Halorates reprobus

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Halorates reprobus (O. P.-Cambridge, 1879)
Halorates-reprobus No-Insel 09-10 01.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Baldachinspinnen)
Gattung: Halorates
Reifezeit (Nentwig W. et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:010763
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Deutschlandes??=R
[D] Niedersachsen 0
[D] Niedersachsen (T) 0
[D] NRWss===*
[D] SHes===R
[D] Sachsen 3
[NO] Norwegen LC
[SE] Schweden VU
Synonyme
  • Halorates distinctus

Merkmale

Körperlänge: der Weibchen 2,5–4,0 mm, der Männchen 2,5–3,0 mm (Roberts M. J. 1993).

Prosoma dunkel gelbbraun mit dunklerer Radiärmusterung. Kopfregion breit. Opisthosoma bleich graugelb. Beine bräunlich.

Weibchen

Prosoma braun, fein chagriniert, Scheitelpartie heller und mit schwach angedeuteter Mittellinie, die einige längere Härchen trägt, Radiärstreifen deutlich dunkler braun, auch der Rand markiert, mit kurzen Härchen besetzt. Profil: ein Drittel der Länge allmählicher Anstieg, dann geringe bogige Erhöhung, der höchste Punkt hinter der Augenzone. Augenstellung: HMA um ihren Durchmesser getrennt, weiter von den HSA entfernt. Clypeus grade abfallend, etwas länger als die Augenpartie. Sternumlänger als breit; hinten schmal gerade abgeschnitten, braun, schwach dunkel übertönt. Cox, Gnathocoxen, Unterlippe braun. Chelizeren kräftig, satt braun. Vorderer Klauenfurchenrand mit fünf kräftigen Zähnen, hinten mit drei Zähnen von der Länge und Stärke des Anschlagzahnes. Auf der Vorder­seite in Höhe der ersten drei Zähne zwei kleine Chitinhöcker. Stridulationsleiste weit gestellt. Beine: lang und kräftig, Fern Ⅰ etwas kürzer als der Cx lang (13 : 15), braun, die Fern heller. Tib Ⅰ = 7 d lang. Alle Tib mit zwei dorsalen Borsten (ohne seitliche Borsten). Proximale Borste > 2d (auf Ⅲ und Ⅳ bis 2,5 d), Stellung auf Ⅰ 0,20, auf Ⅳ 0,26. Alle Met mit einem Becherhaar, auf Ⅰ 0,70, auf Ⅱ–Ⅳ 0,65—0,64. Länge der Tarsen Ⅰ–Ⅲ 0,67—0,63 Met, Ⅳ 0,57. Hauptkrallen des Tarsus mit 8–10 breiten, aber kurzen Zähnchen, das distale von Länge des Endabschinttes der Kralle. Opisthosoma grau bis schwarz, auf der Unterseite die mittlere Längsfläche durch helle Streifen abgegrenzt, Epigaster hell, Epigyne dunkelbraun. (Wiehle H. 1960)

Männchen

Färbung: In Form und Farbe dem Weibchen sehr ähnlich. Chelizeren auf der Vorderseite mit einem konischen Auswuchs. (Wiehle H. 1960)

Pedipalpus: Patella ebenso lang wie die Tibia. Femur 2,5 mal so lang. Tibia becherförmig mit zwei Apophysen. Dorsale Apophyse am Ende zweiteilig, Apophyse der Außenseite breit. Cvmbium dorsal an der Basis mit einem hakenförmigen Auswuchs, in der Behaarung drei stärkere und längere Borstenhaare. Paracymbium kompakt. Charakteristisch am Bulbus die Endapophysen und eine mittlere Apophyse, die letztere in der Seiten­ ansicht schmal erscheinend, aber blattförmig, am Ende mit winzigen Zähnchen besetzt. Embolus schwer zu erkennen. (Wiehle H. 1960)

Beschreibung des Linyphiiden-Schlüssels der Uni Bern

Prosoma: Längenklasse 1,2–1,4 mm, unauffällig, Fovea deutlich als Einkerbung erkennbar. Augen: HAR gerade, VMA deutlich kleiner als Seitenaugen. Chelizeren: Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, Gnathocoxen unauffällig, Sternum glatt, nach hinten verlängert. Beine: Länge des Femurs Ⅰ kleiner als die des Prosomas, Femur Ⅰ ohne dorsale und prolaterale Borsten, ohne prolaterale Borsten auf Tibia Ⅰ. Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,70–0,79. Metatarsus Ⅳ dorsal mit Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ ohne dorsale Borsten. Tibia Ⅳ mit 2 dorsalen Borsten, Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ (Wiehleformel): 2-2-2-2. Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. Opisthosoma einfarbig, unauffällig. (Stäubli A. 2013)

Weibchen

Chelizeren ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Kralle nicht/undeutlich vorhanden. Epigyne mit Mittelplatte/Mittelsteg, flach, Vulvenstrukturen (z. Bsp. Rezeptacula) deutlich durchscheinend. (Stäubli A. 2013)

Männchen

Prosoma: Längenklasse 1,4–1,6 mm. Kopfregion unauffällig. Chelizeren: Auffällige Apophysen/Zahnwarzen/Haarhöcker auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Femur und Patella unauffällig, Tibia mit mehreren einfachen Apophysen, Cymbium mit dorsalen Ausbuchtungen/Zapfen, Paracymbium einfach. Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica. (Stäubli A. 2013)

Lebensraum

Im groben Kies von Meeresküsten und Salzwiesen (Nentwig W. et al. 2012) (Roberts M. J. 1993). In der Gezeitenzone der Meeresküsten unter Steinen und angespülten Tangmassen (Wiehle H. 1960).

Verbreitung

Europa und Russland (World Spider Catalog Association 2015).

Auf Helgoland (Wiehle H. 1960). In Deutschland nur vereinzelte Nachweise auf den norddeutschen Inseln und vier weit im Innland im unteren Rheintal (Arachnologische Gesellschaft 2017).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise