Tapinocyba pallens

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Tapinocyba pallens (O. P.-Cambridge, 1873)
Moos-Grubenköpfchen
Tapinocyba-pallens Thaelendorf-5233 11-04 01.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Tapinocyba (Grubenköpfchen)
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012841
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien EN
[D] Deutschlandh===*
[D] Mecklenburg-Vorp.ex 0
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) G
[D] Nordrhein-Westfalens===*
[D] Sachsen 4
[NO] Norwegen LC
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Erigone pallens

Merkmale

Körperlänge: Weibchen und Männchen werden 1,5 bis 1,6 mm lang (Wiehle 1960).

Prosoma lang oval (0:5). Skulptur wenig auffallend, deutlicher am Rande, gleichmäßig braun, Mitteldeck und Radiärstreifen in der Längenmitte nur angedeutet. Rückenlinie: Nach dem Anstieg flach gebogen, höchster Punkt etwa in der Längenmitte, nach den HMA kein so deutlicher schräger Abfall zu den VMA wie bei T. insecta, vielmehr vor den VMA ein Steilabfall zum nahezu senkrechten Clvpeus. Clypeus deutlich kürzer als das Trapez der MA. Augenstellung: HAR rekurv, Augen gleich groß, gegenseitiger Ab­ stand der HMA gleich ihrem Durchmesser, Abstand von den HSA wenig größer. MA-Trapez deutlich länger als hinten breit. VAR gerade, VSA doppelt so groß wie die VMA. Gegenseitiger Abstand der VA gleich dem Radius der VMA. Sternum wenig breiter als lang, schwach netzförmig runzelig, hellbraun (meist etwas satter als das Prosoma), mitunter schwach schwarz übertönt, Rand schmal dunkler. Unterlippe dunkler als das Sternum, Gnathocoxen ebenfalls etwas dunkler. Chelizeren kräftig, mehr als doppelt so lang wie der Clypeus, dunkler getönt als das Prosoma, an den Seiten mit weit stehenden Stridulationsrillen, auf der Hinter­ seite — wie bei T. insecta — mit einem Querwulst; vorderer Klauenfurchenrand mit fünf kräftigen Zähnen, der zweite am stärksten. Hinterrand mit fünf Zähnchen, das distale kleiner und nicht auf der Leiste der ersten vier stehend. Beine kräftig und mittellang, braun. Patella und Basis der Tibia heller, alle Tibia mit einer dünnen Borste etwa von der Länge des Glieddurchmessers, Stellung auf Ⅰ und Ⅱ 0,10. auf Ⅲ und Ⅳ 0,15—0,20. Becherhaare auf Metatarsus Ⅰ Ⅲ: auf Ⅰ 0,50, auf Ⅱ und Ⅲ 0,45: 0,40. Tars. wenig kürzer als der Metatarsus. 0,90—0.80. Zähne der paarigen Krallen wie bei T. insecta. (Wiehle 1960) Wiehleformel: 1-1-1-1 (Roberts 1993). Opisthosoma lang oval, gelblichweiß oder hellgrau bis grau. (Wiehle 1960)

Weibchen

Pedipalpus: Endglied 1 1/2 mal so lang wie die Tibia, spitz aus­ laufend. Epigyne sich dunkelbraun scharf abhebend. Wichtig für die Erkennung sind die durchscheinenden Receptacula und Einführungsgänge. (Wiehle 1960)

Männchen

Prosoma höher als beim Weibchen. Depressionsfurche von oben gesehen nach hinten divergierend. Clypeus 2/3 der Länge des Augentrapezes. Augenstellung: HAR stark rekurv, die Augen gleich groß, HMA um etwas mehr als ihren Durchmesser getrennt, noch weiter von den HSA entfernt. VAR gerade, MA eng beieinanderstehend, von den SA fast um den Durchmesser der VSA entfernt. Chelizerenim allgemeinen wie beim Weibchen, aber auf der Vorderseite einige Haare, die auf Höckern stehen. Pedipalpus: Patella etwa 1 1/2 mal so lang wie am Ende breit. Tibia so lang wie die Patela, mit zwei kurzen, etwa gleich langen Apophysen, die Außenapophyse am Ende stumpf gerundet, die Innenapophyse spitzer auslaufend. Paracymbium am angehefteten Ast mit vier kurzen Borsten. Bulbus: Massig ausgebildetes Tegulum, die stark ins Auge fallende Endapophyse (fälschlicherweise als Embolus angesprochen) an ihrer Basis mit der Mündung des Spermaschlauches und einer zweiten kürzeren Apophyse. (Wiehle 1960)

Ähnliche Arten

Genital

Weibchen von Mecopisthes peusi haben eine ähnliche Epigyne.

Das Männchen ähnelt auch in den Genitalien Maso sundevalli. Diese Art hat am Pedipalpus allerdings keinerlei Tibialapophysen.

Habituell

In Größe und Gestalt Tapinocyba affinis sehr ähnlich (Wiehle 1960).

Lebensraum

In Moos und Streu von Wäldern (Nentwig et al. 2015). In der Nadelstreu der Fichtenwälder, wobei lehmige Böden bevozugt werden. Die Art braucht jedenfalls eine mittlere Feuchtigkeit und ist hemiombrophil. (Wiehle 1960) In alpinen Lärchenwäldern (Rief & Ballini 2017).

Verbreitung

Tapinocyba pallens ist von Europa bis Armenien verbreitet (World Spider Catalog Association 2015).

In Deutschland in den Mittelgebirgen recht häufig nachgewiesen. Fehlt im norddeutschen Flachland. (Arachnologische Gesellschaft 2020)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise