Der Kosmos Spinnenführer

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Zur Navigation springenZur Suche springen
Der Kosmos Spinnenführer
von Heiko Bellmann
Kosmos-Spinnenfuehrer-2010.jpg
Titelbild der 1. Auflage
Weitere Informationen
Verlag: Franckh Kosmos Verlag-GmbH & Co., Stuttgart
Auflage: 1. Auflage von 2010
Seiten: 430
ISBN 978-3-440-10114-8
Format: ca. 13,3 cm × 19,3 cm, gebunden

Der Kosmos Spinnenführer ist ein kompaktes, umfangreiches Fotobestimmungsbuch für Einsteiger und Ambitionierte.

Daten

Das Buch wurde 1997 zum ersten mal aufgelegt. Seit dem sind zwei weitere Auflagen erschienen.

  • Softcover mit jeweils einer Einklappseite vorne und hinten.
  • Klebebindung
  • Sprache: Deutsch.
  • 400 Arten
  • Preis: neu ca. 26 €


Beschreibung

Das Buch ist als handliches Fotobestimmungsbuch konzipiert, welches auch unterwegs verwendet werden kann. Auf zwei Einklappseiten werden (vorne) die wichtigsten Arten in Haus und Garten und hinten die aus dem Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas bekannte grafische Bestimmungstabelle gezeigt. Auf der Rückseite ist die Feld-Bestimmungsbücher typische Messskala aufgedruckt.

Nach Inhaltsverzeichnis und Vorwort des Autors folgen einige Kapitel zu Körperbau, Verhalten und Biologie der Spinnen. Ein doppelseitiger Artikel zum „fotografieren von Spinnen“, in dem der Autor ein paar Tipps zur Maktofotografie verrät, runden diesen Teil ab.

Der Hauptteil des Buches ist der Beschreibung von Spinnenarten in Text und Bild gewidmet (S. 34 bis 345). Danach folgt – wie schon im Atlas – ein kleiner Teil mit weiteren Spinnentieren (siehe Inhaltsangabe unten) und Tausendfüßern.

Die Arten sind nach Familien und Gattungen sortiert nach den neueren Erkenntnissen über die Verwandschaftsbeziehungen der verschiedenen Gruppen untereinandere angeordnet. Ein Farbcode am oberen Seitenrand soll das schnelle Auffinden der Familien erleichtern. Auf jeder Doppelseite werden ein bis drei Arten in Text (linke Seite) und Bild (rechte Seite) vorgestellt. Besonders interessanten Arten wurden ab und zu auch zwei Doppelseiten gewidmet.

Die Beschreibungen folgen dem gleichen Prinzip wie im Atlas:

  • Merkmale: Beschreibung der wichtigsten Erkennungsmerkmale
  • Vorkommen: Lebensraum und Verbreitung
  • Lebensweise: Fakten zur Biologie der Art

manchmal tauchen noch auf

  • Ähnlich: Hinweise auf ähnlich aussehende Arten
  • Wissenswertes

Jede Art wird mit ein bis drei (seltener mehr) Fotos abgebildet. Die Fotos sind pro Seite durchnummeriert.

Kritik

Die Beschreibungen sind knapp aber ausreichend. Die Bilder sind im Vergleich zum Atlas noch ein ganzes Stück brillanter und in den meisten Fällen sehr gut. Die Zuordnung der Abbildungen zu den Texten gelingt dank Nummerierung besser. Auch eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, in den Texten direkt auf Bilder zu verweisen.

Praktisch und Hilfreich ist die Zusammenstellung „häufiger Arten in Haus und Garten“ auf den ersten Umschlagseiten. Die Bestimmungstabelle aus dem Atlas wurde auch übernommen. Darüber hinaus bietet das Buch kaum Hilfen für die Bestimmung. In vielen Fällen wird also ein gewisses Vorwissen nötig sein, oder man blättert das Buch einfach von vorne bis hinten durch.

Leider wurden die kleinen Grafiken mit Details zu körperbaulichen Merkmalen oder Genitalien aufgrund des geringeren Platzes fast völlig verdrängt. Ab und zu erscheint noch eine unten in den Text hineingequetscht. Das macht noch einmal deutlich, wo der Schwerpunkt des Buches liegt: in der Bildbestimmung.

Trotz der aktualisierten Taxonomie entsprechen nicht alle Namen dem Platnick-Katalog. Dazu haben sich an einigen Stellen auch in diesem Buch wieder kleine Fehler eingeschlichen. Eine Liste mit taxonomischen und anderen Korrekturen wird demnächst hier als PDF-Datei herunterladbar sein.

Umfang und Arteninventar

Die Auswahl der vorgestellten Arten scheint größtenteils gut gelungen – eine gute Mischung aus häufigen, gut erkennbaren und schönen exotischen Arten. An einigen Stellen verwundert aber das Auslassen wichtigen Vertretern: Die Gattung Pirata lässt unseren häufigsten und gut erkennbaren Vertreter P. hygrophilus aus, bei Xysticus fehlt X. ulmi (die am einfachsten zu bestimmende und eine der häufigsten Arten) und die Gattung Neon ist mit dem sehr sehr seltenen N. levis vertreten. N. reticulatus – der viel häufiger und für jeden zu finden ist – fehlt.

Die Linyphiiden sind wieder zu kurz gekommen. Man mag einräumen, dass die meisten Arten nicht ohne Mikroskop und Expertenwissen zu bestimmen sind. Hier hätte man statt der Vorstellung einiger, eher zufällig ausgewählter Arten versuchen können, ein paar der wichtigeren Gattungen zu charakterisieren, ohne auf eine Artbestimmung einzugehen.

Fazit

Das Buch steht – trotz seiner geringeren Größe – dem Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas in nichts nach und kann als dessen Nachfolger gelten. Es hat das Potenzial ihn als Standardwerk für Fotobestimmung in Mitteleuropa abzulösen.

Inhalt

Links