Hahniharmia picta

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Hahniharmia picta Kulczyński, 1897
Baumhöhlenspinne
Hahnia picta female1.JPG
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Hahniidae (Bodenspinnen)
Gattung: Hahniharmia (Baumhöhlenkammschwänze)
Reifezeit (Nentwig et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:021955
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien CR
[D] Deutschlandes??=R
[D] Berlines??=R
[SK] Slowakei V*
Synonyme
  • Hahnia picta

Merkmale

Körperlänge: Beide Geschlechter erreichen 2,0–2,2 mm (Harm 1966).

Hahniharmia picta muss unter den europäischen Hahnia-Arten als Außenseiter gelten. Nach der Augenstellung (Clypeus) und der Form der Tibial-Apophyse des männlichen Tasters gehört sie zur montana-Gruppe. Nach dem ovalen Cymbium des männlichen Tasters und dem Bau des Bulbus genitalis müsste sie aber der zweiten Gruppe, der pusilla-Gruppe zugerechnet werden. Die Vulva der Art fällt vollständig aus dem Rahmen der bisher behandelten Arten, ebenso die Beine, die vollständig stachellos sind. (Harm 1966)

Sie gehört zu den dunkel pigmentierten Hahniidae. Prosoma breit oval, rötlich gelb gefärbt. Sattelfleck dunkel, Radiärstreifen. Im attelfleck, auf der Mittellinie zur Augenregion und in der Augenregion einige wenige lange dunkle Haare. Rand des Thorax nur schmal etwas dunkler. Sternum von der üblichen herzförmigen Form, leuchtend gelb, mit schmalem schwarzem Rand. Nur schwach behaart. Beine bräunlich gelb, besonders Ⅲ und Ⅳ mit langen kräftigen Haaren, aber ohne Stacheln. Opisthosoma dunkel pigmentiert mit großen leuchtend gelben Winkelflecken, im vorderen Teil jederseits mit einem ebenso gefärbten rundlichen Fleck. Fein dunkel behaart. Von ventral gelblich weiß. Etwa von der Mitte an greift die dunkle Pigmentierung der Oberseite auf die Unterseite über, zunächst ganz schmal, nach hinten gleichmäßig an Breite zunehmend, an den Spinnwarzen schließlich das zweite Paar erreichend. Die so entstehenden Dreiecksflecke sind vor den mittleren Spinnwarzen durch ein schmales dunkles Band verbunden. Die ganze Unterseite unregelmäßig behaart. Die Tracheenöffnungen näher den Spinnwarzen (Tracheenöffnungen-Epigastralfurche durchschnittlich 0,36 mm, Tracheenöffnungen-Spinnwarzen 0,20 mm; Verhältnis 1,8 : 1). (Harm 1966)

Weibchen

Die Epigyne hebt sich auf der hellen Unterseite sehr deutlich dunkel rotbraun ab. Die meisten Teile der Vulva sind im Bild der Epigyne zu erkennen. Vulva: Die Einführungsöffnungen liegen im vorderen Teile der Vulva (bei den meisten behandelten Arten liegen sie im hinteren Teil der Vulva, bei Hahnia nava sind sie nach der Mitte zu vorgerückt). Sie führen in einen erweiterten Raum, den man als Atrium bezeichnen könnte. Von diesem Atrium geht der Einführungsgang aus. Er ist in seinem ganzen Verlauf gleichmäßig weit und drüsig und erweitert sich nicht zu einem besonderen Rezeptakulum. An seinem Ende ist der Befruchtungsgang deutlich zu erkennen. (Harm 1966)

Männchen

Pedipalpus: Die Tibialapophyse des hat Ähnlichkeit mit der von Iberina candida, nur verläuft sie fast gerade und ist nur an ihrem Ende hakenförmig gebogen. Patellaapophyse klein, nach hinten gerichtet und hakig gebogen. Cymbium und Bulbus genitalis oval. Spermophor verhältnismäßig englumig, Embolus von etwa einem Umgang. Bulbus vorn — wie die Taster mit ovalem Bulbus der einheimischen Arten — mit einem häutigen Lappen. (Harm 1966)

Lebensraum

Arboricole Art. Hahniharmia picta lebt unter der Rinde und Rindenschuppen alter Laubbäume (z.B. Ahorn, Platane, Rosskastanie, Birne) (Kielhorn et al. 2007). Nach Simon(1937: 1026) ist die Art in Frankreich in den Moosen trockener oder sandiger Wälder gefunden worden. Miller (in litt.) sammelte sie in einer großen Parkanlage unter der Rinde von alten Ahornen (Acer pseudoplatanus), Platanen und Rosskastanien. Nie fand er sie dort am Boden im Fallaub, im Moos oder im Gras. (Harm 1966)

Verbreitung

Hahniharmia picta ist in West-, Mittel, und Südeuropa nachgewiesen worden mit einem deutlichen Schwerpunkt im südöstlichen Mitteleuropa (Kielhorn et al. 2007).

In Deutschland bisher erst einmal gefunden (Februar 2006 im Schlosspark Schönhausen, Berlin-Pankow) (Kielhorn et al. 2007).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Harm M (1966): Die deutschen Hahniidae (Arach., Araneae). Senckenbergiana Biologica 47, S. 345–370.
  • Kielhorn, K.-H. & Blick, T. (2007): Erstfund von Hahnia picta (Araneae, Hahniidae) in Deutschland - mit Angaben zu Habitatpräferenz und Verbreitung. Arachnologische Mitteilungen 33, 7–10.
  • Nentwig W, Blick T, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Araneae, Spinnen Europas (Bestimmungsschlüssel). Universität Bern.

Quellen der Nachweise