Leiobunum rotundum

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Leiobunum rotundum (Latreille, 1798)
Braunrückenkanker (Komposch C. 2009)
Leiobunum rotundum f2.JPG
Weibchen
Systematik
Ordnung: Opiliones (Weberknechte)
Familie: Sclerosomatidae (Kammkrallenkanker)
Gattung: Leiobunum
Reifezeit (Martens J. 1978)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ _ start X X X X end _
_ _ _ _ _ start X X X X end _
Verbreitung in Europa[Quellen]
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlin *
[NO] Norwegen LC

syn. Phalangium rotundum (Latreille, 1798); syn. Nelima fuscifrons (Sankey, 1953)

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 5,2 bis 5,9 mm, Männchen 3,1 bis 3,6 mm.

Die Beine sind sehr lang (Laufbein II. des Männchens: ca. 60 mm) und schwarz. Die Glieder sind rund und unbewehrt, lediglich das Femur ist leicht bedornt.

Der Augenhügel ist dunkel mit einem hellen Mittelband. (Martens J. 1978) Bei dunklen Exemplaren kann der Augenhügel auch ganz schwarz sein. (Wijnhoven H. 2009)

Weibchen

Gelblich-rot oder bräunlich, haben auf der Dorsalseite eine dunkle, trapezförmige (bzw. Anker-förmige) Sattelzeichnung und vor den Augen eine ebenso dunkle trapezförmige Zeichnung. (Martens J. 1978) Letztere kann bei juvenilen Tieren auch fehlen → siehe Bild.

Männchen

Ungezeichnet ziegelrot.

Ähnliche Arten

Im Gegensatz zu Leiobunum limbatum und Leiobunum rupestre, weisen die Arten Leiobunum rotundum und Leiobunum blackwalli gewisse Ähnlichkeiten miteinander im Gesamthabitus auf.

Leiobunum-rotundum,-blackwalli Paar.jpg Die beiden Arten können aber recht einfach durch die Färbung der Augenringe und des Mittelstreifens zwischen den Augenringen auseinander gehalten werden.
  1. Ringe um die Augen schwarz, Mittelstreifen zwischen den Augen dagegen hell → Leiobunum rotundum
  2. Ringe um die Augen hell, Mittelstreifen zwischen den Augen aber dunkel → Leiobunum blackwalli

Lebensraum

Ausgesprochen euryök. Besiedelt Parks, Gärten, Gehölze, Gebüsche und lichte Waldränder. Fehlt an trockenen wie auch an lichtarmen Standorten. [Literaturzitat fehlt]

Leiobunum rotundum steigt im Gebirge bis ca. 1100 m auf.[Literaturzitat fehlt]

Während adulte Tiere hauptsächlich an Baumstämmen, Hauswänden etc. leben, findet man junge Tiere in der Bodenschicht, ältere Jugendstadien in der Krautschicht (dort auch zusammen mit Adulten). (Martens J. 1978)

Lebensweise

Leiobunum rotundum ist nachtaktiv. Am Tage finden sich gerne größere Gruppen mit manchmal mehreren hundert Tieren zusammen, wobei sie über ihre Beine Kontakt halten. (Martens J. 1978) → siehe Bild.

Die Art überwintert im Ei, bei günstigen klimatischen Bedingungen auch als Juvenile, die noch im Herbst geschlüpft sind. (Martens J. 1978)

Reifezeit

Stenochron sommer- und herbstreif. Adulte Tiere von Juni bis November, Juvenile von April bis August. (Martens J. 1978)

Verbreitung

Von den Küsten der Nord- und Ostsee bis zu den äußeren, atlantisch geprägten Ketten der Alpen. Leiobunum rotundum fehlt in stark mediterran geprägten Ländern und Finnland. (Martens J. 1978)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Quellen

  • Komposch C. (2009): Rote Liste der Weberknechte (Opiliones) Österreichs. – In: Zuklat P. (Red.): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Grüne Reihe des Lebensministeriums 14/3, S. 397–483.
  • Martens J. (1978): Die Tierwelt Deutschlands 64. Teil, Weberknechte, Opiliones. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 464 S.
  • Wijnhoven H. (2009): De Nederlandse hooiwagens (Opiliones). Supplement Bij Nederlandse Faunistische Mededelingen, 118 S, ISSN 1875-760X.

Quellen der Nachweise