Dysdera erythrina
| Dysdera erythrina (Walckenaer, 1802) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Rote Sechsaugenspinne (Buchholz et al. 2010) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weibchen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Systematik | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Familie: Dysderidae (Sechsaugenspinnen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gattung: Dysdera (Asselfresser) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verbreitung in Europa[Quellen] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
etabliert, nicht etabliert, nicht betrachtet
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| Weitere Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:004709 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gefährdung nach Roter Liste | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Synonyme und weitere Kombinationen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Merkmale
Körperlänge: Weibchen werden 9 bis 10 mm groß, Männchen 7 bis 8 mm (Roberts 1996) (Cheliceren werden nicht mitgemessen). Dysdera erythrina ist damit kleiner als D. crocata und weist auch keine dorsalen Stacheln am Femur IV auf. (Roberts 1996)
Prosoma und Cheliceren orange bis dunkel rotbraun; Opisthosoma gräulich oder gelblich; Beine gelblich bis orangebraun.
Die Männchen unterscheiden sich in Körperbau und -färbung nicht wesentlich von den Weibchen. Jungtiere sind noch orange gefärbt
Verbreitung
Sie ist von Europa bis Georgien verbreitet (World Spider Catalog 2020).
In Deutschland vor allem in der Mitte und im Westen relativ häufig, in Norddeutschland bisher nicht nachgewiesen (Arachnologische Gesellschaft 2020).
Lebensraum
Dysdera erythrina lebt unter Steinen in trockenen Laubwäldern, Kiefernwäldern und in den Übergangsbereichen zu Trockenhängen. Auch in semiurbaner Umgebung (z.B. Gartenanlagen, Bauruinen) wird sie gefunden. Meidet die Ebene (Nentwig et al. 2012).
Lebensweise
Beuteerwerb
Die Art ist ein fakultativer Asseljäger, der neben dieser Tiergruppe auch andere Arthropoden (z. B. Spinnen) erbeutet. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sich Dysdera erythrina in der Natur zu einem Großteil von Asseln ernährt.
Anpassung und Evolution:
Asseln sind aufgrund ihres massiven Rückenpanzers (und verschiedenen chemischen Abwehrstoffen) eine schwer zu überwältigende Beute, die nur von wenigen nichtspezialisierten Prädatoren, darunter diversen Kugelspinnen (Theridiidae), Atypus-Arten und Skorpionen, erbeutet wird. Um sich vor Angreifern zu schützen, drücken sich die verschiedenen Arten entweder an den Boden oder rollen sich zusammen. Dies dient vor allem dazu, die weniger gepanzerte Unterseite mithilfe des Rückenpanzers gegen Angriffe abzuschirmen. Aus diesem Grund hat sich im Laufe der Evolution bei Dysdera erythrina eine spezielle Verhaltensweise entwickelt, die, in Kombination mit den verlängerten Chelizeren, eine Erbeutung von Asseln ermöglicht.
Methode:
Trifft Dysdera erythrina auf eine Assel, nähert sie sich ihrer Beute langsam bis auf eine sehr kurze Distanz. Dann dreht die Spinne ihr Prosoma und schiebt eine Chelizerenklaue unter die Assel und die andere über den Rückenpanzer, um anschließend rasch zuzupacken. Dabei penetriert die Chelizerenklaue auf der Unterseite die weiche Ventralfläche. Der harte Rückenpanzer wird nicht durchdrungen. Die beiden Chelizerenklauen weißen dabei keine Spezialisierung auf und werden abwechselnd oft benutzt. Die Asseln haben in der Regel keine Zeit auf diesen Angriff zu reagieren, da das Zupacken die erste schnelle Bewegung der Spinne war.
Transport und Verzehr:
Das Gift von Dysdera erythrina wirkt rasch und paralysiert die Assel in kurzer Zeit. Anschließend wird die Beute an der weichen Ventralfläche des Kopfes gepackt und zu einem Versteck transportiert. Sie wird dann von der Spinne ausgesaugt, ein intaktes Außenskelett bleibt zurück.
Alternative Methode:
Bei Asseln, die sich zusammenrollen können und dies vor dem Zupacken getan haben, konnte eine alternative Methode beobachtet werden. Oftmals wartete Dysdera erythrina bis zu einer Minute bewegungslos, die Chelizeren bereit für eine neuen Angriff. Mitunter begann die Spinne jedoch die Assel mit ihren Vorderbeinen und Pedipalpen zu bewegen und aktiv nach einer geeigneten Stelle zwischen den Skleriten des Rückenpanzers zu suchen, wo sie mit einer Chelizerenklaue eindringen kann.
Anmerkung: Die Beobachtungen des Beutefangs wurden an Armadillidium vulgare, einer häufigen Rollassel, gemacht. Jedoch erbeutet Dysdera erythrina im Labor auch eine andere Asselart, die sich nicht zusammenrollt. Inwieweit solche, sich relativ schnell bewegende Arten zum natürlichen Beutespektrum gehören, bleibt fraglich. Die angewendete Jagdmethode erfordert eine direkte und unmittelbare Annäherung, die bei diesen Arten gewöhnlich ein Fluchtverhalten auslöst, dass sie außer Reichweite bringt. (Řezáč M et al. 2008)
Fortpflanzung
Zur Eiablage spinnen sich die Weibchen zusammen mit ihren Eiern in einen rundum geschlossenen, dichten Gespinstsack ein. Adulte Tiere leben mehrere Jahre. (Bellmann 2010).
Bilder
- Weibchen
- Dysdera erythrina female PD3413.JPG
Weibchen
- Männchen
Weblinks
Nachweis- und Verbreitungskarten
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Tutelaers P (2026): Benelux spider distribution maps.
- Staudt A. [Koord.] (2008): Europäische Verbreitung. AraGes e. V.
- Harvey P [Koord.] (2014): Spider and Harvestman Recording Scheme. British Arachnological Society.
Weitere Links
Quellen
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
- Buchholz S, Hartmann V & Kreuels M (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Webspinnen - Araneae - in Nordrhein-Westfalen. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen 3. Fassung, Stand August 2010, S. 1–25.
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch, doi:10.24436/1.
- Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
- World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch, doi:10.24436/2.
- Řezáč M, Pekár S & Lubin Y (2008): How oniscophagous spiders overcome woodlouse armour. Journal of Zoology 275, S. 64–71.
Quellen der Nachweise
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.