Pholcus phalangioides: Unterschied zwischen den Versionen

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Bild:Pholcus_phalangioides_w_Häutung.JPG|Häutung
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Version vom 17. Mai 2011, 23:04 Uhr

Pholcus phalangioides (Fuesslin, 1775)
Große Zitterspinne
Datei:606px-IMG 2058.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Pholcidae (Zitterspinnen)
Gattung: Pholcus (Echte Zitterspinnen)
Reifezeit (Bellmann 2010)
Monat:123456789101112
Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:003744
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten NE
[CZ] Tschechien ES
[D] Deutschlandh>=*
[D] Berlinmh>=*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württembergmh *
[D] Mecklenburg-Vorp.mh== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalenh===*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen NA


Pholcus phalangioides war Spinne des Jahres 2003. (Jäger et al. 2003)

Merkmale

Körpergröße: Weibchen werden 8 bis 10 mm groß, Männchen 7 bis 10 mm. Fehler! Referenz name='Roberts 1995' kann nicht zugeordnet werden Die Beine können eine Länge von 5 bis 6 cm erreichen.

(P. Kreuels 2008)

Auf dem Prosoma befindet sich ein größerer, dunkler Punkt mit unregelmäßigen Rand. Das graubraune Opisthosoma ist mit einer oftmals verwaschenen Zeichnung aus paarigen, grauen Flecken versehen.

Reife Männchen kommen in Frühjahr und Sommer vor, reife Weibchen das ganze Jahr über. Fehler! Referenz name='Roberts 1995' kann nicht zugeordnet werden Die Tiere können bis zu drei Jahre alt werden. (Jäger et al. 2003)

Verbreitung

Pholcus phalangioides ist Kosmopolit. (Platnick 2013) (Roberts 1996)

Lebensraum

Die Tiere treten in Höhlen und Gebäuden auf (Roberts 1996) und sind nur selten im Freiland zu finden. (Lemke 2014)

Lebensweise

Netzbau und Beutefang

Pholcus phalangioides webt unregelmäßige, deckenartige Gespinste in Winkeln und eckigen Strukturen. Ins Netz geratene Beute wird sofort mit Spinnfäden beworfen und anschließend in eine kreiselförmige Bewegung versetzt, wobei sie weiter eingesponnen wird. Sobald das Beutetier bewegungsunfähig ist, erfolgt der Giftbiss. Mit dieser Methode kann Pholcus phalangioides auch große und wehrhafte Spinnenarten wie Tegenaria atrica überwältigen. (Bellmann 2001) Die Fangfäden enthalten keine Klebetropfen, sondern wirken aufgrund ihrer besonderen Struktur und Elastizität wie Fußangeln. (Jäger et al. 2003)

Regelmäßig kann man erwachsene Tiere in direkter Nachbarschaft beobachten. Die Netze gehen dabei oftmals ineinander über, was durch die sehr geringe innerartliche Agressivität ermöglicht wird. (Bellmann 2001) (P. Kreuels 2008)

Fortpflanzung

Die Paarung findet überwiegend im Frühsommer statt. (Bellmann 2001) Das Balzverhalten der umherwandernden Männchen kann man in vier eigenständige Elemente aufteilen, welche nicht immer alle ausgeführt werden.

Sobald das Männchen die Anwesenheit eines Weibchens registriert, beginnt es mit sehr schnellen Vibrationen des Hinterleibs. Anschließend betrommelt es vorsichtig das Netz des Weibchens, was bis zu 20 Minuten andauern kann. Dabei nähert sich das Männchen langsam. Sobald es im Netz ist, verhakt es seine Tarsalklauen in den Fäden und führt schnelle Rüttelbewegungen aus. Dabei hält es immer wieder kurz still und nähert sich wiederum vorsichtig. Anschließend betrommelt es die ersten beiden Beinpaare des Weibchens mit seinem vorderen Beinpaar. Daraufhin kommt es zur Paarung. Das Männchen wird danach vertrieben. Oftmals reagieren Weibchen agressiv auf das Balzverhalten, akzeptieren das Männchen aber schließlich nach weiteren Annäherungsversuchen.

(Bartos & M. 1997)
  

Die Weibchen legen nach der Paarung ca. 20 bis 40 (P. Kreuels 2008) Eier und verpacken diese anschließend in einen hauchdünnen Seidenkokon (siehe Fotos unten). Diesen tragen sie dann in ihren Fängen mit sich herum. Wenn die Jungspinnen schlüpfen, verbleiben sie noch einige Zeit in einem Knäuel aus langen Beinen und zarten durchsichtigen Körpern im Kokon. (Jäger et al. 2003)

Abwehrverhalten "Zittern"

Die Große Zitterspinne kam zu ihrem deutschen Namen durch ihr charakteristisches Verhalten bei Störung oder Bedrohung: Sie zittert bzw. schwingt in ihrem Netz für eine Weile sehr stark und wird dadurch für ihre Feinde nahezu unsichtbar. Auch schon sehr junge Zitterspinnen zeigen dieses Verhalten.

Bilder






Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise