Tetragnatha extensa

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Tetragnatha extensa (Linnaeus, 1758)
Gemeine Streckerspinne
Tetragnatha extensa Weibchen.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Tetragnathidae (Dickkieferspinnen)
Gattung: Tetragnatha (Streckerspinnen)
Reifezeit (Bellmann H. 2010)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ start X X end _ _ _ _
_ _ _ _ start X X end _ _ _ _
Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:014159
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinmh===*
[D] Brandenburg *
[D] Mecklenburg-Vorp.h== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh===*
[D] Schleswig-Holsteinh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 6,5 bis 11 mm, Männchen 6 bis 9 mm (Roberts M. J. 1995).

Beine, Prosoma und Chelizeren gelbbraun. Opisthosoma mit gelblicher Färbung, auf der Oberseite silbrig glänzend. Bauchseitig dunkler Längsstreifen, der von zwei silbernen Streifen flankiert wird. Sternum dunkelbraun mit keilförmigem gelben Fleck, anhand dessen sich die Art schon im Juvenilstadium bestimmen lässt.

Ähnliche Arten

Auf der Gattungsseite werden einige Arten vergleichend vorgestellt.

Ähnlichkeit mit Tetragnatha montana

Tetragnatha extensa hat große Ähnlichkeit mit T. montana, wird aber etwas größer und kommt auch häufiger vor. Beide Arten besiedeln aber den gleichen Lebensraum. Sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der helle Fleck auf dem Sternum von Tetragnatha extensa, welcher T. montana fehlt.

Ähnlichkeit mit Tetragnatha striata

Ähnlichkeit mit Tetragnatha pinicola

Es ist sehr schwierig, klein gebliebene Tetragnatha extensa von Tetragnatha pinicola zu unterscheiden. Im direkten Vergleich sind jedoch die Beine von T. extensa dicker als solche von T. pinicola. (Wiehle H. 1963)

Wiehle nennt eine Femur-Quotienten-Formel nach Locket: (Wiehle H. 1963)

Artname Breite Femur Ⅰ Verhältnis
Breite Femur Ⅰ
Länge Femur Ⅲ
T. pinicola 0,196–0,27 mm < 0,176
T. extensa (adult) 0,27 mm > 0,20
T. extensa (sub-adult) > 0,22

Diese soll auch für inadulte Tiere gültig sein.

Lebensraum

Diese Art zieht die Nähe des Wassers vor und braucht als hygro- und photophile Art unbedecktes Gelände. Sie ist deshalb zahlreich in der Ufervegetation stehender und fließender Gewässer zu finden. (Wiehle H. 1963)

Halotolerant, auch auf Salzwiesen der Nordsee vorkommend (Finch O.-D. 2008).

Verbreitung

Tetragnatha extensa ist holarktisch und auf Madeira verbreitet (World Spider Catalog Association 2016).

Lebensweise

Kopulation

Bei der Kopulation wird der Taster abwechselnd mehrmals eingeführt. Die Tasterblase wird während der Einführung mehrmals kontraktiert. Dabei dauert jede Einführung 5 bis 7 Minuten und die Kopulation insgesamt eine halbe Stunde und länger. (Wiehle H. 1963)

Kokon

Der Eikokon ist halbkugelförmig und wird mit seiner platten Seite an einen Halm geheftet. Die Umhüllung ist grau und trägt außen Wattebäuschchen oder Wülste schmutzig grüner Farbe. Sie enthalten 60 bis 150 Eier. (Wiehle H. 1963)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Bellmann H. (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
  • Finch O.-D. (2008): Webspinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione der Ostfriesischen Inseln. Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer 11, 103–112.
  • Roberts M. J. (1995): Collins Field Guide. Spiders of Britain & Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
  • Wiehle H. (1963): Die Tierwelt Deutschands und der angrenzenden Meeresteile, 49. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) XII. Tetragnathidae – Streckspinnen und Dickkiefer. Gustav Fischer Verlag, 76 S.
  • World Spider Catalog Association [Koord.] (2016): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 16.5, abgerufen am 2016-08-24, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise