Haplodrassus dalmatensis: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(42 dazwischenliegende Versionen von 8 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 5: Zeile 5:
|jahr=1866
|jahr=1866
|urspr_name=nein
|urspr_name=nein
|gattung=Haplodrassus
|trivialname_gattung=
|trivialname_gattung=
|familie=Gnaphosidae
|familie=Gnaphosidae
|trivialname_familie=Plattbauchspinnen
|trivialname_familie=Plattbauchspinnen
|lsid=027329
|lsid=027329
|gefaehrdung_bw=
|reife=<lifecycle female=4-8 male=3-7 />
|gefaehrdung_br=
|nachweise_reife=<ref name='srs'>{{NachweiseSrsUK}}</ref>
|gefaehrdung_by_sl=
|bild=Haplodrassus-Haplodrassus-dalmatensis Sardinien-Duene 13-04 01.jpg
|gefaehrdung_by_og2=
|bildtext=Weibchen aus Sanddüne, Sardinien
|gefaehrdung_st=
|verbreitung=<europakarte name='{{PAGENAME}}' width="400" />
|gefaehrdung_th=
|nachweise_verbreitung=
|gefaehrdung_de=
|bild=Dalmatensis_Ettersberg_08-05_04.jpg
|bildtext=Jungtier, ca. 5 mm
}}
}}


==Beschreibung==
==Merkmale==
===Merkmale===
'''Körperlänge:''' Weibchen erreichen ungefähr 3,5 bis 8 mm, Männchen 4 bis 6 mm <ref name='Grimm'>{{Lit Grimm 1986 Gnaphosidae}}</ref>.
'''Körperlänge:''' 4 bis 8 mm<ref name="SpiMi">{{Lit uniBern}}</ref>.


''{{PAGENAME}}'' unterscheidet sich von den anderen mitteleuropäischen ''Haplodrassus''-Arten durch ein ausgepräges helles Muster auf dem ''Opisthosoma'', welches aus den gattungstypischen sechs Flecken um die Herzgegend und einer Reihe heller Winkeln dahinter besteht. Zwar besitzen auch andere Arten der Gatung (z.B. ''[[Haplodrassus signifer|H. signifer]]'') diese Zeichnung, jedoch ist diese nie so kontrastreich und deutlich zu erkennen, wie bei ''{{PAGENAME}}''.
''{{PAGENAME}}'' unterscheidet sich von vielen anderen europäischen ''Haplodrassus''-Arten durch ein ausgeprägtes helles Muster auf dem etwas dunkleren '''Opisthosoma''', welches aus den gattungstypischen sechs Flecken um die Herzgegend und einer Reihe heller Winkel dahinter besteht. Zwar besitzen auch andere Arten der Gattung (z.B. ''[[Haplodrassus signifer|H. signifer]]'') in Ansätzen diese Zeichnung, jedoch ist sie nie so kontrastreich und deutlich zu erkennen wie bei ''{{PAGENAME}}''.


Das '''Prosoma''' ist hell bis mittel gelbbraun und weist oft düne Radiärlinien auf. Der Kopfbereich und die Cheliceren sind dunkler. Die '''Beine''' sind blassbraun.
Das '''Prosoma''' ist hell bis mittel gelbbraun und weist oft dünne Radiärlinien auf. Der Kopfbereich und die Chelizeren sind dunkler. Die '''Beine''' sind blassbraun.


===Lebensraum & Verbreitung===
Die Art ist in ihrer Färbung recht variabel und kann je nach Lebensraum eher grau (auf steinigen Untergründen) bis sehr hell sandfarben (z.&nbsp;B. in Sanddünen) sein.
An Sanddünen, Stränden, Trockenrasen, Heiden und Felssteppen. In den Alpen bis 1350 m<ref name="SpiMi"/>. In Deutschland ist eine auffällige Häufung von Nachweisen im ostdeutschen Tiefland zu verzeichnen. Daneben wurde die Art im Südwesten und auf den Ost- und Nordfriesischen Inseln gefunden.<ref>{{AragesNachweise}}</ref>


Die Art ist paläarktisch verbreitet<ref name="platnick">{{lit_platnick}}</ref>.
'''Pedipalpus''' mit kurzer, am Ende nicht verbreiteter Tibialapophyse, distale Apophyse an zwei Stellen mit kleinen zahnartigen Fortsätzen <ref name="Grimm"/>.
 
Cuticularfalte der '''Epigyne''' mit median verbreiterten, nach hinten divergierenden Rändern <ref name="Grimm"/>.
 
==Lebensraum==
Xerotherme Standorte mit lichtem Pflanzenbewuchs. An Sanddünen, Stränden, Trockenrasen, Heiden und Felssteppen. In den Alpen bis 1350 m. In Südeuropa bis auf knapp 2000 m. <ref name="Grimm"/> Auch auf alpinen Trockenweiden<ref name='Rief & Ballini 2017'>{{Lit Rief Ballini 2017 Erhebung der Spinnen und Weberknechte in den LTSER-Untersuchungsflächen in Matsch im Rahmen der Forschungswoche 2016}}</ref>. Besiedelt lichte, xerotherme Standorte wie Dünen, Grasheiden, Felssteppen und Trockenrasen<ref name='Leist 1994'>{{Lit Leist 1994 Zur Spinnenfauna zweier Binnendünen um Sandhausen bei Heidelberg (Arachnida Araneae)}}</ref>.
 
==Verbreitung==
''{{PAGENAME}}'' ist [[Paläarktis|paläarktisch]] verbreitet <ref name="wsc">{{Lit WSC|16.5|2015-09-22}}</ref>.  
 
In Deutschland ist eine auffällige Häufung von Nachweisen im ostdeutschen Tiefland zu verzeichnen. Daneben wurde die Art im Südwesten und auf den Ost- und Nordfriesischen Inseln gefunden. <ref>{{AragesNachweise}}</ref>


==Bilder==
==Bilder==
<Gallery>
<gallery caption='Weibchen und Jungtiere'>
Bild:Dalmatensis_Ettersberg_08-05_01.jpg|Männchen
Datei:Dalmatensis_Ettersberg_08-05_04.jpg|Jungtier, ca. 5 mm
Bild:Dalmatensis_Brandberge_08-05_02.jpg|Männchen
Datei:Haplodrassus-dalmatensis Portugal-Duene 12-04 01.jpg|Portugal (Algarve)
Datei:Haplodrassus-dalmatensis Sardinien-Duene 13-04 03-Epig.jpg|Epigyne
Datei:Haplodrassus-dalmatensis Portugal-Duene 12-04 02-Epig.jpg|Epigyne
</gallery>
<gallery caption='Männchen'>
Bild:Dalmatensis_Ettersberg_08-05_01.jpg
Bild:Dalmatensis_Brandberge_08-05_02.jpg
Bild:Dalmatensis_Brandberge_08-05_03-Ped.jpg|Pedipalpus
Bild:Dalmatensis_Brandberge_08-05_03-Ped.jpg|Pedipalpus
Bild:Dalmatensis_Ettersberg_08-05_03-Ped.jpg|Pedipalpus
Bild:Dalmatensis_Ettersberg_08-05_03-Ped.jpg|Pedipalpus
</Gallery>
</gallery>


==Weblinks==
==Weblinks==
===Nachweis- und Verbreitungskarten===
{{Weblinks}}
* {{verbreitung_deutschland}}
* {{AragesVerbreitung|365}}
*{{verbreitung world|NBNSYS0000008646}}
 
===Weitere Links===
*{{AragesGalerie}}


==Quellen==
==Quellen==
<references/>
<references/>
===Quellen der Nachweise===
<checklistenrefs artname='{{PAGENAME}}'/>

Aktuelle Version vom 12. Mai 2023, 10:36 Uhr

Haplodrassus dalmatensis (L. Koch, 1866)
Gestreifter Nachtjäger
Haplodrassus-Haplodrassus-dalmatensis Sardinien-Duene 13-04 01.jpg
Weibchen aus Sanddüne, Sardinien
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen)
Gattung: Haplodrassus (Nachtjäger)
Reifezeit (Harvey 2014)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:027329
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien VU
[D] Deutschlandmh<?=V
[D] Berlinmh(<)=*
[D] Brandenburg 3
[D] Baden-Württembergs 2
[D] Bayern 3
[D] Bayern OG 3
[D] Bayern SL 3
[D] Bayern T/S 3
[D] Mecklenburg-Vorp.s<<↓↓ 2
[D] Niedersachsen 3
[D] Niedersachsen (T) 3
[D] Nordrhein-Westfalenss===*
[D] Schleswig-Holsteins==-DV
[D] Sachsen 3
[D] Thüringen G
[SK] Slowakei NT
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Drassus minusculus
  • Haplodrassus dalmatensis pictus

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen ungefähr 3,5 bis 8 mm, Männchen 4 bis 6 mm (Grimm 1985).

Haplodrassus dalmatensis unterscheidet sich von vielen anderen europäischen Haplodrassus-Arten durch ein ausgeprägtes helles Muster auf dem etwas dunkleren Opisthosoma, welches aus den gattungstypischen sechs Flecken um die Herzgegend und einer Reihe heller Winkel dahinter besteht. Zwar besitzen auch andere Arten der Gattung (z.B. H. signifer) in Ansätzen diese Zeichnung, jedoch ist sie nie so kontrastreich und deutlich zu erkennen wie bei Haplodrassus dalmatensis.

Das Prosoma ist hell bis mittel gelbbraun und weist oft dünne Radiärlinien auf. Der Kopfbereich und die Chelizeren sind dunkler. Die Beine sind blassbraun.

Die Art ist in ihrer Färbung recht variabel und kann je nach Lebensraum eher grau (auf steinigen Untergründen) bis sehr hell sandfarben (z. B. in Sanddünen) sein.

Pedipalpus mit kurzer, am Ende nicht verbreiteter Tibialapophyse, distale Apophyse an zwei Stellen mit kleinen zahnartigen Fortsätzen (Grimm 1985).

Cuticularfalte der Epigyne mit median verbreiterten, nach hinten divergierenden Rändern (Grimm 1985).

Lebensraum

Xerotherme Standorte mit lichtem Pflanzenbewuchs. An Sanddünen, Stränden, Trockenrasen, Heiden und Felssteppen. In den Alpen bis 1350 m. In Südeuropa bis auf knapp 2000 m. (Grimm 1985) Auch auf alpinen Trockenweiden (Rief & Ballini 2017). Besiedelt lichte, xerotherme Standorte wie Dünen, Grasheiden, Felssteppen und Trockenrasen (Leist 1994).

Verbreitung

Haplodrassus dalmatensis ist paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog 2015).

In Deutschland ist eine auffällige Häufung von Nachweisen im ostdeutschen Tiefland zu verzeichnen. Daneben wurde die Art im Südwesten und auf den Ost- und Nordfriesischen Inseln gefunden. (Arachnologische Gesellschaft 2020)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise