Parasteatoda tepidariorum: Unterschied zwischen den Versionen
(→Bilder) |
K (→Verbreitung) |
||
| Zeile 52: | Zeile 52: | ||
''{{PAGENAME}}'' ist weltweit verbreitet <ref name="platnick">{{Platnick|Theridiidae}}</ref>. In Deutschland aus wärmeren Ländern eingewandert, bzw. eingeschleppt worden. <ref name="Roberts 1995"/>. | ''{{PAGENAME}}'' ist weltweit verbreitet <ref name="platnick">{{Platnick|Theridiidae}}</ref>. In Deutschland aus wärmeren Ländern eingewandert, bzw. eingeschleppt worden. <ref name="Roberts 1995"/>. | ||
{{Autor|Levi}} vermutet, dass ''{{PAGENAME}}'' ursprünglich aus Südamerika stammt, da sich dort viele ähnliche Verwandte der Art finden<ref name="Levi">{{Lit Levi 1967 Cosmopolitan pantropical theridiidae}}</ref>. Zu der Zeit der Untersuchungen stand ''{{PAGENAME}}'' allerdings noch in der Gattung ''[[Achaearanea]]''. Die meisten heute beschriebenen | {{Autor|Levi}} vermutet, dass ''{{PAGENAME}}'' ursprünglich aus Südamerika stammt, da sich dort viele ähnliche Verwandte der Art finden<ref name="Levi">{{Lit Levi 1967 Cosmopolitan pantropical theridiidae}}</ref>. Zu der Zeit der Untersuchungen stand ''{{PAGENAME}}'' allerdings noch in der Gattung ''[[Achaearanea]]''. Die meisten heute beschriebenen ''[[Parasteatoda]]''-Arten sind im asiatischen Raum verbreitet <ref name="platnick"/>. | ||
==Lebensraum== | ==Lebensraum== | ||
Version vom 14. Januar 2012, 15:56 Uhr
| Parasteatoda tepidariorum (C. L. Koch, 1841) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewächshausspinne (Buchholz et al. 2010) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weibchen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Familie: Theridiidae (Kugelspinnen) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gattung: Parasteatoda (Mondspinnen) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Reifezeit (Bellmann 2001) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verbreitung in Europa[Quellen] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
etabliert, nicht etabliert, nicht betrachtet
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weitere Informationen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:006870 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gefährdung nach Roter Liste | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Synonyme und weitere Kombinationen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
syn. Achaearanea tepidariorum
Merkmale
Körpergröße: Weibchen werden 5 bis 7 mm groß, Männchen 3 bis 4 mm (Roberts 1996). Nach eigenen Beobachtungen können schwangere Weibchen allerdings durchaus Körperlängen knapp über 10 mm erreichen.
Färbung sehr variabel. Graubraune bis gelbliche Grundfarbe mit unregelmäßig dunkel geflecktem Opisthosoma. Oftmals ist auf dem Hinterleib ein Abzeichen aus hellen und dunklen Elementen vorhanden, welches entfernt an eine gespreizte Astgabel erinnert. Die Beine sind hell-dunkel geringelt.
Taxonomie
Schon die Exemplare, die 1841 C.L. Koch zur Beschreibung der Art dienten, stammten aus deutschen Glas- und Treibhäusern, welche der Haltung außereuropäischer Pflanzen dienten. Obwohl er die Tiere nur aus Deutschland kannte, vermutete bereits C.L. Koch, dass es sich um eine (durch die exotischen Pflanzen) eingeschleppte Art handelt. (Koch 1841)
Etymologie
Das Artepitheton bezieht sich auf die die lateinische Bezeichnung Tepidarium, welche im alten Rom einen speziellen Wärmeraum im Bäderbetrieb bezeichnete. Ursprünglich leitet sich die Namensgebung wohl davon ab, dass die Art oftmals in größerer Dichte in (warmen) Gewächshäuern auftritt.
Verbreitung
Parasteatoda tepidariorum ist weltweit verbreitet (World Spider Catalog 2020). In Deutschland aus wärmeren Ländern eingewandert, bzw. eingeschleppt worden. (Roberts 1996).
Levi vermutet, dass Parasteatoda tepidariorum ursprünglich aus Südamerika stammt, da sich dort viele ähnliche Verwandte der Art finden (Levi 1967). Zu der Zeit der Untersuchungen stand Parasteatoda tepidariorum allerdings noch in der Gattung Achaearanea. Die meisten heute beschriebenen Parasteatoda-Arten sind im asiatischen Raum verbreitet (World Spider Catalog 2020).
Lebensraum
Sie kommt in Mitteleuropa häufig in und an Gebäuden (besonders Gewächshäuser) vor. In wärmeren Gebieten auch an Bäumen und Mauern. (Bellmann 2001)
Lebensweise
Netzbau und Beutefang
Die Art baut ein für die meisten Kugelspinnen typisches, unregelmäßiges Netz aus Struktur- und Klebefäden. Dafür spinnt Parasteatoda tepidariorum zwischen zwei Objekten einen großen, sehr lockeren und etwas wirren Fadenteppich aus Strukturfäden, von dem aus sie mehrere Einzelfäden am darunter liegenden Substrat befestigt. An ihrem unteren Ende tragen letztere Klebetropfen. Meist gehen diese Fangstrukturen von einem zentralen Bereich in der Mitte des Netzes aus, und sind nicht wie bei Latrodectus oder Steatoda regelmäßig an einzelnen Strukturfäden angeordnet, die bis ins Versteck reichen (Benjamin & Zschokke 2003). Die Spinne erbeutet damit hauptsächlich verschiedene Arthropoden, darunter auch recht wehrhafte Vertreter wie Skorpione. (Edwards G. B. 2001)
Häufig tritt die Art im synanthropen Bereich in hoher Dichte auf. Die Netze können dann teilweise ineinander übergehen und große Flächen bedecken. (Edwards G. B. 2001)
Fortpflanzung
Die Männchen suchen die Netze der Weibchen aktiv auf und werden darin oftmals zusammen mit den mitunter noch subadulten Weibchen gefunden. Anscheinend werden sie von den größeren Artgenossinnen geduldet. Nach der Paarung produziert das Weibchen mehrere graubraune Eikokons, welche frei im Netz aufgehängt werden. (Bellmann 2001)
Bilder
- Weibchen und Jungtiere
- Männchen
- Paare
Weblinks
Videos
- Jonathan Neumann: Kommentkampf zweier Männchen.
Nachweis- und Verbreitungskarten
- Lemke M (2014): Nachweiskarte Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg (Projekt 2017 beendet und Domain gelöscht).
- Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
- Tutelaers P (2026): Benelux spider distribution maps.
- Staudt A. [Koord.] (2008): Europäische Verbreitung. AraGes e. V.
- Harvey P [Koord.] (2014): Spider and Harvestman Recording Scheme. British Arachnological Society.
Weitere Links
Quellen
- Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
- Benjamin SP & Zschokke S (2003): Webs of theridiid spiders: construction, structure and evolution. Biological Journal of the Linnean Society 78, S. 293–305.
- Buchholz S, Hartmann V & Kreuels M (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Webspinnen - Araneae - in Nordrhein-Westfalen. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen 3. Fassung, Stand August 2010, S. 1–25.
- Edwards G. B. (2001): Common House Spider, Achaearanea tepidariorum (CL Koch)(Arachnida: Araneae: Theridiidae). University of Florida, Entomology and Nematology department. DPI Entomology circular 279.
- Koch CL (1841): Die Arachniden Bd. 8, 131 S.
- Levi HW (1967): Cosmopolitan and pantropical species of Theridiid spiders (Araneae: Theridiidae). Pacific Insects 9:2, S. 175–186.
- Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
- World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch, doi:10.24436/2.
Quellen der Nachweise
- Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2020): Spinnen Europas. Online https://www.araneae.nmbe.ch (automatisch synchronisiert), doi:10.24436/1.