Bodenfalle

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Aufbau

Bodenfalle drolshagen.jpg

Die Bodenfalle wurde von Dahl 1896 erstmals beschrieben (Dahl F. 1896). Damals noch ohne Fangflüssigket. 1931 griff Barber diese Methodik auf, als er mittels Bodenfallen die Fauna von Höhlen untersuchte (Barber & H. S. 1931). Barber war der erste, der mit Fangflüssigkeiten arbeitete. Er hat also die Bodenfalle weiterentwickelt und nicht etwa erfunden, wie man fälschlicherweise vielfach liest. Danach geriet die Methode wieder in Vergessenheit, bis Jeschke das Verfahren aufgriff und erstmals im Freiland anwandte (Jeschke K. 194?). Danach wurde diese Methode von verschiedenen Autoren aufgegriffen und damit zunehmen populär. (Stammer H. J. 1948) (Heydemann B. 1956) (Müller J. 1984)

Für die Bodenfalle mit Fangflüssigkeit etablierte sich rasch der Begriff Bodenfalle nach Barber oder einfach Barberfalle. Heute ist die Barberfalle die am häufigsten genannte Nachweismethode.

Die Barberfalle besteht aus einem ebenerdig eingegrabenen Glas, welches zu einem Drittel mit einer Tötungs- und Konservierungsflüssigkeit aufgefüllt ist. Zum Schutz vor Regen, bzw. dem Hineingeraten kleiner Wirbeltiere wird die Bodenfalle mit einem festen Dach oder einem Maschendraht abgedeckt.

Für Tötungs- und Konservierungsflüssigkeiten gibt es verschiedene Rezepturen. Die bekannteste ist sicherlich die Rennerlösung (Renner & K. 1980), welche aus 40% Ethanol, 20% Glyzerin, 10% Essigsäure und 30% Wasser besteht.

Beim Einsatz von Bodenfallen ohne Fangflüssigkeit ist es ratsam etwas Laub oder Papier in die Falle zu legen, damit gefangene Tiere sich darin verstecken können. Andernfalls reduziert sich der Befund möglicherweise auf den stärksten Überlebenden.

Befund

Es gelangen ausschließlich laufaktive epigäische Arthropoden in die Bodenfallen (Finch 2001).

Bei Spinnen findet die Laufaktivität vor allem während der Paarungszeit, der Suche nach Eiablageplätzen, der Suche nach geeigneten Mikroklimaten, sowie während der Verbreitungswanderung statt. (Finch 2001) Frei auf dem Boden jagende Arten, wie beispielsweise Lycosidae geraten über die genannten Umstände hinaus während des Beutefangs in Bodenfallen. Vor allem aber werden auch nachtaktive Arten gefangen, die man tagsüber nicht ohne weiteres zu Gesicht bekommt.

Einsatz

Für sporadische Stichproben sind Bodenfallen nicht geeignet, da diese über einen längeren Zeitraum (üblich sind 14 Tage) exponiert werden müssen, bevor die auf diese Weise erfassten Tiere ausgewertet werden können. In kälteren Jahreszeiten werden die Bodenfallen oft noch länger exponiert.

Quellen

  • Barber, H. S. (1931): Traps for cave-inhabiting insects. J. Elisha Mitchell Sci. Soc. 46, 259–266.
  • Dahl F. (1896): Vergleichende Untersuchungen über die Lebensweise wirbelloser Aasfresser. Sitzber. Königl. Preuss. Akad. Wissensch., Berlin, 11-24.
  • Finch OD (2001): Zönologische und parasitologische Untersuchungen an Spinnen (Arachnida, Araneae) niedersächsischer Waldstandorte. Martina Galunder-Verlag, Nümbrecht. ISBN 3-931251-70-5, 199 S.
  • Heydemann B. (1956): Über die Bedeutung der "Formalinfalle" für die zoologische Landesforschung. Faun. Mitt. Norddt. 1 (6), S. 19–24.
  • Jeschke K. (194?): Die Abhängigkeit der Tierwelt vom Boden. Dissertation Breslau.
  • Müller J. K. (1984): Die Bedeutung der Fallenfang-Methode für die Lösung ökologischer Fragestellungen. Zool. Jb. Syst. 111, S. 281-305.
  • Renner, K. (1980): Faunistisch-ökologische Untersuchugen der Käferfauna pflanzensoziologisch unterschiedlicher Biotope im Evessel-Bruch bei Bielefeld-Sennstedt. Ber. Naturw. Ver. Bielefeld Sonderheft 2, 145–176.
  • Stammer H. J. (1948): Die Bedeutung der Aethylenglykolfalle für tierökologische und phänologische Untersuchungen. Verh. Dt. Zool. Ges., S. 387–391.