Berlandina cinerea: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Zur Navigation springenZur Suche springen
(Weitere Weblinks: SpiE-Link)
(Ordnung, Spekulationen raus, Quellen)
Zeile 23: Zeile 23:


==Merkmale==
==Merkmale==
'''Körperlänge:''' 6 bis 8 mm <ref name="SpiMi">{{Lit uniBern}}</ref>.  
'''Körperlänge:''' Weibchen erreichen 6 bis 8 mm, Männchen um die 6,5 mm <ref name='Grimm'>{{Lit Grimm 1986 Gnaphosidae}}</ref>.
[[Kategorie:Weibchen 5-10 mm]][[Kategorie:Männchen 5-10 mm]]
[[Kategorie:Weibchen 5-10 mm]][[Kategorie:Männchen 5-10 mm]]


Auffällig gezeichnete Art. Ausgewachsene Tiere sind am ganzen Körper hell gelbbraun behaart. An den Seiten des Prosomas bilden unbehaarte Stellen dunkle Längsbänder. Opisthosoma in den hinteren 2/3 mit schmalen dunklen Längsbändern, die eine blattartige Zeichnung aus zusammenlaufenden Winkelflecken einschließen. Auch an den Seiten besitzt das Opisthosoma dunkle Längsstreifen. Die kurzen, kräftigen Beine sind, wie der Körper, dicht gelblich behaart. Jungtiere sind insgesamt dunkler und grauer. Die Zeichnung ist noch nicht so ausgeprägt.
Gesamteindruck dunkel graubraun (<ref name="Grimm"/>). An den Seiten des '''Prosomas''' bilden unbehaarte Stellen dunkle Längsbänder (siehe Bilder). Sternum Mittelbraun (siehe Ventralbild).
 
'''Opisthosoma''' in den hinteren 2/3 mit schmalen dunklen Längsbändern aus länglichen Flecken, die eine blattartige Zeichnung aus zusammenlaufenden Winkelflecken einschließen. Lateral ebenfalls mit dunklen Längsstreifen, die in einzelne Striche zerfallen können. (siehe Bilder)
 
'''Beine''': Metatarsus I und II mit dichten Scopulae, die bis zu den subbasalen Stacheln reichen <ref name="Grimm"/>.
 
'''Pedipalpus''' mit breitem Embolus, dieser im distalen Bereich mit zähnchenartiger Oberfläche. Tibialapophyse mit schlanker Form und leicht gebobgen. <ref name="Grimm"/>
 
Epigyne mit tief eingesenkter Grube in Herzform. Eine zentral liegende Fläche hügelartig nach oben gewölbt. <ref name="Grimm"/>


==Lebensraum==
==Lebensraum==
In trockenen, steppenartigen Lebensräumen, v.a. mit sandigem Untergrund. Dort unter Flechten und Heidekraut <ref name="SpiMi"/>.
Trockene und sandige Standorte mit Cladonia-Flechten oder Heidebestand <ref name="Grimm"/>. Im südlichen Uralgebiet in verschiedenen Steppentypen <ref name='Tuneva Esyunin'>{{Lit Tuneva Esyunin 2001 Gnaphosidae 2}}</ref>.


==Verbreitung==
==Verbreitung==
Von Europa bis Kasachstan <ref name="platnick">{{Platnick|Gnaphosidae}}</ref>.  
Von Europa bis Kasachstan <ref name="platnick">{{Platnick|Gnaphosidae}}</ref>.  


In Deutschland nur selten gefunden. Bisher nur im östlichen Norddeutschland nachgewiesen (südlichster Fundort bei Bad Frankenhausen an der Nordgrenze Thüringens).
In Deutschland nur selten gefunden. Bisher nur im östlichen Norddeutschland nachgewiesen (südlichster Fundort bei Bad Frankenhausen an der Nordgrenze Thüringens) <ref>{{AragesNachweise}}</ref>.  


==Lebensweise==
==Lebensweise==
Tagaktive Art. ''{{PAGENAME}}'' jagt bei sonnigem Wetter zwischen Flechten an offenen Bodenstellen, oder man findet sie unter den überhängenden Randästen von Heidekraut.
Tagaktive Art. ''{{PAGENAME}}'' jagt bei sonnigem Wetter zwischen Flechten an offenen Bodenstellen, oder man findet sie unter den überhängenden Randästen von Heidekraut (Eigene Beobachtungen {{autor|Grabolle}}).  


Der Gattung ''Berlandina'' wird nachgesagt, auf Ameisen spezialisiert zu sein. In Fütterungsexperimenten nimmt ''{{PAGENAME}}'' allerdings auch andere Beutetiere an. Die Beute wird nicht direkt gebissen, sondern durch Überlaufen oder schnelles Umkreisen am Untergrund festgesponnen. Oft sitzt die Spinne zum Schluss über der Beute und beißt sie in eine der Antennen oder Gliedmaßen, während sie sie mit pendelnden Bewegungen des Hinterleibs weiter einspinnt.
In Fütterungsexperimenten nimmt ''{{PAGENAME}}'' verschiedene Beutetierarten an. Die Beute wird nicht direkt gebissen, sondern durch Überlaufen oder schnelles Umkreisen am Untergrund festgesponnen. Oft sitzt die Spinne zum Schluss über der Beute und beißt sie in eine der Antennen oder Gliedmaßen, während sie sie mit pendelnden Bewegungen des Hinterleibs weiter einspinnt. (Eigene Beobachtungen {{autor|Grabolle}})


==Bilder==
==Bilder==

Version vom 7. Dezember 2012, 23:08 Uhr

Berlandina cinerea (Menge, 1872)
Steppenplattbauchspinne
Cinerea Gimritz 05-2007 02.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen)
Gattung: Berlandina (Steppenplattbauchspinnen)
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:026684
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien EN
[D] Deutschlands<<?=2
[D] Berlinex 0
[D] Brandenburg 2
[D] Mecklenburg-Vorp.ss<<↓↓ 1
[D] Niedersachsen 2
[D] Niedersachsen (T) 2
[D] Sachsen-Anhalt 3
[D] Thüringen 1
[FR] Frankreich VU

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 6 bis 8 mm, Männchen um die 6,5 mm (Grimm 1985).

Gesamteindruck dunkel graubraun ( (Grimm 1985)). An den Seiten des Prosomas bilden unbehaarte Stellen dunkle Längsbänder (siehe Bilder). Sternum Mittelbraun (siehe Ventralbild).

Opisthosoma in den hinteren 2/3 mit schmalen dunklen Längsbändern aus länglichen Flecken, die eine blattartige Zeichnung aus zusammenlaufenden Winkelflecken einschließen. Lateral ebenfalls mit dunklen Längsstreifen, die in einzelne Striche zerfallen können. (siehe Bilder)

Beine: Metatarsus I und II mit dichten Scopulae, die bis zu den subbasalen Stacheln reichen (Grimm 1985).

Pedipalpus mit breitem Embolus, dieser im distalen Bereich mit zähnchenartiger Oberfläche. Tibialapophyse mit schlanker Form und leicht gebobgen. (Grimm 1985)

Epigyne mit tief eingesenkter Grube in Herzform. Eine zentral liegende Fläche hügelartig nach oben gewölbt. (Grimm 1985)

Lebensraum

Trockene und sandige Standorte mit Cladonia-Flechten oder Heidebestand (Grimm 1985). Im südlichen Uralgebiet in verschiedenen Steppentypen (Tuneva & Esyunin 2001).

Verbreitung

Von Europa bis Kasachstan (World Spider Catalog 2020).

In Deutschland nur selten gefunden. Bisher nur im östlichen Norddeutschland nachgewiesen (südlichster Fundort bei Bad Frankenhausen an der Nordgrenze Thüringens) (Arachnologische Gesellschaft 2020).

Lebensweise

Tagaktive Art. Berlandina cinerea jagt bei sonnigem Wetter zwischen Flechten an offenen Bodenstellen, oder man findet sie unter den überhängenden Randästen von Heidekraut (Eigene Beobachtungen Grabolle).

In Fütterungsexperimenten nimmt Berlandina cinerea verschiedene Beutetierarten an. Die Beute wird nicht direkt gebissen, sondern durch Überlaufen oder schnelles Umkreisen am Untergrund festgesponnen. Oft sitzt die Spinne zum Schluss über der Beute und beißt sie in eine der Antennen oder Gliedmaßen, während sie sie mit pendelnden Bewegungen des Hinterleibs weiter einspinnt. (Eigene Beobachtungen Grabolle)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Weitere Quellen