Floronia bucculenta

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Floronia bucculenta (Clerck, 1757)
Buckelweber
Floronia 2 Werner.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Floronia (Buckelweber)
Reifezeit (Harvey 2014) (Lemke 2011)
Monat:123456789101112
X _ _ _ start X X X X X end _
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:010612
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten V
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlandh===*
[D] Berlinmh===*
[D] Brandenburg *
[D] Mecklenburg-Vorp.s== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalenh===*
[D] Schleswig-Holsteinmh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau *
Synonyme
  • Floronia frenata
  • Linyphia frenata

Merkmale

Körperlänge: Weibchen und Männchen erreichen 4–5 mm (Roberts 1996).

Beine: Wiehleformel 2-2-2-2 (Stäubli 2013)

Prosoma gelblich mit breiten schwarzen Rändern, die sich bis an den Augenbereich erstrecken. Ein Mittelstreifen oder eine andersartige Prosomazeichnung ist nicht ausgeprägt. Die Chelizeren sind rotbraun und besitzen 4 bis 5 kräftige Zähne am vorderen Klauenfurchenrand. Opisthosoma dorsal mit bräunlicher bis grauer Grundfarbe und deutlicher weißer Fleckung, die jedoch auch als plattenartige Marmorierung ausgeprägt sein kann. Median verläuft zusätzlich ein dunkler Längsstrich. Ventral meist ebenfalls mit einem dunklen Längsband. Beine gelblich mit dunklen Schattierungen an den Gelenken.

Männchen

Floronia bucculenta m augen-800.jpg Die Männchen besitzen eine rundliche, stark hochgewölbte Augenregion mit starker Behaarung.

Beschreibung des Linyphiiden-Schlüssels der Uni Bern

Prosoma unauffällig, Fovea deutlich als Einkerbung erkennbar. Augen: HAR gerade, Abstand der HMA größer als ihr Durchmesser, VMA ungefähr gleich groß wie Seitenaugen. Chelizeren: Zähne auf dem vorderen Falzrand nicht auffallend groß, ohne auffällige Strukturen auf dem Chelizerengrundglied, Gnathocoxen unauffällig. Sternum glatt, nach hinten verlängert. Beine: Länge des Femurs Ⅰ größer als die des Prosomas, Femur Ⅰ mit einer dorsalen Borste, mehrere prolaterale Borsten auf Femur Ⅰ, mehrere prolaterale Borsten auf Tibia Ⅰ. Lage des Tm Ⅰ in Klassen: 0,10–0,19. Metatarsus Ⅳ dorsal ohne Trichobothrium, Metatarsus Ⅰ mit einer dorsalen Borste, Tibia Ⅳ mit 2 dorsalen Borsten. Anzahl dorsaler Borsten auf Tibia Ⅰ–Ⅳ (Wiehleformel): 2-2-2-2. Tibia Ⅰ–Ⅱ ventral ohne Stacheln. Opisthosoma mit Zeichnungsmuster. (Stäubli 2013)

Weibchen

Prosoma: Längenklasse 1,8–2,0 mm, Längenklasse 2,0–2,2 mm. Pedipalpen: Kralle deutlich vorhanden. Epigyne mit Scapus (entspringt dem Epigynenvorderrand), vorgewölbt, keine durchscheinende Vulvenstrukturen. (Stäubli 2013) Pedipalpen mit langen Stacheln.

Männchen

Prosoma: Längenklasse 2,0–2,2 mm, Längenklasse 2,2–2,4 mm. Kopfregion mit Erhöhung, mit Hörnern/Haarbüscheln. Pedipalpen: Femur und Patella mit auffälligen Borsten (einzeln oder in Büscheln), Tibia mit mehreren einfachen Apophysen, Cymbium mit dorsalen Ausbuchtungen/Zapfen, Paracymbium komplex, Längs- und Querast des Paracymbiums ohne Zähne, Embolus unauffällig, ohne Lamella characteristica. (Stäubli 2013)

Determination

Neben den genitalmorphologischen Aspekten sind vor allem das hoch aufgewölbte Opisthosoma und die eigentümliche Behaarung im Augenbereich kennzeichnend, welche beim Männchen besonders ausgeprägt ist (siehe Detailfotos unten). Als Eselsbrücke könnte man folgenden Satz ansehen: „Der Kerl unrasiert und sie mit hübschen Wimpern.“

Darüber hinaus gehört die Art mit bis zu 5 mm Körperlänge zu den größeren Linyphiidae.

Lebensraum

Die Tiere kommen in verschiedenen Habitaten vor – sowohl in trockenen als auch in feuchten Bereichen, sind jedoch eher lokal verbreitet (Roberts 1996). Besonders in Knicks, vereinzelt auf benachbarten Äckern und im Grünland (Reinke & Irmler 1994). Liebt feuchte Wald­stellen und legt ihr Netz auf niedrigen Pflanzen an (Wiehle 1956). Auf niedrigen Pflanzen an feuchten Waldrändern (Nentwig et al. 2015).

Verbreitung

Europa und Russland (World Spider Catalog Association 2015).

Lebensweise

Floronia bucculenta webt ein typisches baldachinartiges Netz in niedriger, bodennaher Vegetation, dem jedoch nach oben ragende Stolperfäden fehlen, die typisch für viele andere größere Arten aus der Familie sind und die den Absturz von fliegenden Insekten auf die Netzdecke verursachen sollen. Bei Störung lässt sie sich verhältnismäßig schnell zu Boden fallen und nimmt eine dunkelbraune Schreckfärbung an. (Bellmann 2010)

Diese Art betreibt keinerlei Brutpflege oder Brutbewachung (Finch 2001).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise