Habitatansprüche: Unterschied zwischen den Versionen
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* -biont: | * -biont: Nachsilbe bezeichnet eine ausschließlich in dem bezeichneten Biotop (z. B. Wald: hylobiont) oder unter Einwirkung des bezeichneten Faktors (z. B. Feuchtigkeit: hygrobiont) lebende Form<ref name='Tretzel 1952'>{{Lit Tretzel 1952 Zur Ökologie der Spinnen}}</ref> | ||
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* helio-: Sonnenlicht betreffend | * '''helio-''': Sonnenlicht betreffend | ||
* hydro-: Wasser betreffend | * '''hemihygro-''': Feuchtigkeit geringen bis mittleren Grades, wie sie Laubstreu, mäßig feuchtes Moos usw. bieten<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* hygro-: | * '''hemiobro-''': Partielle Beschattung: Waldränder, Lichtungen, einzeln stehende Bäume und Gebüsche<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* hylo-: Wald/Holz betreffend | * '''hydro-''': Wasser betreffend. Nässe, unmittelbare Nähe des Wassers: Anspülicht. Laubstreu an wasserführenden Waldgräben.<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* myrmeko-: Ameisen betreffend | * '''hygro-''': Starke, andauernde Feuchtigkeit: Moos in feuchten Gräben, Sphagnumtümpel, nassgründige Wiesen. Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Ufernähe<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* ombro-: | * '''hylo-''': Wald/Holz betreffend | ||
* paludi-: Sumpf betreffend | * '''myrmeko-''': Ameisen betreffend | ||
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* psammo-: Sand betreffend | * '''paludi-''': Sumpf betreffend | ||
* silvi-: Wald betreffend | * '''photo-''': Freie Belichtung, wie sie unbedeckte Flächen empfangen: Ödland, Brachland, Wiesen. Letztere wurden, da weitere Abstufung praktisch keinen Sinn hätte, zu frei belichtetem Gebiet gerechnet, obwohl, strenggenommen, die terrestrische Assoziation im Gras schon Beschattung genießt<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* skoto-: Dunkelheit | * '''psammo-''': Sand betreffend | ||
* terri-: Boden betreffend | * '''silvi-''': Wald betreffend | ||
* thermo-: Wärme betreffend | * '''skoto-''': Dunkelheit: Höhlen, Keller. (Bei Höhlen wurde nicht zwischen den inneren, dunklen und den eingangsnahen, halbdunklen Teilen unterschieden, da diese Differenz der Lichtquanten als nicht maß gebend für die Verteilung der Höhlenformen erachtet wurde.)<ref name='Tretzel 1952'/> | ||
* troglo-: Höhlen betreffend | * '''terri-''': Boden betreffend | ||
* tyrpho-: Hochmoore betreffend | * '''thermo-''': Wärme betreffend | ||
* xero-: Trockenheit | * '''troglo-''': Höhlen betreffend | ||
* '''tyrpho-''': Hochmoore betreffend | |||
* '''xero-''': Trockenheit bis Dürre. Meist sandiger, wasserdurchlässiger Boden<ref name='Tretzel 1952'/> | |||
So bilden sich Begriffe wie „xerophil” für „Trockenheit liebend”, „silvicol” für „waldgebunden” u.s.w. | So bilden sich Begriffe wie „xerophil” für „Trockenheit liebend”, „silvicol” für „waldgebunden” u.s.w. | ||
==Grad der Habitatbindung== | |||
Zur Kennzeichnung der ökologischen Valenz (Reaktionsbreite) werden folgende Begriffe benutzt: | |||
* '''stenök''': in sehr begrenzten Spektrum von Biotopen lebensfähig (enge Habitatbindung) | |||
* '''euryök''': in einem großen Spektrum von unterschiedlichen Biotopen lebensfähig | |||
* '''mesök''': Bindung mittleren Grades zwischen Stenökie und Euryökie | |||
==Quellen== | |||
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==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
Version vom 17. Juni 2025, 05:48 Uhr
Tiere mit einem breiten Schwankungsbereich an Habitatseigenschaften und die eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate tolerieren, nennt man euryök.
Ganz im Gegensatz zu stenöken Arten, welche nur einen schmalen Schwankungsbereich an einem oder mehreren Umweltfaktoren ertragen können.
Zu den konkreten Habitatansprüchen
Die Fachbegriffe der Habitatansprüche untergliedern sich nach Endsilben:
- -biont: Nachsilbe bezeichnet eine ausschließlich in dem bezeichneten Biotop (z. B. Wald: hylobiont) oder unter Einwirkung des bezeichneten Faktors (z. B. Feuchtigkeit: hygrobiont) lebende Form (Tretzel 1952)
- -col: bewohnend
- -phil: Bezeichnet eine vorzugsweise, aber nicht ausschließlich unter angegebenen Verhältnissen lebende Form (Tretzel 1952)
- -phob: meidend
- -tolerant
Als modifizierende Vorsilbe tritt gelegentlich hemi- (=halb) auf.
Die folgenden Wortstämme beschreiben typische Spinnenhabitate:
- abori-: Bäume betreffend
- corti-: Rinde betreffend
- halo-: Salz betreffend
- helio-: Sonnenlicht betreffend
- hemihygro-: Feuchtigkeit geringen bis mittleren Grades, wie sie Laubstreu, mäßig feuchtes Moos usw. bieten (Tretzel 1952)
- hemiobro-: Partielle Beschattung: Waldränder, Lichtungen, einzeln stehende Bäume und Gebüsche (Tretzel 1952)
- hydro-: Wasser betreffend. Nässe, unmittelbare Nähe des Wassers: Anspülicht. Laubstreu an wasserführenden Waldgräben. (Tretzel 1952)
- hygro-: Starke, andauernde Feuchtigkeit: Moos in feuchten Gräben, Sphagnumtümpel, nassgründige Wiesen. Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Ufernähe (Tretzel 1952)
- hylo-: Wald/Holz betreffend
- myrmeko-: Ameisen betreffend
- ombro-: Tiefere Beschattung: Bestandsinneres, auch Wohnräume (Tretzel 1952)
- paludi-: Sumpf betreffend
- photo-: Freie Belichtung, wie sie unbedeckte Flächen empfangen: Ödland, Brachland, Wiesen. Letztere wurden, da weitere Abstufung praktisch keinen Sinn hätte, zu frei belichtetem Gebiet gerechnet, obwohl, strenggenommen, die terrestrische Assoziation im Gras schon Beschattung genießt (Tretzel 1952)
- psammo-: Sand betreffend
- silvi-: Wald betreffend
- skoto-: Dunkelheit: Höhlen, Keller. (Bei Höhlen wurde nicht zwischen den inneren, dunklen und den eingangsnahen, halbdunklen Teilen unterschieden, da diese Differenz der Lichtquanten als nicht maß gebend für die Verteilung der Höhlenformen erachtet wurde.) (Tretzel 1952)
- terri-: Boden betreffend
- thermo-: Wärme betreffend
- troglo-: Höhlen betreffend
- tyrpho-: Hochmoore betreffend
- xero-: Trockenheit bis Dürre. Meist sandiger, wasserdurchlässiger Boden (Tretzel 1952)
So bilden sich Begriffe wie „xerophil” für „Trockenheit liebend”, „silvicol” für „waldgebunden” u.s.w.
Grad der Habitatbindung
Zur Kennzeichnung der ökologischen Valenz (Reaktionsbreite) werden folgende Begriffe benutzt:
- stenök: in sehr begrenzten Spektrum von Biotopen lebensfähig (enge Habitatbindung)
- euryök: in einem großen Spektrum von unterschiedlichen Biotopen lebensfähig
- mesök: Bindung mittleren Grades zwischen Stenökie und Euryökie
Quellen
- Tretzel E (1952): Zur Ökologie der Spinnen (Araneae). Kommissionsverlag von Max Mencke, Erlangen, S. 1–131.