Tallusia experta: Unterschied zwischen den Versionen

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Dunkel gefärbte Art ohne Zeichnung. '''Prosoma''' und Beine braun, '''Opisthosoma''' dunkelgrau.
'''Prosoma''' rotbraun, Kopfbegrenzung und Radiärstreifen erkennbar, Rand deutlich dunkler (die Randverdunklung beginnt schon dicht hinter der Augenregion). Chelizeren wie das Prosoma gefärbt. '''Sternum''': rotbraun, schwärzlich iibertiint. Gnathocoxen ähnlich gefärbt. Coxen auf der Unterseite mit dunklem distalen Rand. '''Beine''': rotbraun mit zerstreuten schwärzlichen. Verdunklungen (bei den selteneren hellen Exemplaren gelbbraun). Fem. I dorsal und prolateral mit je einem Stachel, Fem. Ⅱ mit einem dorsalen Stachel, Ⅲ und Ⅳ unbewehrt. Alle Tibien mit 2 dorsalen Borsten, bei Tibia I dazu noch eine prolaterale Borste. Metatarsus I und Ⅱ etwa in der Mitte mit einer Borste; Becherhaar: 0,40. Borsten an den Vorderbeinen dünn, aber länger als der Durchmesser des Gliedes, an den Hinterbeinen länger und stärker.<ref name='Wiehle 1956'>{{Lit Wiehle 1956 Spinnentiere oder Arachnoidea Familie Linyphiidae-Baldachinspinnen}}</ref> [[Wiehleformel]]: 2-2-2-2<ref name="Roberts">{{Roberts sogb vol2}}</ref>. '''Opisthosoma''' grau bis schwarz, auch die Unterseite einheitlich dunkel.<ref name='Wiehle 1956'/>
 
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==Ähnliche Arten==
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Bild:Tallusia_experta_vulva_3mm_moor_Ellingsdalsvatn_26Sept13_BAardland.JPG|Vulva
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Version vom 1. Februar 2015, 07:22 Uhr

Tallusia experta (O. P.-Cambridge, 1871)
Breitborster
Tallusia-experta Kohlgrund 10-04 02.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Baldachinspinnen)
Gattung: Tallusia (Breitborster)
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012809
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten EN
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinmh===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergmh *
[D] Mecklenburg-Vorp.mh== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh===*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Centromerus expertus

syn. Centromerus expertus

Merkmale

Körperlänge: 2,5 bis 3,6 mm (Nentwig et al. 2012) (Roberts 1993).

Prosoma rotbraun, Kopfbegrenzung und Radiärstreifen erkennbar, Rand deutlich dunkler (die Randverdunklung beginnt schon dicht hinter der Augenregion). Chelizeren wie das Prosoma gefärbt. Sternum: rotbraun, schwärzlich iibertiint. Gnathocoxen ähnlich gefärbt. Coxen auf der Unterseite mit dunklem distalen Rand. Beine: rotbraun mit zerstreuten schwärzlichen. Verdunklungen (bei den selteneren hellen Exemplaren gelbbraun). Fem. I dorsal und prolateral mit je einem Stachel, Fem. Ⅱ mit einem dorsalen Stachel, Ⅲ und Ⅳ unbewehrt. Alle Tibien mit 2 dorsalen Borsten, bei Tibia I dazu noch eine prolaterale Borste. Metatarsus I und Ⅱ etwa in der Mitte mit einer Borste; Becherhaar: 0,40. Borsten an den Vorderbeinen dünn, aber länger als der Durchmesser des Gliedes, an den Hinterbeinen länger und stärker. (Wiehle 1956) Wiehleformel: 2-2-2-2 (Roberts 1993). Opisthosoma grau bis schwarz, auch die Unterseite einheitlich dunkel. (Wiehle 1956)

Weibchen

Epigyne klein, 1/8–1/7 der Breite des Opisthosoma einnehmend. (Wiehle 1956)

Männchen

Chelizeren mit seitlicher Protuberanzen-Reihe. Fem. I im Gegensatz zum Weibchen mit 2 dorsalen Stacheln, Fem. Ⅲ mitunter mit einem dorsalen Stachel. Pedipalpus: Cymbium kürzer als Patella und Tibia zusammen, kahnförmig, ohne basale Ausbuchtung. Paracymbium: Distaler Ast endet gabelig zweiteilig. Basale Apophyse des Bulbus senkrecht abstehend, schmal, am Ende pinselartig mit Stacheln besetzt. (Wiehle 1956)

Ähnliche Arten

Die Art ist in Größe und äußerer Erscheinung Centromerus sylvaticus ähnlich, ist von diesem aber genital eindeutig zu unterschieden.

Lebensraum

Sauerwiese bei Deggendorf (Bayern). Lebensraum von Tallusia experta

In feuchten Lebensräumen, in nassen Wiesen und Sphagnum, auch in sumpfigen Lebensräumen und an Waldrändern (Nentwig et al. 2012) (Roberts 1993). In Portugal nur in feuchten Wäldern mit geschlossenem Kronendach (Bosmans et al. 2010).

Fortpflanzung

Die Art ist von Herbst bis Frühjahr adult (Nentwig et al. 2012). Die Weibchen bauen an Pflanzen einen weißen Eikokon von etwa 5 mm Durchmesser. Das Eipaket im Innern ist von einer dicken Schicht lockerer aber zäher Watte umgeben und besteht aus ca. 50 orange-gelben Eiern (Grabolle 2010).

Verbreitung

Tallusia experta ist paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2020).

In Deutschland häufig gefunden und weit verbreitet (Arachnologische Gesellschaft 2020).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Weblinks

Quellen

Quellen der Nachweise