängen und auf diesen.  
Hügeliges bis bergiges Gebiet mit warmen Trockenhängen. Die Vegetation kann aus lichten Nadel- und Mischwäldern bestehen oder Felssteppen ähneln. Vom Flachland bis ins Hochgebirge über 1000 m. <ref name="Grimm"/>


In Deutschland nicht häufig nachgewiesen <ref>{{AragesNachweise}}</ref>, an entsprechenden Stellen aber oft in hoher Individuendichte.
In Deutschland nicht häufig nachgewiesen <ref>{{AragesNachweise}}</ref>, an entsprechenden Stellen aber oft in hoher Individuendichte.  


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==Ähnliche Arten==
==Lebensweise==
Die meisten ''Gnaphosa''-Arten besitzen im Vergleich zum restlichen Körper etwas hellere Femora, so dass vor allem bei jüngeren Exemplaren manchmal nicht leicht zu entscheiden ist, ob es sich um ''{{PAGENAME}}'' oder eine der anderen wärme- und trockenheitsliebenden Arten handelt.
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==Bilder==
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==Weblinks==
==Weblinks==
===Nachweis- und Verbreitungskarten===
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===Weitere Weblinks===
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==Quellen==
==Quellen==

Aktuelle Version vom 8. Dezember 2023, 19:09 Uhr

Gnaphosa bicolor (Hahn, 1833)
Zweifarbige Plattbauchspinne
Bicolor Leutratal 04-2007 06.jpg
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen)
Gattung: Gnaphosa (Eigentliche Plattbauchspinnen)
Reifezeit (Bellmann 2001)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:027200
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten VU
[CZ] Tschechien VU
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandmh<?=V
[D] Berlines<?=1
[D] Brandenburg 3
[D] Baden-Württembergmh V
[D] Bayern 3
[D] Bayern Av/A 3
[D] Bayern OG 3
[D] Bayern SL 3
[D] Bayern T/S 3
[D] Mecklenburg-Vorp.s<(↓) 3
[D] Nordrhein-Westfalenss===*
[D] Sachsen 3
[D] Sachsen-Anhalt 3
[D] Thüringen 3
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?

Merkmale

Körperlänge: Weibchen 6 bis 10 mm, Männchen 6 bis 8 mm (Heimer & Nentwig 1991).

Grundfarbe dunkel- bis schwarzbraun, Opisthosoma grau behaart. Die Art unterscheidet sich von den anderen mitteleuropäischen Gnaphosa-Arten durch auffällig rot bis gelb gefärbte Femora. Das Männchen kann anhand des langen bogenförmigen Embolus und den mit starken Borsten versehenen Femur des Pedipalpus erkannt werden (Ovtsharenko et al. 1992), der Embolus ist mit kleinen, aber gut sichtbaren Zähnchen versehen (Grimm 1985).

Weibchen

Die Epigyne des Weibchens besitzt eine (langgezogene) dreieckige Haube und anterior erweiterte Spermatheken (Ovtsharenko et al. 1992).

Ähnliche Arten

Die meisten Gnaphosa-Arten besitzen im Vergleich zum restlichen Körper etwas hellere Femora, so dass vor allem bei jüngeren Exemplaren manchmal nicht leicht zu entscheiden ist, ob es sich um Gnaphosa bicolor oder eine der anderen wärme- und trockenheitsliebenden Arten handelt.

Etymologie

Bicolor entstammt dem Lateinischen (bi- = zweimal und color = Farbe) und bedeutet zweifarbig (Parker 1999).

Lebensraum

Hügeliges bis bergiges Gebiet mit warmen Trockenhängen. Die Vegetation kann aus lichten Nadel- und Mischwäldern bestehen oder Felssteppen ähneln. Vom Flachland bis ins Hochgebirge über 1000 m. (Grimm 1985)

In Deutschland nicht häufig nachgewiesen (Arachnologische Gesellschaft 2020), an entsprechenden Stellen aber oft in hoher Individuendichte.

Verbreitung

Gnaphosa bicolor ist von Europa über den Kaukasus bis nach Westsibirien verbreitet (World Spider Catalog 2020). Bisher keine Nachweise aus England, Belgien, den Niederlanden und der Iberischen Halbinsel.

Lebensweise

Tagsüber unter Steinen, im Moos, Laubstreu. Der vom Weibchen bewachte Kokon wird unter Steinen angelegt und mit einem Schutzgespinst umgeben. (Grimm 1985)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
  • Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
  • Grimm U (1985): Die Gnaphosidae Mitteleuropas (Arachnida, Araneae). Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg 26, 318 S., ISSN 0173-7481.
  • Heimer S & Nentwig W (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. ISBN 3-489-53534-0, 543 S.
  • Ovtsharenko VI, Platnick NI & Song DX (1992): A review of the North Asian ground spiders of the Genus Gnaphosa (Araneae, Gnaphosidae). Bulletin of the American Museum of Natural History 212, S. 1-88.
  • Parker JR (1999): Names of Spiders. British Arachnological Society – Member's Handbook 1.1, S. 1–18.
  • World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 16.5, abgerufen am 2020-07-02, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise