Parasteatoda tabulata

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Parasteatoda tabulata (Levi, 1980)
Zugewanderte Mondspinne
Parasteatoda tabulata W 9-00450.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Theridiidae (Kugelspinnen)
Gattung: Parasteatoda (Mondspinnen)
Reifezeit (Nentwig et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:006868
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien ES
[D] Deutschland nb
[D] Berlin nb
[D] Brandenburg *
[D] Bayern D
[D] Bayern SL D
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Achaearanea tabulata

Merkmale

Körperlänge: Weibchen werden 3,2 bis 4,6 mm lang, Männchen 2,9 mm (Knoflach 1991).

Weibchen

Weibchen ähnlich gefärbt wie die Männchen, wirken nur etwas dunkler (Gromov 1997). Epigyne mitunter äußerst ähnlich wie bei Parasteatoda tepidariorum. Vulva mit auffälligen medianen, dunklen und schnabelförmigen Sklerotisierungen (siehe Bilder).

Männchen

Prosoma dorsal rotbraun. Ein dunklerer Längsstrich reicht von den VMA bis zur Fovea. Dunkle Radiärzeichnung ausgehend von der Fovea und dunkle Randung des Prosomas. Chelizeren rotbraun, mit dunklen Verfärbungen. Maxillae und Labium ebenfalls rötlich braun. Sternum rötlich gelb mit breitem dunkelbraunem Rand. Beine mit gelben Coxen, andere Segmente rotbraun mit dunklen Ringen an den basalen und distalen Ansätzen der Femora, Patellae, Tibien und Metatarsi. (Gromov 1997) Opisthosoma braungrau, dorsaler Bereich mit zwei kleineren weißen lateralen Punkten im basalen Bereich, dazwischen und daneben viele braune und schwarze Punkte. Im medianen Bereich liegen zwei weitere weiße Flächen, die ausgeprägter sind. Zusätzlich ist in diesem Teil ein dunkles, charakteristisches Querband ausgeprägt (Knoflach 1991). Ventral findet sich ein großer weißer Punkt zwischen der Epigastralfurche und den Spinnwarzen, vor letzteren liegt zudem ein dunkelbrauner Strich (Gromov 1997). Pedipalpus mit terminal verlängertem Konduktor (siehe Bilder).

Ähnliche Arten

Ähnelt habituell wie auch genital vor allem Parasteatoda tepidariorum, P. lunata und P. simulans. Ferner besteht hinsichtlich Zeichnung und Färbung Ähnlichkeit mit Cryptachaea riparia.

Habituell ist die Art durch die weißen Bereiche und das dunkle Querband auf dem Opisthosoma gekennzeichnet (siehe Bild), die aber vor allem für Laien nicht einfach von normalen Zeichnungselementen der anderen Arten abzugrenzen sind. Bei einer Genitaluntersuchung sind auf die stärker gebogenen Einführgänge der Epigyne und die eine größere ventrale Fläche einnehmenden (verlängerten) Embolus und proximalen Teil der Medianapophyse zu achten. Das auffälligste weibliche Genitalmerkmal ist nach einer Präparation der Vulva sichtbar (siehe auch Foto). Die Einführgänge besitzen kurz vor dem Einmünden in die eigentlichen Spermatheken zwei schnabelförmige, harte und dunkle Sklerotisierungen, diese sind charakteristisch. (Knoflach 1991)

Verbreitung

Holarktisch (World Spider Catalog 2020). 1990 erstmals in Österreich nachgewiesen (Knoflach 1991), 2014 in den Niederlanden (Bink 2014).

Lebensraum

Art, die an Häusern, Mauern und Bänken vorkommt (synanthrop), auch zusammen mit P. tepidariorum (Knoflach 1991). In Kasachstan und Russland jedoch auch in steiniger Steppe zu finden (Gromov 1997).

Lebensweise

Jungtiere und Adulte bauen einen Schlupfwinkel von ungefähr 1,5 bis 2,3 cm Länge, bestehend aus unterschiedlichen Materialien wie Pflanzenteilen und Steinchen. Bei den Adulten nimmt dieser eine haubenförmige Gestalt an.


Wie die meisten Kugelspinnen erbeutet Parasteatoda tabulata beinahe alles, was in das Netz gelangt, darunter auch hartschalige Beute wie Asseln. (Knoflach 1991)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise