Notioscopus sarcinatus

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Notioscopus sarcinatus (O. P.-Cambridge, 1873)
Notioscopus sarcinatus 6 1024.jpg
Notioscopus sarcinatus (Männchen)
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Notioscopus
Reifezeit (Nentwig W. et al. 2012)
Monat:123456789101112
X X X X end _ _ _ start X X X
X X X X end _ _ _ start X X X
Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012049
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien LC
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlands<?=3
[D] Berlins<(↓)=3
[D] Brandenburg 3
[D] Baden-Württemberg V
[D] Bayern 3
[D] Bayern Av/A 3
[D] Bayern OG 2
[D] Bayern SL 2
[D] Bayern T/S 2
[D] MVes=(↓) S2
[D] Niedersachsen 2
[D] Niedersachsen (H) 2
[D] Niedersachsen (T) 2
[D] NRWmh===*
[D] SHes??=R
[D] Sachsen 3
[D] Sachsen-Anhalt 3
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?
Synonyme
  • Erigone sarcinata

Notioscopus sarcinatus ist die Typusart der Gattung.

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 1,9 bis 2,3 mm, Männchen 1,7 bis 2,0 mm (Roberts M. J. 1993).

Prosoma birnenförmig. Länge zur Breite 5:0. Breite in Höhe der hintere Augenreihe ⅔ der größten Breite, braun, Kopfpartie heller, Rand schwarz, Radiärstreifen deutlich, am hinteren Ende der Kopfregion ein fünfeckiger dunkler Fleck. Rückenlinie: Anstieg ⅓ der Länge, leichte Kopferhöhung in ⅔. Augenstellung: HAR gerade, Intervalle etwa gleich, die HMA ein wenig größer als die HSA, gegenseitige Entfernung der HMA gleich ihrem Durchmesser; VAR rekurv, VMA um ihren Radius getrennt, um etwas mehr als ihren Durchmesser von den doppelt so großen VSA. Clypeus kürzer als das MA-Trapez. Sternum etwas länger als breit, konvex, glänzend, hinten gerade abge­schnitten, wenig schmaler als die Breite der Ⅳ. Coxen, dunkelbraun bis schwarz, Rand dunkler, Härchen zum Teil auf hellen Höfen. Unterlippe dun­kel, Gnathocoxen gelblich, schwarz übertönt, so auch die Coxen, ihr distaler unterer Rand stark schwarz markiert. Weibliche Chelizeren gelborange, heller als das Prosoma. (Wiehle H. 1960)

Beine: 4123, gelborange, mitunter mehr oder weniger schwarz übertönt (oliv) (beim Männchen satter in der Farbe, bis dunkel rotbraun). Tibia Ⅰ und Ⅱ mit zwei Borsten (die distale dünner und kürzer), Ⅲ und IV mit einer, die proximale auf Ⅰ und Ⅱ > d, auf Ⅲ und Ⅳ l ⅓– Ⅰ W d. Stellung der Borste auf Ⅰ–Ⅲ 0,14–0,16, auf Ⅳ 0,22. (Wiehle H. 1960) Wiehleformel: 2-2-1-1 (Roberts M. J. 1993). Becherhaar auf Metatarsus Ⅰ und Ⅱ 0,60–0,66. auf Ⅲ 0,52. Länge der Tarsen Ⅰ–Ⅲ 0,72–0,76 Metatarsus, Ⅳ 0,62 Metatarsus. Hauptkrallen an Tarsus Ⅰ und Ⅱ mit 3–4 kurzen, unscheinbaren Zähnen, der längste ⅓ des Endstücks, bei Ⅲ und Ⅳ die Zähne wenig kürzer. (Beim Männchen die Tibialborsten in der gleichen Zahl, aber kürzer, auf Ⅰ und Ⅱ die proximale < d, auf Ⅲ und Ⅳ = d. Stellung der Borsten wie beim Weibchen, auch auf Ⅳ 0,22. Becherhaar auf den Metatarsus Ⅰ und Ⅱ 0,55, Ⅲ 0,50. Tarsen verhältnismäßig länger als beim Weibchen [0,83; 0,84; 0,80; 0,70].) Opisthosoma schwarzgrau, mittlere Längsfläche der Unterseite außen hell be­grenzt, Decke der Buchlungen hell gelblich, Spinnwarzen hellbraun. (Wiehle H. 1960)

Weibchen

Pedipalpus: Endglied ½ Tibialänge. Vorderer Klauenfurchenrand mit vier Zähnen (seltener mit fünf), nur der proximale kürzer, die übrigen gleich lang, hinterer Rand mit vier Zähnchen, Außenseiten der Chelizeren mit sehr eng stehenden Stridulationsrillen (3,3 μm). Hauptkrallen wie beim Weibchen bezahnt. Epigyne braun. (Wiehle H. 1960)

Männchen

Vorderer Klauenfurchenrand mit sechs Zähnen, die beiden distalen und der proximale kürzer, hinterer Rand mit fünf Zähnchen, Stridulationsrillen noch ausgedehnter als beim Weibchen, bei den gleichen Intervallen. Wie das Weibchen gefärbt, meist satter in der Farbe. Vom Thorax legt sich ein konischer Auswuchs auf die Kopfpartie, ohne dass die inneren Organe dadurch stärker verlagert erscheinen (auch beim subadulten Männchen schon zu erkennen). Augenstellung etwa wie beim Weibchen. Auswuchs des Thorax und Kopfpartie heller. Pedipalpus: Patella von oben gesehen be­deutend länger als die Tibia. Tibia kurz und massig, mit zwei kurzen Apophysen, die sich zangen­förmig gegeneinander krümmen (schon beim subadulten Männchen gut ausgebildet). Im bogigen Ausschnitt zwischen beiden Apophysen mehrere kleine Höcker. Auf der Innenseite an der Basis der kurzen Apophyse ein fingerförmiger, wenig chitinisierter Fortsatz, ein ähnlicher, kürzerer über der Innenapophyse. Cymbium von der Länge der Patella. Paracymbium mit hakenförmigem Endast. Em­bolus kurz und stark chitinisiert, von einer wohlausgebildeten Stützlamelle getragen. Mündung des verhältnismäßig weitlumigen Spermakanals unterhalb der Embolusspitze. Embolus von einem dreieckigen Häutchen gedeckt. (Wiehle H. 1960)

Beschreibung des Linyphiiden-Schlüssels der Uni Bern

Prosoma: Längenklasse 0,6–0,8 mm, unauffällig, Fovea deutlich als Einkerbung erkennbar. Augen: HAR gerade, VMA deutlich kleiner als Seitenaugen. Chelizeren: Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied, Gnathocoxen unauffällig. Sternum glatt, nach hinten verlängert. Breite des Sternums zwischen Coxen Ⅳ gleich ihrem Durchmesser. Beine: Länge des Femurs Ⅰ kleiner als die des Prosomas, Femur Ⅰ ohne dorsale Borsten, ohne prolaterale Borsten auf Femur Ⅰ, ohne prolaterale Borsten auf Tibia Ⅰ, Metatarsus Ⅳ dorsal ohne Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ ohne dorsale Borsten, Tibia Ⅳ mit einer dorsalen Borste. Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ (Wiehleformel): 2-2-1-1. Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. Opisthosoma einfarbig, unauffällig. (Stäubli A. 2013)

Weibchen

Prosoma: Längenklasse 0,8–1,0 mm. Pedipalpen: Kralle nicht/undeutlich vorhanden. Beine: Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,60–0,69 mm. Epigyne mit Mittelplatte/Mittelsteg, flach, Vulvenstrukturen (z. Bsp. Rezeptacula) deutlich durchscheinend. (Stäubli A. 2013)

Männchen

Kopfregion komplex. Pedipalpen: Femur und Patella unauffällig, Tibia mit mehreren komplexen Apophysen, Cymbium mit dorsalen Ausbuchtungen/Zapfen, Paracymbium einfach, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica. Beine: Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,50–0,59 mm. (Stäubli A. 2013)

Lebensraum

Lebensraum und Fundort von Notioscopus sarcinatus. Nasses Sphagnum im Segrahner Moor (Schleswig-Holstein).

Diese Art ist eng an naturnahe Lebensräume in Hochmooren gebunden und besiedelt dort feuchte, torfmoosreiche Stadien, z.B. Schlenken und alte Handtorfstiche; sie kann als stenotoper Besiedeler dieser Bereiche gelten (Holle T et al. 2005). In nassem Torfmoos (Sphagnum) (Wiehle H. 1960).

Verbreitung

Europa und Russland (World Spider Catalog Association 2018).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise