Gongylidiellum vivum

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Gongylidiellum vivum (O. P.-Cambridge, 1875)
Nagel-Däumlingsspinnchen
Gongylidiellum vivum m do TTöpfer.JPG
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Gongylidiellum (Däumlingsspinnchen)
Reifezeit (Harvey 2014)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:010698
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien LC
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandh<==*
[D] Brandenburg R
[D] Baden-Württemberg V
[D] Mecklenburg-Vorp.mh== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh>=*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?
[SK] Slowakei R*

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 1,5 bis 1,9 mm, Männchen 1,2 bis 1,5 mm (Nentwig et al. 2015).

Sternum netzartig genarbt und schwarz übertönt, fein chagriniert. Thoraxrand schwach und undeutlich dunkel. Radiärstreifen undeutlich, Mittel­fleck dunkel begrenzt. Augenstellung: HAR gerade, Augen gleich groß und gleich weit voneinander entfernt, wenig mehr als d. VAR schwach prokurv (beim Männchen gerade), Augen gleich weit entfernt. VSA 1 1/2 mal so groß wie die VMA, Trapez der MA länger als hinten breit. Clypeus etwa so hoch wie das MA-Trapez lang. Sternum herzförmig, so lang wie breit, netzartig genarbt, schmal zwischen die Ⅳ. Coxen geschoben, gerade abgeschnitten (halbe Breite der Ⅳ. Coxen). Ⅳ. Coxen mit Schrillzahn. Coxen gelbbraun, der distale Rand schwarz markiert, mit wenig schwarzen Flecken. Unterlippe dunkel, Gnathocoxen braun. Chelizeren kräftig, braun, schuppenförmig ge­narbt. Außenseite mit Stridulationsleisten wie bei den übrigen Arten der Gattung. Vorderer Klauen­furchenrand mit vier wohlausgebildeten Zähnen, zu denen ein fünftes winziges Zähnchen tritt. 2—4 fächerförmig gestellt. Hin­terer Rand mit vier auf einer Leiste stehenden Zähnchen, fast von der halben Länge des An­schlagzahnes. (Männliche Chelizeren ohne das fünfte Zähnchen des Vorderrandes, Vorderseite mit der zahnförmigen Haarwarze.) Beine: 4123, gelbbraun bis braun, Basis der Tibia aufgehellt. Tibia Ⅰ und Ⅱ mit zwei Borsten. Ⅲ und Ⅳ mit einer. Länge der basalen Borste Ⅰ—Ⅲ 1 1/2 d. Ⅳ 2 d (die distale Borste auf Ⅰ und Ⅱ kürzer und mehr gebogen); Stellung der basalen Borste Ⅰ—Ⅲ: 0,16—0,19. Ⅳ: 0,20—0,27. Stellung des Becher­haares auf Metatarsus Ⅰ–Ⅲ: 0,32—0,38. Länge der Tarsen: 0,81—0,85. Metatarsus, Haupt­krallen mit 5—6 Zähnchen, das distale nicht halb so lang wie der End­abschnitt, bei Ⅲ und Ⅳ der Endabschnitt verhältnismäßig länger. (Beine des Männchens wie beim Weibchen, die basalen Tibialborsten unbedeutend kürzer, die Tarsen relativ kürzer, bei Ⅲ und Ⅳ: 0,70 Metatarsus). (Wiehle 1960) Wiehleformel: 2-2-1-1 (Stäubli 2013). Opisthosoma grau. Spinnwarzen ganz hell, weißlich mit schwacher Braunfärbung. (Wiehle 1960)

Weibchen

Auf der Unterseite die Umgebung der Epigyne weißlich, die hellen Teile der Epigyne satt gelb, von der Seite gesehen stark vorspringend. Decken der Buchlungen hell, gelblich, mit Stridulationsrillen. (Wiehle 1960)

Männchen

Pedipalpus: Hauptapophyse am Ende mit einer hakenförmigen Spitze (bei genauer Betrachtung von der Apophyse abgesetzt). Innenapophyse stark entwickelt. Außenapophvse am Ende abgerundet. Paracymbium: Endast sehr breit, am dorsalen Rand gezackt. Embolusabschnitt sehr kompliziert. (Wiehle 1960)

Beschreibung des Linyphiiden-Schlüssels der Uni Bern

Prosoma: Längenklasse 0,6–0,8 mm, unauffällig, Fovea deutlich als Einkerbung erkennbar. Augen: HAR gerade, VMA deutlich kleiner als Seitenaugen. Chelizeren: Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, Gnathocoxen unauffällig. Sternum glatt, nach hinten verlängert. Beine: Länge des Femurs Ⅰ kleiner als die des Prosomas, Femur Ⅰ ohne dorsale Borsten, ohne prolaterale Borsten auf Femur Ⅰ, ohne prolaterale Borsten auf Tibia Ⅰ. Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,30–0,39 mm. Metatarsus Ⅳ dorsal ohne Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ ohne dorsale Borsten, Tibia Ⅳ mit einer dorsalen Borste. Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ (Wiehleformel): 2-2-1-1. Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. Opisthosoma einfarbig, unauffällig. (Stäubli 2013)

Weibchen

Chelizeren ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Kralle nicht/undeutlich vorhanden. Epigyne mit Mittelplatte/Mittelsteg, vorgewölbt, Vulvenstrukturen (z. Bsp. Rezeptacula) deutlich durchscheinend. (Stäubli 2013)

Männchen

Kopfregion unauffällig. Augen: Abstand der HMA kleiner als ihr Durchmesser. Chelizeren: Auffällige Apophysen/Zahnwarzen/Haarhöcker auf dem Chelizerengrundglied. Pedipalpen: Femur und Patella unauffällig, Tibia mit mehreren komplexen Apophysen, Cymbium: Rand unregelmäßig, mit Einbuchtungen/Ausbuchtungen. Paracymbium komplex, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica. Sternum: Breite des Sternums zwischen den Coxen Ⅳ gleich ihrem Durchmesser. (Stäubli 2013)

Lebensraum

Bevorzugt feuchte Biotope, meidet aber häufig überschwemmte Stellen (Schaefer 1972). In Torfmoos (Wiehle 1960). Halotolerant, auf Salzwiesen vorkommend (Finch 2008).

Lebensweise

Lebenszyklus diplochron, Kopulationsmaxima in Frühjahr und Herbst (Schaefer 1972).

Verbreitung

Gongylidiellum vivum ist paläarktisch verbreitet (Bosmans et al. 2010).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise