Oonops domesticus

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Oonops domesticus Dalmas, 1916
Haus-Zwergsechsauge
O. domesticus Derschmidt.jpg
Oonops domesticus
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Oonopidae (Zwergsechsaugenspinnen)
Gattung: Oonops (Echte Zwergsechsaugen)
Reifezeit (Roberts 1996)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:005009
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Deutschlandss??=D
[D] Berlinex 0
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württemberg D
[D] Bayern G
[D] Bayern SL G
[D] Mecklenburg-Vorp.es== R
[D] Niedersachsen G
[D] Niedersachsen (H) G
[D] Niedersachsen (T) G
[D] Nordrhein-Westfalens===*
[D] Schleswig-Holsteins===*
[D] Sachsen-Anhalt 0

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 2 mm, Männchen 1,5 mm (Heimer & Nentwig 1991).

Grundfarbe pink bis ziegelrot. Opisthosoma ohne Scutum, Tibien des ersten Beinpaares mit jeweils 5 Paar ventralen Stacheln bestückt. (Locket & Millidge 1951)

Haplogyne Art, daher keine Epigyne ausgeprägt (Locket & Millidge 1951). Pedipalpus mit distal verbreitertem (löffelförmigem) Bulbus (Heimer & Nentwig 1991).

Ähnliche Arten

Oonops domesticus ist O. pulcher sehr ähnlich. Die Gesamtfarbe von O. domesticus ist aber bleicher und die Bekleidung des Opisthosomas dichter als bei O. pulcher. (Wiehle 1953)

Oonops pulcher unterscheidet sich von Oonops domesticus auch durch die Anzahl der ventralen Stacheln an der Tibia des 1. Beinpaares. Bei Oonops pulcher sind es lediglich 4 Stachelpaare. (Locket & Millidge 1951)

Reifezeiten

Manchen Quellen zufolge findet man adulte Tiere das ganze Jahr über, während andere angeben, dass es im Sommer nur Gelege oder Jungtiere gibt. (Roberts 1996) (Kreuels 2008)

Lebensraum

In Häusern und Gebäuden (synanthrop). Im Süden Europas mitunter außerhalb in der Streu oder unter Steinen (Le Peru 2011). Kann am besten nachgewiesen werden, wenn man nachts um 3:00 oder 4:00 Uhr Decken und Wände untersucht (Roberts 1996).

Lebensweise

Die nachtaktiven Tiere halten sich den Tag über in einer Wohnröhre auf. Am Abend verlassen sie die Röhre und streifen langsam und vorsichtig umher. Dabei werden die Vorderbeine tastend vorgestreckt. Stoßen sie auf ein lebendes Objekt, schnellen die Beine blitzartig zurück. Haben die Tiere eine Beute angetroffen, betasten sie diese mit den Vorderbeinen und setzen den Biss an. (Wiehle 1953)

Der Kokon der Art besteht nur aus 2 Eiern (Bellmann 2006). Detaillierte Beobachtungen der Lebensweise und Entwicklung von Oonops domesticus finden sich hier: Der Lebenszyklus der Haus-Zwergsechsaugenspinne

Verbreitung

Westeuropa bis Russland (World Spider Catalog 2016).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Bellmann H (2006): Kosmos Atlas Spinnentiere Europas. Kosmos. 3. Auflage. ISBN 3-440-10746-9, 304 S.
  • Heimer S & Nentwig W (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. ISBN 3-489-53534-0, 543 S.
  • Kreuels M (2008): Die Zwergsechsaugenspinne Oonops domesticus. Pest Control 38, S. 26.
  • Le Peru B (2011): The Spiders of Europe, a synthesis of data: Atypidae to Theridiidae. Mémoires de la Sociétés linnéenne de Lyon no. 2. 1 Auflage. ISBN 978-2-9531930-3-9, 523 S.
  • Locket GH & Millidge AF (1951): British Spiders Vol. I. Ray Society, 310 S.
  • Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
  • Wiehle H (1953): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile, 42. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) IX: Orthognatha - Cribellatae - Haplogynae Entelegynae. VEB Gustav Fischer Verlag, 150 S.
  • World Spider Catalog (2016): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 17.5, abgerufen am 2016-12-23, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise