Scotophaeus quadripunctatus

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Scotophaeus quadripunctatus (Linnaeus, 1758)
Vierpunkt-Mausspinne
Quadripunctatus Weimar 08-03 03.jpg
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen)
Gattung: Scotophaeus (Mausspinnen)
Reifezeit (Grimm 1985)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:027891
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten NE
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien *
[D] Deutschlands=?=*
[D] Berlinex 0
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergss D
[D] Bayern G
[D] Bayern SL G
[D] Mecklenburg-Vorp.s== *
[D] Niedersachsen 2
[D] Niedersachsen (H) 2
[D] Niedersachsen (T) 2
[D] Schleswig-Holsteines??=R
[D] Sachsen 4
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien ?
[PL] Tschenstochau ?
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Drassus quadripunctatus
  • Herpyllus quadripunctatus

Merkmale

Körperlänge: Weibchen ungefähr 9 bis 16 mm, der Männchen 7 bis 9 mm (Grimm 1985).

Grundfarbe hellbraun bis rotbraun. Der Hinterleibsbehaarung glänzt bei lebenden Exemplaren silbrig.

Epigyne mit rundlicher Grube. Einführöffnungen dunkel sklerotisiert, trichterförmig.

Vulva mit im Vergleich komplexem Verlauf. Einführgänge erst weiträumig, dann englumig. Rundliche Drüsen (nach Grimm "Lateraldrüsen") anterior aufsitzend. (Grimm 1985)

Pedipalpus mit schleifenförmigen Embolus, der am Ende in einer Art membranösen Hülle oder Apophyse verlauft, die eventuell einen Kunduktor bildet (Grimm 1985).

Ähnliche Arten

Die vier in Mitteleuropa vorkommenden Arten der Gattung sehen sich äußerlich so ähnlich, dass sie nur genital unterschieden werden können.

Aus Österreich wurde 1994 eine weitere Art der Gattung vom bekannten deutschen Arachnologen Jörg Wunderlich beschrieben, die Scotophaeus quadripunctatus auch genital sehr ähnlich sieht, allerdings kleiner bleibt. Sie unterscheidet sich durch einen Embolus, der basal kaum bzw. nicht so stark wie bei Scotophaeus quadripunctatus gewunden ist. Die Vulva unterscheidet sich durch die Lateraldrüsen, die bei Scotophaeus nanus von den Receptacula seitlich überragt werden. (Wunderlich 1994)

Aufgrund der großen genitalen Ähnlichkeit gilt es jeden Fund von Scotophaeus quadripunctatus, inbesondere solche aus dem südlichen Mitteleuropa, kritisch zu überprüfen, da die Erstbeschreibung aktuell (Oktober 2012) noch immer die einzigen Nachweise der Art listet (World Spider Catalog 2020).

Lebensraum

Meist in und an Gebäuden gefunden, daneben im Freiland unter Rinde und Höhlen (Grimm 1985).

Verbreitung

Verbreitet in Europa und Russland (World Spider Catalog 2020).

In Deutschland bis auf den Nordwesten weit verbreitet, aber nicht häufig nachgewiesen (Arachnologische Gesellschaft 2020).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Weblinks

Quellen

  • Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
  • Grimm U (1985): Die Gnaphosidae Mitteleuropas (Arachnida, Araneae). Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg 26, 318 S., ISSN 0173-7481.
  • World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch, doi:10.24436/2.
  • Wunderlich J (1994): Beschreibung einer bisher unbekannten Art der Gattung Scotophaeus Simon aus Österreich (Arachnida: Araneae: Gnaphosidae). Beitr. Araneol. 4, S. 743–747.

Quellen der Nachweise