Habitatansprüche: Unterschied zwischen den Versionen

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Tiere mit einem breiten Schwankungsbereich an Habitatseigenschaften und die eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate tolerieren, nennt man '''euryök'''.
Die Fachbegriffe der Habitatansprüche untergliedern sich nach Endsilben:


Ganz im Gegensatz zu '''stenöken''' Arten, welche nur einen schmalen Schwankungsbereich an einem oder mehreren Umweltfaktoren ertragen können.
* '''-biont''': Nachsilbe bezeichnet eine ausschließlich in dem bezeichneten Biotop (z. B. Wald: hylobiont) oder unter Einwirkung des bezeich­neten Faktors (z. B. Feuchtigkeit: hygrobiont) lebende Form<ref name='Tretzel 1952'>{{Lit Tretzel 1952 Zur Ökologie der Spinnen}}</ref>
* -'''col''': bewohnend
* '''-phil''': Bezeichnet eine vorzugsweise, aber nicht ausschließlich unter angegebenen Verhältnissen lebende Form<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''-phob''': meidend
* '''-tolerant'''


==Zu den konkreten Habitatansprüchen==
Als modifizierende Vorsilbe tritt gelegentlich hemi- (=halb) auf.


Die Fachbegriffe der Habitatansprüche untergliedern sich nach Endsilben:
Die folgenden Wortstämme beschreiben typische Spinnenhabitate:


* -biont: bewohnend
* '''abori-''': Bäume betreffend
* -col: gebunden sein
* '''corti-''': Rinde betreffend
* -phil: liebend
* '''halo-''': Salz betreffend
* -tolerant
* '''helio-''': Sonnenlicht betreffend
* '''hemihygro-''': Feuchtigkeit geringen bis mittleren Grades, wie sie Laub­streu, mäßig feuchtes Moos usw. bieten<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''hemiobro-''': Partielle Beschattung: Waldränder, Lichtungen, ein­zeln stehende Bäume und Gebüsche<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''hydro-''': Wasser betreffend. Nässe, unmittelbare Nähe des Wassers: Anspülicht. Laubstreu an wasserführenden Waldgräben.<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''hygro-''': Starke, andauernde Feuchtigkeit: Moos in feuchten Gräben, Sphagnumtümpel, nassgründige Wiesen. Gebiete mit hohem Grund­wasserstand. Ufernähe<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''hylo-''': Wald/Holz betreffend
* '''myrmeko-''': Ameisen betreffend
* '''ombro-''': Tiefere Beschattung: Bestandsinneres, auch Wohnräume<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''paludi-''': Sumpf betreffend
* '''photo-''': Freie Belichtung, wie sie unbedeckte Flächen empfangen: Öd­land, Brachland, Wiesen. Letztere wurden, da weitere Abstufung praktisch keinen Sinn hätte, zu frei belichtetem Gebiet gerechnet, ob­wohl, strenggenommen, die terrestrische Assoziation im Gras schon Beschattung genießt<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''psammo-''': Sand betreffend
* '''silvi-''': Wald betreffend
* '''skoto-''': Dunkelheit: Höhlen, Keller. (Bei Höhlen wurde nicht zwischen den inneren, dunklen und den eingangsnahen, halbdunklen Teilen unterschieden, da diese Differenz der Lichtquanten als nicht maß­ gebend für die Verteilung der Höhlenformen erachtet wurde.)<ref name='Tretzel 1952'/>
* '''terri-''': Boden betreffend
* '''thermo-''': Wärme betreffend
* '''troglo-''': Höhlen betreffend
* '''tyrpho-''': Hochmoore betreffend
* '''xero-''': Trockenheit bis Dürre. Meist sandiger, wasserdurchlässiger Boden<ref name='Tretzel 1952'/>


Als Vorsilbe tritt gelegentlich hemi- (=halb) auf.
So bilden sich Begriffe wie &bdquo;xerophil&rdquo; für &bdquo;Trockenheit liebend&rdquo;, &bdquo;silvicol&rdquo; für &bdquo;waldgebunden&rdquo; u.s.w.


* abori: Bäume betreffend
==Grad der Habitatbindung==
* corti: Rinde betreffend
Zur Kennzeichnung der ökologischen Valenz (Reaktionsbreite) werden folgende Begriffe benutzt:
* halo: Salz betreffend
* hydro: Wasser betreffend
* hygro: Feuchte betreffend
* hylo: Wald/Holz betreffend
* myrmeko: Ameisen betreffend
* ombro: Schatten betreffend
* paludi: Sumpf betreffend
* photo: Licht betreffend
* psamo: Sand betreffend
* silvi: Wald betreffend
* skoto: Dunkelheit betreffend
* terri: Boden betreffend
* thermo: Wärme betreffend
* troglo: Höhlen betreffend
* xero: Trockenheit betreffend


So bilden sich Begriffe wie &bdquo;xerophil&rdquo; für &bdquo;Trockenheit liebend&rdquo;, &bdquo;silvicol&rdquo; für &bdquo;waldgebunden&rdquo; u.s.w.
* '''stenök''': in sehr begrenzten Spektrum von Biotopen lebensfähig (enge Habitatbindung) &ndash; Wikipedia: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sten%C3%B6kie Stenökie]
* '''euryök''': in einem großen Spektrum von unterschiedlichen Biotopen lebensfähig &ndash; Wikipedia: [http://de.wikipedia.org/wiki/Eury%C3%B6kie Euryökie]
* '''mesök''': Bindung mittleren Grades zwi­schen Stenökie und Euryökie


==Weblinks==
==Quellen==
* Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Sten%C3%B6kie Stenökie]
<references/>
* Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Eury%C3%B6kie Euryökie]


[[Kategorie:Ökologie]]
[[Kategorie:Ökologie]]

Aktuelle Version vom 17. Juni 2025, 05:52 Uhr

Die Fachbegriffe der Habitatansprüche untergliedern sich nach Endsilben:

  • -biont: Nachsilbe bezeichnet eine ausschließlich in dem bezeichneten Biotop (z. B. Wald: hylobiont) oder unter Einwirkung des bezeich­neten Faktors (z. B. Feuchtigkeit: hygrobiont) lebende Form (Tretzel 1952)
  • -col: bewohnend
  • -phil: Bezeichnet eine vorzugsweise, aber nicht ausschließlich unter angegebenen Verhältnissen lebende Form (Tretzel 1952)
  • -phob: meidend
  • -tolerant

Als modifizierende Vorsilbe tritt gelegentlich hemi- (=halb) auf.

Die folgenden Wortstämme beschreiben typische Spinnenhabitate:

  • abori-: Bäume betreffend
  • corti-: Rinde betreffend
  • halo-: Salz betreffend
  • helio-: Sonnenlicht betreffend
  • hemihygro-: Feuchtigkeit geringen bis mittleren Grades, wie sie Laub­streu, mäßig feuchtes Moos usw. bieten (Tretzel 1952)
  • hemiobro-: Partielle Beschattung: Waldränder, Lichtungen, ein­zeln stehende Bäume und Gebüsche (Tretzel 1952)
  • hydro-: Wasser betreffend. Nässe, unmittelbare Nähe des Wassers: Anspülicht. Laubstreu an wasserführenden Waldgräben. (Tretzel 1952)
  • hygro-: Starke, andauernde Feuchtigkeit: Moos in feuchten Gräben, Sphagnumtümpel, nassgründige Wiesen. Gebiete mit hohem Grund­wasserstand. Ufernähe (Tretzel 1952)
  • hylo-: Wald/Holz betreffend
  • myrmeko-: Ameisen betreffend
  • ombro-: Tiefere Beschattung: Bestandsinneres, auch Wohnräume (Tretzel 1952)
  • paludi-: Sumpf betreffend
  • photo-: Freie Belichtung, wie sie unbedeckte Flächen empfangen: Öd­land, Brachland, Wiesen. Letztere wurden, da weitere Abstufung praktisch keinen Sinn hätte, zu frei belichtetem Gebiet gerechnet, ob­wohl, strenggenommen, die terrestrische Assoziation im Gras schon Beschattung genießt (Tretzel 1952)
  • psammo-: Sand betreffend
  • silvi-: Wald betreffend
  • skoto-: Dunkelheit: Höhlen, Keller. (Bei Höhlen wurde nicht zwischen den inneren, dunklen und den eingangsnahen, halbdunklen Teilen unterschieden, da diese Differenz der Lichtquanten als nicht maß­ gebend für die Verteilung der Höhlenformen erachtet wurde.) (Tretzel 1952)
  • terri-: Boden betreffend
  • thermo-: Wärme betreffend
  • troglo-: Höhlen betreffend
  • tyrpho-: Hochmoore betreffend
  • xero-: Trockenheit bis Dürre. Meist sandiger, wasserdurchlässiger Boden (Tretzel 1952)

So bilden sich Begriffe wie „xerophil” für „Trockenheit liebend”, „silvicol” für „waldgebunden” u.s.w.

Grad der Habitatbindung

Zur Kennzeichnung der ökologischen Valenz (Reaktionsbreite) werden folgende Begriffe benutzt:

  • stenök: in sehr begrenzten Spektrum von Biotopen lebensfähig (enge Habitatbindung) – Wikipedia: Stenökie
  • euryök: in einem großen Spektrum von unterschiedlichen Biotopen lebensfähig – Wikipedia: Euryökie
  • mesök: Bindung mittleren Grades zwi­schen Stenökie und Euryökie

Quellen

  • Tretzel E (1952): Zur Ökologie der Spinnen (Araneae). Kommissionsverlag von Max Mencke, Erlangen, S. 1–131.