Troxochrus scabriculus: Unterschied zwischen den Versionen

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==Taxonomie==
Bei der Form ''cirrifrons'' war lange umstritten, ob es sich um eine eigene Art handelt (''Troxochrus cirrifrons'') oder nur um eine morphologische Variante von ''[[Troxochrus scabriculus|T. scabriculus]]'', da beide Arten immer nur gemeinsam vorkommen.
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Im Bau der Taster-Tibia des Männchens und dem Endapparat sind beide Formen anscheinend identisch. Ihr syntopisches Auftreten war ein weiterer Anlass, Dimorphismus zu vermuten<!-- (BERLAND & FAGE, in SIMON, 1926: 369; BRISTOWE, 1939: 75).-->. 2018 wurde ''T. cirrifrons'' zur Form herabgestuft und mit ''T. scabriculus'' synonymisiert <ref>{{Lit Milasowszky Hepner 2018 Troxochrus scabriculus cirrifrons}}</ref>. Ein experimenteller Beweis durch Nachzucht steht allerdings aus.


==Merkmale==
==Merkmale==
Körperlänge: Weibchen und Männchen werden 1,7 bis 2,0 mm lang<ref name="SpiMi">{{Lit uniBern}}</ref>
'''Körperlänge''': Beide Geschlechter erreichen 1,7&ndash;2,0 mm<ref name="SpiMi">{{Lit uniBern}}</ref>.
 
'''Prosoma''' braungelb ohne Zeichnung; beim Männchen mit schwarzen Seitenfurchen. Mundteile braungelb, aber Labium geschwärzt. '''Beine''' orangegelb. Tibia {{I}} und {{IV}} mit dorsalem Stachel. Metatarsus {{I-II}} mit {{Trichobothrium}}. '''Sternum''' braungelb schwach geschwärzt an der Kante dunkler. Opisthosoma gräulich.<ref name='tull 55'>{{Lit Tullgren 1955 Schwedische Erigoniden}}</ref> '''Beine''': [[Wiehleformel]] 1-1-1-1<ref name="Roberts Linyphen">{{roberts sogb vol2}}</ref>
 
===Weibchen===
'''Augen''': Vordere Augesreihe rekurv, hintere schwach prokurv<ref name='tull 55'/>.
 
===Männchen===
'''Augen''' von schwarzen Ringen umgeben<ref name='tull 55'/>.
 
====Form ''cirrifrons''====
'''Prosoma''' oval rund, glänzend dunkelbraun, im oberen Bereich etwas blasser. Massiver nach oben gerundeter Augenhügel (nach hinten etwas mehr erhöht). '''Beine''': Gelb, Femora und Tibien ein wenig orange, Beinlängenverhältnisse: 4, 1, 2, 3.<ref name='cp1871'/>
 
==Ähnliche Arten==
===Weibchen: genital===
Die Weibchen von ''[[Walckenaeria simplex]]'' und ''[[Ceratinella brevis]]'' besitzt eine sehr ähnliche Epigyne, ''Ceratinella brevis'' hat aber ein rundlicheres Opisthosoma und in der Regel ein Scutum.


Kurzbeinige Art. Prosoma dunkelbraun, Opisthosoma graubraun, Beine bräunlich.
'''Epigyne''' kann bei <u>älterem Material</u> mit der von ''[[Tiso vagans]]'' verwechselt werden.


==Lebensraum==
==Lebensraum==
In offenen, trockenen bis mäßig feuchten Lebensräumen<ref name="SpiMi"/>.
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Typisch für brackige, sandige Ökosystemtypen der Küsten; in Sandsalzwiesen und Kögen auf sandigen  Böden der Nordseeküste  sehr häufig, dort auch in Heiden, Dünen und Halbtrockenrasen häufig, seltener auf begrünten Dächern im Stadtgebiet, auf Äckern und im Grünland auf sandigen Böden; vereinzelt in Knicks auf Sandböden; {{psammophil}}, hemiphotophil, hemixerophil, halotolerant<ref name='ri94'>{{Lit Reinke Irmler 1994 Spinnenfauna SH}}</ref>.
 
In offenen, trockenen bis mäßig feuchten Lebensräumen<ref name="SpiMi"/>. Halotolerant, auf Salzwiesen vorkommend<ref name='Finch 2008'>{{Lit Finch 2008 Webspinnen Weberknechte und Pseudoskorpione der Ostfriesischen Inseln}}</ref>.


==Verbreitung==
==Verbreitung==
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==Bilder==
==Bilder==
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Troxochrus scabriculus 18.09.11-458-4 f dorsal.jpg|dorsal
Troxochrus scabriculus 4 1024.jpg
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Troxochus-scabriculus Grunewald-3545 10-09 01.jpg
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Troxochrus_scabriculus_m_do_Fynstranda_Hvasser_31.08.2010_AFjellberg.jpg|dorsal
Troxochrus_scabriculus_m_kopf_Fynstranda_Hvasser_31.08.2010_AFjellberg.jpg|Augenfeld
Troxochrus scabriculus 18.09.11-458-4 m prosoma lateral.jpg
Troxochus-scabriculus Grunewald-3545 10-09 03-Ped.jpg|Pedipalpus
Troxochrus_scabriculus_palp_HLovbrekke.jpg|Pedipalpus
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Troxochrus cirrifrons male 20150323200754-6bc7feb5-me.jpg
Troxochrus cirrifrons male 20150323200738-ae2f4cad-me.jpg
Troxochrus cirrifrons male 20150323200748-5568228e-me.jpg
Troxochrus cirrifrons male 20150323200751-045017b6-me.jpg
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===Quellen der Nachweise===
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Aktuelle Version vom 19. November 2025, 13:43 Uhr

Troxochrus scabriculus (Westring, 1851)
Feinnarbiges Hügelköpfchen
Troxochrus scabriculus 18.09.11-458-4 f dorsal.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Troxochrus (Behaarte Hügelköpfchen)
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:013140
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten VU
[CZ] Tschechien ES
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinsh===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergmh *
[D] Mecklenburg-Vorp.mh== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh<(↓)=*
[D] Schleswig-Holsteinsh==-D*
[NO] Norwegen LC
[NO] Norwegen VU
[SK] Slowakei LC
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Erigone scabricula
  • Troxochrus cirrifrons
  • Walckenaera aggeris

Troxochrus scabriculus ist die Typusart der Gattung.

Taxonomie

Bei der Form cirrifrons war lange umstritten, ob es sich um eine eigene Art handelt (Troxochrus cirrifrons) oder nur um eine morphologische Variante von T. scabriculus, da beide Arten immer nur gemeinsam vorkommen.

Pickard-Cambridge TCorrifrons.jpg Das Männchen der Form cirrifrons unterscheidet sich von der Form scabriculus durch längere Haarborsten an der Außenseite der HMA (Wiehle 1960), besonders aber durch die stärkere Entwicklung des Kopfhügels, wie schon die Erstbeschreibung (Pickard-Cambridge 1871) Fig. 43 (links) zeigte.

Im Bau der Taster-Tibia des Männchens und dem Endapparat sind beide Formen anscheinend identisch. Ihr syntopisches Auftreten war ein weiterer Anlass, Dimorphismus zu vermuten. 2018 wurde T. cirrifrons zur Form herabgestuft und mit T. scabriculus synonymisiert (Milasowszky & Hepner 2018). Ein experimenteller Beweis durch Nachzucht steht allerdings aus.

Merkmale

Körperlänge: Beide Geschlechter erreichen 1,7–2,0 mm (Nentwig et al. 2012).

Prosoma braungelb ohne Zeichnung; beim Männchen mit schwarzen Seitenfurchen. Mundteile braungelb, aber Labium geschwärzt. Beine orangegelb. Tibia Ⅰ und Ⅳ mit dorsalem Stachel. Metatarsus Ⅰ–Ⅱ mit Trichobothrium. Sternum braungelb schwach geschwärzt an der Kante dunkler. Opisthosoma gräulich. (Tullgren 1955) Beine: Wiehleformel 1-1-1-1 (Roberts 1993)

Weibchen

Augen: Vordere Augesreihe rekurv, hintere schwach prokurv (Tullgren 1955).

Männchen

Augen von schwarzen Ringen umgeben (Tullgren 1955).

Form cirrifrons

Prosoma oval rund, glänzend dunkelbraun, im oberen Bereich etwas blasser. Massiver nach oben gerundeter Augenhügel (nach hinten etwas mehr erhöht). Beine: Gelb, Femora und Tibien ein wenig orange, Beinlängenverhältnisse: 4, 1, 2, 3. (Pickard-Cambridge 1871)

Ähnliche Arten

Weibchen: genital

Die Weibchen von Walckenaeria simplex und Ceratinella brevis besitzt eine sehr ähnliche Epigyne, Ceratinella brevis hat aber ein rundlicheres Opisthosoma und in der Regel ein Scutum.

Epigyne kann bei älterem Material mit der von Tiso vagans verwechselt werden.

Lebensraum

Typisch für brackige, sandige Ökosystemtypen der Küsten; in Sandsalzwiesen und Kögen auf sandigen Böden der Nordseeküste sehr häufig, dort auch in Heiden, Dünen und Halbtrockenrasen häufig, seltener auf begrünten Dächern im Stadtgebiet, auf Äckern und im Grünland auf sandigen Böden; vereinzelt in Knicks auf Sandböden; psammophil, hemiphotophil, hemixerophil, halotolerant (Reinke & Irmler 1994).

In offenen, trockenen bis mäßig feuchten Lebensräumen (Nentwig et al. 2012). Halotolerant, auf Salzwiesen vorkommend (Finch 2008).

Verbreitung

Troxochrus scabriculus ist paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2016).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise