Alopecosa fabrilis

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Alopecosa fabrilis (Clerck, 1757)
Sand-Scheintarantel
Alopecosa fabrilis W 7-5798.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Lycosidae (Wolfspinnen)
Gattung: Alopecosa (Scheintaranteln)
Reifezeit (Bellmann 2010)
Monat:123456789101112
X X X X X X end _ start X X X
X X X X X X end _ start X X X
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:017409
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien CR
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandmh<<?=3
[D] Berlinex 0
[D] Brandenburg 2
[D] Baden-Württemberg 2
[D] Bayern 2
[D] Bayern SL 2
[D] Bayern T/S 1
[D] Mecklenburg-Vorp.ss== F3
[D] Niedersachsen 2
[D] Niedersachsen (T) 2
[D] Nordrhein-Westfalens===*
[D] Schleswig-Holsteins?(↓)-D2
[D] Sachsen 1
[D] Sachsen-Anhalt 2
[GB] Großbritannien EN
[NO] Norwegen VU
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Alopecosa fabrilis fabrilis
  • Tarentula fabrilis
Schmidti Grafik 08-12.jpg

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen bis zu 16 mm, Männchen bis zu 12 mm (Bellmann 2001).

Die Grundfärbung ist bräunlich grau. Auf dem Prosoma findet sich ein dünner heller Mittelstreifen, der weder im Augenbereich noch zum Opisthosoma hin den Rand des Prosomas erreicht. Daneben verlaufen schwächer gefärbte Längsbänder. Der Prosomarand ist ebenfalls hell gefärbt. Von der Prosomamitte verlaufen undeutliche Radiärstreifen zum Prosomarand. Das Opisthosoma weist den Alopecosa-typischen gezackten Spießfleck auf. Er ist im vorderen Bereich meist breiter umrandet, und an den Zacken sind helle Punkte zu sehen, die sich weiter nach hinten fortsetzen. (siehe Bilder)

Ähnliche Arten

Alopecosa striatipes und Alopecosa schmidti sind sehr ähnliche Arten. A. striatipes hat aber deutliche Längsstreifen auf den Beinen, und die Radiärstreifen sind ebenfalls deutlicher. A. schmidti wird etwas größer und ist nur im Osten Deutschlands und Europas verbreitet. (Bellmann 2001)

Die Unterart Alopecosa fabrilis trinacriae kommt nur auf Sizilien vor (World Spider Catalog 2016).

Lebensraum

Alopecosa fabrilis lebt auf sandigen Flächen, sowohl an der Küste als auch auf Binnendünen, darunter auch in sandigen Kiefernwäldern und sandigen Heiden. Populationen benötigen große, vegetationsfreie Sandflächen. Gerade im Binnenland geht dieser Lebensraum seit Jahrzehnten aufgrund menschlichen Einflusses zurück. (Bellmann 2001) (Wiebes 1959) Naturschutzgebiete mit großen Vorkommen dieser seltenen, eindrucksvollen Wolfspinne sollten diese Spezies als Flaggschiffart nutzen, um auf die Empfindlichkeit und Einzigartigkeit dieses Lebensraums in Mitteleuropa hinzuweisen.

Lebensweise

Die Weibchen graben eine mehrere Zentimeter tiefe Wohnröhre in den Sand, die sie mit Spinnseide auskleiden. Dort lauern sie meist am Eingang darauf, dass Insekten an der Röhre vorbeilaufen, die dann zur Beute der Spinne werden. Bei Störungen zieht sich das Weibchen in die Röhre zurück, erscheint aber meist wenige Minuten später wieder am Eingang. Die Männchen dagegen laufen oft frei umher auf der Suche nach einem Weibchen. Erwachsene Tiere findet man vom Herbst bis zum Frühjahr. (Bellmann 2001)

Gefährdung

Alopecosa fabrilis wird in der Roten Liste Deutschlands in der Kategorie 3 („gefährdet”) eingestuft. Größere freie Sandflächen im Binnenland gehen immer stärker zurück, so dass die Art im Süden seltener vorkommt als an der Küste. (Arachnologische Gesellschaft 2020)

Verbreitung

Alopecosa fabrilis ist paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2016).

In Deutschland weit verbreitet jedoch relativ selten gefunden (Arachnologische Gesellschaft 2020).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
  • Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
  • Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
  • Wiebes JT (1959): The Lycosidae and Pisauridae (Araneae) of the Netherlands. Zoologische Verhandelingen 42, S. 1–78.
  • World Spider Catalog (2016): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 16.5, abgerufen am 2016-11-09, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise und Checklisten