Mitopus morio

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mitopus morio (Fabricius, 1779)
Gemeiner Gebirgsweberknecht (Komposch C. 2009)
Mitopus-Paar.jpg
oben Männchen, unten Weibchen
Systematik
Ordnung: Opiliones (Weberknechte)
Familie: Phalangiidae (Schneider)
Gattung: Mitopus
Reifezeit (Martens J. 1978)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ _ start X X X X end _
_ _ _ _ _ start X X X X end _
Verbreitung in Europa[Quellen]
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlin *
[D] Sachsen-Anhalt R
[NO] Norwegen LC
Synonyme
  • Holosctotolemon jaqueti

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 6,4 bis 8,2 mm, Männchen 4,2 bis 5,3 mm (Martens J. 1978).

Beinlänge: Die Beinlänge ist je nach Fundort sehr unterschiedlich. So ist das Laufbein Ⅱ eines Männchens in der Ebene etwa 48–50 mm lang, im Gebirge (auf 2400 m Höhe) nur ca. 23 mm. Jedoch kommen im alpinen Raum auch langbeinige Tiere vor. Die Beinlänge nimmt zudem in höheren nördlichen Breiten ab. Tiere aus Nord-Norwegen sind z.B. ähnlich kurzbeinig wie solche aus dem Hochgebirge. (Martens J. 1978) Zeichnung und Färbung: Mitopus morio ist sehr variabel in Zeichnung und Färbung. Die Grundfarbe reicht von weiß über gelblich und braunrot bis hin zu schwarz. Über die Dorsalseite erstreckt sich eine mehrfach eingeschnürte, schwarze bzw. dunkelbraune Sattelzeichnung, die im mittleren und hinteren Drittel verwaschen und verschwommen sein kann.[Literaturzitat fehlt] Tiere aus dem Gebirge weisen eine helle Mittellinie auf, die mit zunehmender Höhe des Lebensraumes immer deutlicher hervortritt (Martens J. 1978). Doch auch bei Individuen des Flachlandes (z. B. Niederlande, Norddeutschland) kommen helle Mittellinien vor; insbesondere bei frisch gehäuteten Exemplaren ( 2010) Der Augenhügel von Mitopus morio ist mit kleinen Tuberkeln besetzt, die ihrerseits eine kleine Borste tragen (Wijnhoven H. 2009).

Lebensraum

Mitopus morio ist eine euryöke Art, die in vielen verschiedenen Biotopen zu finden ist. In Mitteleuropa lebt sie hauptsächlich in schattigen Wäldern. Sie kommt sowohl in der Ebene als auch im Gebirge vor, wo sie bis in eine Höhe von 3000 m aufsteigt. Während der frühen Jugend lebt Mitopus morio am Boden in der Laubstreu und im Detritus, Subadulte und Adulte in der Krautschicht, letztere auch an Baumstämmen, auf Felsen und an Mauern. (Martens J. 1978)

Habitat der alpinen Form in der Schweiz auf 1900 m Höhe

Lebensweise

In der Ebene ist Mitopus morio hauptsächlich nachtaktiv, im Hochgebirge tagaktiv.

Die Eier werden in hohle Pflanzenteile abgelegt, bevorzugt in Stengel von Stauden (Martens J. 1978).

Reifezeit

Mitopus morio ist stenochron sommer- und herbstreif, wobei sich die Reifezeit abhängig von der Höhe des Biotops um mehrere Wochen verschieben kann:

Engeres Mitteleuropa, Flach- und Hügelland: Ende Juli bis Ende November.

Niederlande: Mitte Juni bis Mitte November (Wijnhoven H. 2009). In Dänemark sind reife Tiere dagegen von Mitte Mai bis Ende Oktober zu finden (Martens J. 1978).

Verbreitung

Mitopus morio besiedelt von allen Weberknechten das größte Gebiet. In Europa ist die Art überall außerhalb des mediterranen Raumes zu finden. Auch in gemäßigten und arktischen Klimazonen Asiens und Nordamerikas ist sie zu Hause. (Wijnhoven H. 2009)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Komposch C. (2009): Rote Liste der Weberknechte (Opiliones) Österreichs. – In: Zuklat P. (Red.): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Grüne Reihe des Lebensministeriums 14/3, S. 397–483.
  • Martens J. (1978): Die Tierwelt Deutschlands 64. Teil, Weberknechte, Opiliones. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 464 S.
  • Wijnhoven H. (2009): De Nederlandse hooiwagens (Opiliones). Supplement Bij Nederlandse Faunistische Mededelingen, 118 S, ISSN 1875-760X.
  • Pageler J. (2010) Eigene Beobachtungen. Spinnenwiki Userpage Pageler

Quellen der Nachweise