Zora

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
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Zora C. L. Koch, 1847
Stachelbeine
Spinimana Tiefurt 08-07 01.jpg
Zora spinimana, subadultes Weibchen
Systematik
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Familie: Zoridae (Wanderspinnen)
Weitere Informationen
LSID WAC: urn:lsid:wac.nmbe.ch:name:2511

Die Gattung Zora (Fam. Zoridae, Wanderspinnen) ist in Mitteleuropa mit 9 Arten vertreten. In Deutschland wurden 6 Arten nachgewiesen.

Beschreibung

Merkmale

Mittelgroße gelbbraune bis braune Spinnen mit wolfsspinnen-ähnlichem Habitus und langen kräftigen Beinen. Die Augen stehen in drei Reihen, wobei die hinteren Seitenaugen die größten sind. Auf dem Prosoma tragen alle Arten dunkle Längsbinden, deren Breite als grobes Unterscheidungsmerkmal dienen kann. Die Unterseite der Tiben und Metatarsi des 1. und 2. Beinpaars tragen kräftige Stachelreihen, die in Ruhe anliegen. Die Anzahl der Stachelpaare auf dem Metatarsus des 1. und 2. Beinpaars ist ein weiteres Bestimmungskriterium.

Lebensraum

Die Zora-Arten sind in sehr trockenen bis feuchten Lebensräumen unter Gras, Vegetation und Laub zu finden.

Lebensweise

Zora ist ein tagaktiver Jäger (ohne Fangnetz). Die Spinnen laufen eher bedächtig auf Grashalmen und Pflanzen herum. Dabei bleiben sie fast immer unter der Vegetation und vermeiden direktes Sonnenlicht. Die Beute (Collembolen und kleine Insekten) wird v.a. optisch lokalisiert und beschlichen. Beim Überwältigen der Beute werden die Stachelreihen an den Unterseiten der Vorderbeine hydraulisch aufgestellt und bilden so einen dichten Fangkorb. Bei der Flucht und beim Beutefang kann sich Zora über kurze Strecken sehr schnell bewegen. Die Füße tragen gut ausgebildete Scopulapolster.

Fortpflanzung

Die Zora-Arten sind im Frühjahr reif. Der Kokon wird auf Grasblättern, Laub oder an Steinen angelegt. Das Weibchen bleibt auf dem Kokon sitzen und bewacht ihn.

Nachgewiesen in Mitteleuropa

Quelle: Vorlage:Checkliste spinnen mitteleuropa

Determination

Im folgenden werden 4 Arten anhand nongenitaler Merkmale bestimmt. Bilder gelten als pro Zeile durchnummeriert. Auf eine Nummerierung wurde aus Platzgründen verzichtet.

1 Dunkle Längsbänder in der Mitte des Pros. höchstens so breit wie außen benachbarte helle Längsbänder, Femur I und II oben mit deutlichen dunklen Linien (bei Jungtieren noch keine Linien, dafür Flecken) -> 2
- Dunkle Längsbänder in der Mitte des Pros. deutlich breiter als außen benachbarte helle Längsbänder, Femur I und II ohne dunkle Linien (kurz vor einer Häutung können dunkle Linien durch die Borsten der neuen Haut durchscheinen) -> 3
2 Unterseite des Pros. und der Fem. mit vielen kleinen dunklen Pünktchen (Bild 1,2); Metatarsus I mit zwei Paar Borsten; in trockenen und sonnigen Lebensräumen (z.B. Trockenrasen, sonnige Waldränder) in Grasbüscheln: Zora silvestris
- Unterseite des Pros. und der Fem. ohne solche Pünktchen; Metatarsus I mit drei Paar Borsten; in verschiedenen Lebensräumen, trockenen bis feuchten Wiesen, lichten Wäldern im Gras und Moos: Zora spinimana
3 Färbung mittel- bis graubraun; Metatarsus I mit drei Paar Borsten; in der Laubstreu von Wälder (v.a. Buchen): Zora nemoralis
- Färbung gelbbraun, v.a. beim Männchen Femura auffällig gelb, die folgenden Beinsegmente dann deutlich dunkler; Metatarsus I mit zwei Paar Borsten (Bild 2); in sonnenexponierten, sehr warmen Trockenrasen: Zora manicata