Scotophaeus
| Scotophaeus Simon, 1893 |
|---|
| Mausspinnen |
| Scotophaeus scutulatus (Linnaeus, 1758) |
| Systematik |
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) |
| Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen) |
| Weitere Informationen |
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:02474 |
Aussehen und Körperbau
Die Scotophaeus-Arten sind dunkel (als Jungtiere hell) gefärbte Plattbauchspinnen mit kompaktem, kräftigem Körperbau. Als Anpassung an ihren Lebensraum ist ihr Körper stärker abgeflacht als bei anderen mitteleuropäischen Gnaphosiden. Die Kopfregion ist schmal und die Cheliceren verhältnismäßig klein (siehe im Unterschied dazu Gnaphosa).
Die Vorderbeine der Scotophaeus-Arten sind sehr kräftig und kurz (abgesehen von den Männchen). Der gesamte Körper und die Beine sind dicht behaart. Prosoma und Opisthosoma erhalten dadurch oft einen typischen „speckigen“ Glanz.
Die Arten der Gattung besitzen an ihren Füßen sehr gut entwickelte Scopula, die es ihnen ermöglichen, auch an glatten Flächen emporzulaufen. Außerdem sind die Unterseiten der Tarsen und Metatarsen der Vorderbeine (1. und 2. Beinpaar) mit dichten Scopulapolstern versehen, die dem Beutefang dienen.
Lebensraum
Die Arten der Gattung Scotophaeus leben ursprünglich an Bäumen, unter deren Rinde und in natürlichen Höhlungen. Sie haben daneben aber vor allem in unserer urbanen und semiurbanen Umgebung einen Lebensraum gefunden, so dass man die Arten heute häufiger synanthrop, also in Wohnungen, Gartenlauben, Garagen, Scheunen und ähnlichem finden kann, als abseits menschlicher Zivilisation.
Lebensweise
Scotophaeus-Arten sind streng nachtaktiv und sehr lichtscheu. Tagsüber verstecken sie sich in Gespinstsäcken, die sie mit Vorliebe in Ritzen und Spalten anlegen. Nachts streifen sie auf der Suche nach Nahrung umher.
Neben Insekten fallen ihnen auch regelmäßig andere Spinnen zum Opfer. Diese werden frontal angegriffen und mit den kräftigen Vorderbeinen blitzschnell unter das Prosoma der Spinne geschoben, so dass sie ihre Beute unter Umgehung derer Cheliceren von oben in den Petiolus beißen kann.
Arten und Verbreitung
In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis 21 Arten der Gattung Scotophaeus vor.[A]
| Name | NO | SE | FI | IE | GB | GB-NIR | DK | DE | NL | BE | LU | PL | LT | LV | EE | CH | AT | LI | CZ | SK | HU | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Scotophaeus blackwalli | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | ||||||
| Scotophaeus gridellii | (×) | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus mauckneri | (×) | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus nanus | × | × | ||||||||||||||||||||
| Scotophaeus quadripunctatus | × | × | (×) | × | × | × | × | – | × | × | × | × | × | × | × | × | ||||||
| Scotophaeus scutulatus | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | |||||||
| Name | UA | BY | MD | RU-KGD | RU-RUW | RU-RUC | RU-RUE | RU-RUN | RU-RUS | TR-EUR | TR-ASI | CY | AM | AZ | GE | MA | DZ | TN | LY | EG | MT | |
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| Scotophaeus blackwalli | × | × | × | × | × | × | × | × | × | |||||||||||||
| Scotophaeus dolanskyi | × | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus microdon | × | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus nanoides | × | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus peninsularis | × | |||||||||||||||||||||
| Scotophaeus quadripunctatus | × | × | × | × | × | × | × | – | ||||||||||||||
| Scotophaeus scutulatus | × | × | × | × | × | × | × | × | × | × | ||||||||||||
| Scotophaeus validus | × | × | × | × | ||||||||||||||||||
Legende/Legend & Features
| ? | Checkliste nicht verfügbar | No checklist available |
|---|---|---|
| × | Art nachgewiesen. Link gibt Nachweisreferenz an. |
Species documented. Link shows literature reference. |
| (×) | Art nachgewiesen, aber nicht etabliert. Link gibt Nachweisreferenz an. |
Species documented, but not established. Link shows literature reference. |
| – | Art aus der Liste gestrichen. Link gibt Nachweisreferenz an. |
Species removed from list. Link shows literature reference. |
| Checkliste enthält Art nicht | Checklist consulted, but species not found | |
| Hinweise zur Nutzung der Tabellen: Die Spalten können durch Anklicken des Landeskürzels markiert werden. Durch einen zweiten Klick wird diese Markierung wieder gelöscht. Durch Klicken auf ein Nachweiskreuz in der Tabelle wird die entsprechende Literaturreferenz angezeigt. |
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In den Nachweiskarten tauchen relativ wenige Funde der Scotophaeus-Arten auf. Das steht im Widerspruch zu eigenen Erfahrungen und den undeterminierten Fundmeldungen von Laien im Forum mitteleuropäischer Spinnen. Der Autor nimmt an, dass die Gründe hierfür in der vor allem synanthropen Verbreitung und der versteckten Lebensweise (Rindenart) im Freiland zu suchen sind.
Quellen
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.